| Australien 2005 |
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18.
September Der
Jet Lag hielt sich halbwegs in Grenzen, so dass wir fast sofort vom
Salisbury die Nathan Road raufgelaufen sind. Links und rechts Laden an
Laden, Krach und Trubel. Auch im Kowloon Park war einiges los, überall saßen
Grüppchen mit viel Essen und viel zu reden. Die Flamingos
sind einen Blick wert – auch alles andere ist ganz angenehm fürs Auge
und nur halb so chaotisch wie die Straßen selbst. Nach einem kleinen
Schlenker in Richtung Start Ferry Terminal und Bucht mit fantastischem
Ausblick auf HK Island wieder zur Nathan Road und zum Abendessen
klassischerweise Sushi. Auf dem Rückweg zum Hotel erster Schreiüberfall
der statt „Wolle Rosa kaufa“ heißt es überall „Wanna watch, nice
handbags – Chanel Gucci...“ 19.
September Gähn,
wieso ist der Jetlag wie der normale Muskelkater erst am zweiten Tag
richtig übel? Aussicht auf die Bucht vom Frühstückraum aus genialst,
viel zu viel essen aber einfach gut und vor allem erst mal Kaffee. Danach
fertig machen und raus in die Hitze, nach 5 Minuten kleben die Klamotten
und nach 10 Minuten will man schon wieder eine kalte Dusche. Hilft aber
alles nix, also zum Star Ferry Terminal und für 2,10 $ übersetzen nach
HK Island. Das ist Hongkong pur, Salz in der Nase und den besten Blick auf
HK Island und Kowloon. Überall Grüppchen von Philippina beim tratschen
und essen, wo man hinschaut kleine Menschentrauben. Vorbei an den altertümlich
anmutenden Straßenbahnen aus der Kolonialzeit und quer durch einige
verdammt gut klimatisierte Shopping Malls (Chanel, Gucci du Louis echt) in
Richtung den Mid Levels Escalators. Man nehme die Stuttgarter Talkessel
und stelle sich vor, dass an eine, der Hänge eine 1.5km lange Rolltreppe
von 8-10 von oben nach unten rollt und ansonsten fußfaule von unten nach
oben befördert. Das Ganze gibt es auch noch überdacht und umsonst –
vorbei an baufälligen Gebäuden und wilden Bambusgerüsten, durch urige
Gassen immer weiter nach oben. Vom Ende der Escalators aus sind es dann
nur wenige Minuten zu Fuß zu den botanischen und zoologischen Gärten.
Anfangs fand ich die ziemlich armseelig klein, das war aber ein ziemlicher
Trugschluss! Inmitten tropischer Vegetation kann man von Giftschlagen bis
Gorillas alles ansehen. Danach gingen wir dann Richtung Victoria Peak Tram
Station den Berg wieder runter. Dort mussten wir erst mal in der Schlange
warten, es ist halt eine der Hauptattraktionen in HK. Die Bahn an sich ist
auch ziemlich abenteuerlich weil brutal steil. Oben angekommen ist der
Ausblick auf Hongkong wirklich einmalig und die Ausmaße der Stadt und der
Hochhäuserviertel wird einem erst richtig bewusst. Eine kleine Shopping
Mall gibt es natürlich auch hier oben auf dem Peak. Irgendwie hat es und
dann zum Busbahnhof verschlagen und da zufälligerweise ein Bus nach
Stanley fuhr, haben wir schnell beschlossen auf die Rückseite von HK
Island zu fahren und den Stanley Market anzusehen. Eine ¾ Stunde Fahrt
und viele Serpentinen später dann am Market aussteigen und runter zum
Hafen. Der Markt an sich ist nicht wirklich zu toll und die Restaurant am
Hafen sind überteuert, aber wenn man schon mal hier ist... Nach zwei gemütlichen
Stunden ging es dann mit dem Bus zurück zur Hongkong Island Station. Nach
einem kleinen Spaziergang bis zum Victoria Park nahmen wir dann die Fähe
zurück nach Kowloon. Dort gab’s dann erst mal einen Zwischenstopp im
Hotel bevor wir abends noch den Temple Street Market anschauen gingen. Zum
Glück fährt bis kurz davor die MTR. 20.
September Heute
mal nicht in HK Sightseeing sondern raus ins Hinterland der New
Territories. Mit der KCR ging es zuerst einmal zur Ten Thousand Buddha
Monastery in Sha Tin. Die Haltestelle selbst war noch leicht zu finden,
die Ausschilderung zum Kloster war ein bisschen versteckt aber wenn man
wie immer dem Strom folgt spülts einen automatisch in die richtige
Richtung. Nach einem schweißtreibenden Treppenmarathon vorbei ein
furchtbar kitschigen Buddhastatuen erreicht man nach ca. 10 Minuten den
Tempelbereich. Bunt, viele Figuren und verglichen mit japanischen
Tempelbezirken schrill muss man sich an chinesische Tempel erst einmal gewöhnen.
Treppen also wieder runter und mit der KCR weiter nach Tai Po einer
kleinen Stadt in den New Territories, die für Ihre Straßenmärkte
bekannt ist. Mit ein wenig Glück haben wir die kleine Straße auch
gefunden, gewöhnungsbedürftig sind einfach die Fleischer, bei denen die
Hühner frisch gerupft bei 30° und 90% Luftfeuchtigkeit schon mal langsam
vorgegart werden. Wäre ich nicht schon Vegetarier... Der
Tag ist ja noch jung und so ging es dann von Tai Po auf Marktour durch den
Norden Kowloons. Erst mal durch den Ladies Market wo man eigentlich so
ziemlich alles bekommen kann. Sehr empfehlenswert sind die ausliegenden
Kataloge für Handtaschen und Uhren, einfach kurz draufgucken und einem
der Händel ins nächste Hinterzimmer führen. Dazu brauchts anfangs ein
bisschen Mut, man hat schon so ein ungutes Gefühl wenn man durch dunkle
Treppenhäuser des 5. Hauses im zweiten Hinterhof geführt wird. Statt
einen auf den Kopf gibt es allerdings ein klimatisiertes Hinterzimmer mit
Regalen voller Louis Vuitton und Gucci Handtaschen, Rolex, Lange und Söhne
und IWC. Für die Preise gilt: Handeln, erst wenn der Händler kurz vorm
Nervenzusammenbruch zu sein scheint, ist der Preis nicht mehr unerschämt
sondern nur noch normaler Wucher. So und jetzt muss ich mein geständis
ablegen. Ich hatte mir geschworen niemals im Leben mit einer Louis
Handtasche rumzulaufen und was hab ich gemacht? Ich habe mir eine
nachgemachte gekauft und werde beim nächsten Trip nach Tokyo endlich auch
dazugehören...blöder Gruppenzwang. Bewaffnet mit einer Tüte schnell
noch einen Abstecher zum Jademarkt und zum Fish Market. Hier findet der
Aquarianer was das Herz begehrt, bereits fertig abgepackte Fische in
kleinen Plastiktüten oder wer mag kann sich auch eine Minischildkröte
holen. 21.
September Letzter
Tag in Hongkong und Zeit für einen Ausflug auf einer der Inseln
Hongkongs. Zuerst allerdings mit der Start ferry wieder nach HK Island du
danach zu Fuß zum Outlying Island Ferry Terminal. Wir hatten uns
entschieden doch nicht nach Lantau Island zu fahren sondern uns auf Lamma Island ein
bisschen umzusehen. Der Hauptort selber ist relativ klein und der in den
Reiseführern aufgeführte Tempel lohnt sich absolut gar nicht. Man sollte
die Zeit lieber nutzen um zu Fuß zu einem der herrlichen Stände zu gehen, dort ein bisschen
die Füße in den Sand zu strecke und ein wenig Strandfeeling zu genießen.
Vor der Rückfahrt aufs Festland lohnt sich ein Mittagessen in einem der
Restaurants am Hafen, absolut frisch und verdammt leckeres Meeresgetier in
allen Variationen. Zurück auf HK Island noch ein bisschen durch die
Shopping Mall schlendern und danach wieder zurück ins Salisbury auf den
Bus zum Flughafen warten. Insgesamt reichen 3 Tage für HK schon, so groß
wie man anfangs meistens denkt ist es nämlich nicht. Mit ein wenig
schwereren Koffern ging es dann endlich zum eigentlich Ziel der Reise:
Australien! 22.
September Nach
6 Stunden Flugzeit endlich Landung auf australischem Boden, durch die Schnüffelhundkontrolle
in Cairns. Leider nicht dem Endziel für den Tag sondern nur eine
Zwischenstopp. Da wir in Cairns 8 Stunden Aufenthalt hatten, mussten wir
erst mal das Gepäck loswerden. Am allerliebsten wär ich auch noch unter
die Dusche gehüpft du hätte mich umgezogen...leider hab ich erst zu spät
gemerkt, dass es im Domestic Terminal auch ne Dusche gibt. Naja, also ging
es halt verschwitzt mit einem bemerkenswert gesprächigen Taxifahrer
(daran muss ich mich jedes Mal wieder gewöhnen) ab in die Innenstadt von
Cairns. Die Anpassung an den etwas langsameren Rhythmus der Stadt fällt
am leichtesten, wenn man erst mal 2h gemütlich in einem der Kaffees sitzt
und gemütlich frühstückt. Die Shoppingmeile ist zu Fuß innerhalb einer
halben Stunde abmarschiert und das groe Shopping Center ist auch recht
schnell angeschaut. Da die Müdigkeit dann ziemlich zuschlug, haben wir am
Strand auf dem bequemen Rasen erst mal ein Nickerchen gemacht, glücklicherweise
war es bewölkt. Nachmittags fuhren wir dann wieder zum Flughafen und
durften endlich nach Darwin fliegen, Endziel erreicht! Im Mirambeena
Resort Hotel hab ich mich wieder sehr gefreut, dass jedes Hotel in
Australien auch ne Laundry hat – verschwitze Hongkong Klamotten werden
so schnell wieder tragbar. 23.
September Checkout
und ab zu Britz, vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an
meine Fluchtiraden über den Laden...ich werde nichts zurücknehmen, dazu
aber am 24. September mehr. Der unfreundliche Kerl war diesmal wieder da,
zum Glück zeigte uns aber ein motivierter junger Britzler das Auto.
Personal Kit und Campingstühle und Tisch eingepackt (natürlich kostet
das extra) Koffer drauf und raus auf die Straße zum Frühstücken und
Einkaufen in Darwin. Die Stadt an sich hat eine Hauptstraße, zum ansehen
gibt es also wenig. Zumindest kriegt man aber überall was zu essen –
chinesisch zu Frühstück passt einfach immer. Bei Woolworth dann erst mal
die Grundsachen eingekauft ging es endlich auf dem Bruce Highway richtig
los – auf zum Kakadu NP. Die Strecke in den Kakadu kenne wir inzwischen
ganz gut und diesmal haben wir es endlich auch mal geschafft vor
Sonnenuntergang im park anzukommen. Bei den letzten beiden Besuchen haben
wir es nie geschafft Ubirr zu besichtigen, diesmal haben wir deswegen auf
dem Merl CP in der Nähe übernachtet und sind zum Sonnenuntergang auf
Ubirr gestiegen. Genau in dem Moment wusste ich wieder, wieso ich mich die
24h in ein Flugzeug gequetscht habe. Die Sonne ist warm, der Wind weht
einem um die Nase, das Land hat intensivere Farben als sonst wo auf der
Welt und auch wenn eine Menge Touris auf den Sonnenuntergang warten
herrscht eine Stille, die man sonst nirgendwo findet. Auf
dem Campground verbrachten wir dann umgeben von hohen Bäumen und jeder
Menge Moskitos unsere erste Nacht in Haggie (Taufname des Mietwagens). Bis
auf einige unsanft aufs Dach fallende Früchten, hoppelnden Kängus und
schreienden Kakadus wars eine ziemlich schöne Nacht. Die Milchstraße war
unglaublich klar zu sehen und der Himmel gefüllt mit Sternen. 24.
September Britz
– jetzt also mal wieder zum Thema. Kaum sind wir 300km mit der Karre
gefahren fängt die T-Belt Leuchte an zu blinken weil die 150.000 km
Grenze überschritten worden ist und man eigentlich bei der fälligen
Inspektion den Time Belt wechseln sollte. Tja, man sollte halt...da wir
aber keinerlei Lust hatten wieder nach Darwin zu gondeln entschieden wir
uns noch zu warten bis wir aus dem Kakadu rausfahren bevor wir bei Britz
anrufen und nachfragen, ob wir weiterfahren können oder wirklich das Ding
wechseln müssen. Zuerst
machten wir dann nach dem ersten Campingfrühstück einem kleinen
Spaziergang fuhren wir zum Bowali Visitor Center um uns mit Informationen
über die Straße zu den Jim Jim und Twin Falls zu informieren und noch
ein bisschen material zur Koolpin Gorge zu bekommen. Wir haben es
irgendwie geschafft zur richtigen Zeit am Visitor Center zu sein und haben
einen Schmöker über den Park geschenkt bekommen, weil die Library wohl
mal wieder ausgemistet werden musste. Voll gepackt mit broschüren ging es
dann weiter Richtung Abenteuer Off Road Piste Nummer eins dieses Urlaubs.
Die Straße an sich ist auf den 35km zum Campground einfach nur eine
Wellblechpiste, die den Hintern auf eine erste Probe stellt. Ab dem
Campground sind die nächsten 10km zu den Jim Jim und die folgenden 10km
zu den Twin Falls wirklich Off Road. Sandige Stellen und jede Menge
holprige Flussdurchfahrten in Kombination mit abenteuerlichn Kurven (wieso
auch gradeaus wenn’s 5mal 180° Kurven gibt) aber irgendwie haben wir es
geschafft nach 50 Minuten die Twin Falls zu erreichen. Derzeit kann man
die Fälle von unten nur erreichen, wenn man sich am Campground oder im
Visitor Center eine Karte für den neu eingerichteten Fährservice holt.
Seitdem immer wieder Salties im Fluss gesichtet wurden darf man nicht mehr
zu Fuß im Flussbett zu den Falls laufen. Da wir uns endlich mal wieder
richtig bewegen wollten entscheiden wir uns, auf das Plateau über den Fällen
zu laufen. Doofe Idee vor allem in der Nachmittagshitze und mit zu wenig
Wasser. Beim Aufstieg waren wir nach 5 Minuten klatschnass geschwitzt,
jedes Fleckchen Schatten war genau richtig um Pause zu machen und das
Wasser reichte grade mal bis kurz nach Erreichen des Plateaus. Auf dem Weg
nach oben gaben uns zwei Wanderer noch den Tipp, dass es flussaufwärts
kleine Badestellen gibt, in denen man sich abkühlen kann. Oben angekommen
hab ich das für doofes Gerede gehalten, denn von Wasser war weit und
breit nichts zu sehen. Ca. 10m weiter unten gabe es noch kleine Pfützen,
mehr aber auch nicht. Völlig fertig sind wir dann aber doch nicht ein
bisschen flussaufwärts gelaufen und kurz bevor ich mit nem Hitzschlag
umgekippt bin kam ein Billabong in Sicht, in den wir uns erst mal samt
Klamotten reingeschmissen haben. Eigentlich wollt ich agr nicht mehr raus
und vor allem nicht wieder zurücklaufen müssen aber die Aussicht auf ne
1.5l Flasche Wasser im Auto hat mich dann doch aus dem Wasser und zurück
zum Parkplatz getrieben. 25.
September Nach
einer kühlen Dusche denselben Weg wie gestern aber diesmal nur 10km zu
den Jim Jim Falls. Auch hier wollten wir mal wieder laufen und entschieden
uns für den Walk zum Plateau – wieder endloses Schwitzen und bergauf
laufen. Ab und an ein bisschen Felskletterei und auf dem Plateau Zick
Zacklaufen und Pfeile suchen. Kurz bevor man die Kante der Falls erreicht
sind so gut wie keine Pfeile mehr da, die einem den Weg zeigen könnten.
Immer der Nase nach haben wir dann wenigstens einen kleine Blick auf das
Tal der Jim Jim Falls geworfen. Die Aussicht an sich ist aber nicht so
berauschend, dass die die Latscherei auch nur ansatzweise lohnt. Der Weh
zurück kam mir noch länger vor und die Kletterei über Felsen im Fllußbett
bis zum Plunge Pool unterhalb der Falls zog sich nahezu endlos dahin. Dafür
konnte man aber im Plunge Pool wieder herrlich baden, das Wasser war
herrlich kühl und auch hier fiel das rausgehen wieder schwer. Am Auto
dann wieder schnell ein paar Liter trinken und brav weiterschwitzen. Der
Weg zurück zum Kakadu Highway war relativ kurz, der Stopp zum Wasser
kaufen im Yellow Waters Shop zwar auch kurz aber umso teurer. Als
Highlight im Kakdu hatten wir diesmal ein bisschen Vorarbeit geleistet und
uns um ein Permit für Jarrangbarnmi (Koolpin) im Süden des Parks
beworben. Geht per Email recht unproblematisch und wir hatten Glück eines
zu ergattern. Die Permits gehen vor allem an Tourfritzen, die mit nem
Allradbus den ganzen Park abfahren und auf allen Campgrounds und Parkplätzen
für Unterhaltung sorgen. Um in die Koolpin Gorge zu kommen muss man mit
gestempeltem Orginalpermit zum mary River Roadhouse und dort den Schlüssel
für Tor zu holen. Das Roadhouse liegt ca. 10km hinter dem südlichen
Parkausgang und hat glücklicherweise bis 7 abends geöffnet. Das Permit
an sich ist kostenlos, man zahlt nur 50 $ Deposit bei Abholung des Schlüssels.
Zurück in den Park und Abzweigung zu den Gunlom Falls allerdings zweigt
nach ca. 10km ein unausgeschildeter weg nach rechts ab. Jarrangbarnmi ist
für die Aboriginal ein heiliger Platz, darum wird auch nur einer
limitierte Anzahl an Personen das Permit erteilt. Die Ausschilderung ist
vermutlich auch asu dem Grund eher sehr spärlich. Dem Sonnenuntergang
ging es dann auf der nächsten Wellbrettpiste bis zum Gate, Schlüssel
raus und aufschließen. Der Weg ab dem Gate wird dann richtig
abenteuerlich und Allrad ist ein absolutes Muss. Im Halbdunkel fuhren wir
also den Weg weiter bis zum Campground und statt einer Menge Tourguppen
war auf dem ziemlich großen Platz kein Mensch! Bei freier Platzwahl haben
wir uns unter einer kleinen Palmengruppe häuslich eingerichtet und erst
mal ein gemütliches Lagerfeuer gemacht. Himmlische Ruhe, das Feuer
knisterte und im Busch trieb sich ein Beuteltier rum. Ansonsten eine
australische Traumnacht – Sternenhimmel und keine Menschenseele außer
uns beiden. Wer
also den Kakadu von seiner meiner Meinung nach schönsten Seite sehen möchte
sollte sich in jedem Fall die Mühe machen beim Park Service ein Permit zu
beantragen und mit ein wenig Glück ist genauso wenig los wie bei uns! 26.
September Wenns
ruhig ist kann man auch mal richtig ausschlafen, genau das haben wir auch
gemacht. Danach erst mal ganz gemütlich frühstücken und viel Wasser für
einen Ausflug in die Koolpin Gorge einpacken. Gleich hinter dem Campground
liegt der fluss und der Start des Koolpin Walks zu verschiedenen Plunge
Pools. Der Weg an sich ist nicht ausgeschildert, man folgt Trampelpfaden
und überquert einige Male den Fluss. Immer am Wasser entlang liefen und
klettern wir von Pools zu Pool, das Wasser wurde immer klarer und kühler
und der Weg an sich ist der mit Abstand schönste im ganzen Park. In den
Pools kann man sich immer wieder abkühlen, Krokodile verirren sich hier
eher weniger her, wir haben aber trotzdem immer Ausschau gehalten. Abgekühlt
ging es dann wieder zurück zum Auto und wieder Richtung Parkausgang.
Allerdings mussten wir auch noch zu den Gunlom Falls, die nur 20km von
Koolpin entfernt liegen. Die herrlichen Gunlom Falls,hatten trotz
Trockenzeit sogar genug Wasser hatten um richtig zu „fallen“. Wer
nicht weiter muss oder für Koolpin kein Permit hat, sollte hier gemütlich
auf dem Campground bleiben und sich eine Runde Schwimmen im Plunge Pool gönnen.
Am Mary River Roadhouse Schlüssel abgeben und ab auf den Bruce Highway
und nach Pine Creek. Eigentlich wollt ich dort wieder so bequeme Schlappen
kaufen wie beim letzten Mal, leider gabs die diesmal nicht und so bliebs
bei Wasser und nem Eis. Außerdem hat das Kaff eine Telefonzelle von der
aus ich wegen dem T-Belt bei Britz angerufen habe. Einige Warteschleifen
und Diskussionen mit George später war klar: Wir müssen das Ding
wechseln lassen und zwar in Kathrine, der nächsten großen Stadt auf dem
Weg zum Savannah Way. Super Sache – ich mag Britz, hatte ich das schon
mal erwähnt? Um nnicht in Kathrine übernachten zu müssen entschieden
wir uns, mal wieder auf dem „Standardplatz“ an den Edith Falls zu übernachten.
Diesmal war nicht mal der Brummler am Kiosk und unsern Stammplatz haben
wir auch nicht bekommen. Wie immer gabs eine Runde im Edith Falls Pool,
eine Dusche und hoppelnde Känguruhs. Der Platz ist halt immer wieder
nett. XXXX
Frage des Tages: What is the fastest official speed achieved on a
motorbike? 518,45 km/h 27.
September Katherine
ist ja eigentlich nicht groß, aber einen bestimmten Reparaturservice
(H&R Motors) zu finden war nicht ganz so einfach. Leider war der
Schuppen auch nicht grade in der Stadt sondern 3km außerhalb in nem
Industriebgebiet. Wir wurden schon erwartet, die Dame war seeeeeeeeehr
freundlich und hatte eigentlich wohl eh keinen Bock auf irgendwas. Wir
sollten halt dann mal so gegen 4 mittags wiederkommen, leider war es erst
10 Uhr! Aus Taximangel sind wir dann erst mal zu Fuß in die Stadt
gelaufen, schweißtreibende Sache aber gleichzeitig auch gut um Zeit
totzuschlagen. Wie erwähnt ist Katherine nicht wirklich groß und nach
dem Touriinfobüro, dem Woolworths, einem Kaffee und diversen Galerien
war’s halt dooferweise erst 1. Bis um 2 haben wir alles dann noch mal
angeschaut und dann schnell bei H&R angerufen – siehe da Auto war
fertig. Jippie aber zu früh gefreut, Katherine ist klein und wenn man ein
Taxi braucht kommt keins – halbe Stunde später tauchte dann eines auf
und wir fuhren zu Haggie und schnell weiter in Richtung Mataranka. Durch
die Reparatur hatten wir nahezu einen ganzen Tag verloren. In Mataranka
gab es einen Stopp an den heißen Quellen, die eigentlich nicht heißt
sondern nur lauwarm sind, außerdem ist es ein ziemlicher Rentnertreff.
Ist aber trotzdem ganz nett und ein Tipp: Wer sich den Klassiker „We of
the never never“ kaufen will sollte das hier machen, das Buch ist sonst
wo recht schwer zu kriegen und um einiges teurer. Ich hab den Fehler
gemacht das Buch nicht gleich mitzunehmen und musste dann am Ende der
Reise in Brisbane auf dem Flughafen noch schnell einkaufen. (Bislang hab
ich nicht mal ein Kapitel gelesen und befürchte, dass ich nicht wirklich
mehr lesen werde…) Um
zumindest noch ein paar Kilometer fahren zu können entschieden wir nicht
in Mataranka zu übernachten sondern einfach weiterzufahren. Hinter Roper
Bar kurz nach Ende der asphaltierten Straße wurde dann einer der kleinen
Rastplätze kurzerhand zum Campground umfunktioniert – nicht ideal aber
ok. 28.
September Gulf
Savannah Track und fahren, fahren, fahren. Leider gibt die Strecke nicht
wirklich viel Sehenswertes her und auch die Landschaft an sich ist
ziemlich eintönig. Überall rote Erde, ab und an ein Stück Asphalt, viel
blauer Himmel und unzählige Termitenhügel. Von Roper Bar ging es nach
Borrolloola und danach weiter Richtung Grenze nach Queensland. Der Tag an
sich war ein typischer Fahrtag. Auch diese Nacht gab es leider wieder
keinen Campground und wir übernachteten in einer kleiner Einbuchtung an
der Straße. 29.
September Kurz
nach unserem Übernachtungsplatz liegt die Grenze zwischen Northern
Territory und Queensland die sich durch viele Verkehrsschilder auszeichnet
und hinter der wir auf mehrere Kuhherden gestoßen sind. Leider weist kein
Schild auf die Zeitumstellung hin, in Queensland ticken die Uhren eine
Stunde vor NT Zeit. Eines der wenigen Roadhouses der Strecke ist Hell’d
Gate, hier gibt es außer Sprit auch Burger, Eis und Getränke. Einer der
wenigen Parks in der nÄhe des Gulf Savannah Tracks ist der Lawn Hill
National Parl der blöderweise 190km südlich der Straße liegt. Egal wie
man fährt die Straßen sind abenteuerlich und führen meist über
Farmland. Für die Strecke haben wir ca. 4-5 Stunden gebraucht, einerseits
weil der Weg manchmal eher einem Trameplpfad entsprach, andereseits weil
man alle Nase halten muss um Gaste auf- und zuzumachen. Entsprechend
genervt nach der ganzen Fahrerei kamen wir dann noch im Hellen im Lawn
Hill an und ich muss agen, es ist wirklich superschön. Eine kleine Oase
mit 2 Hauspyhtons auf dem Campground, der in den Hauptmonaten voll
ausgebucht ist. Da es noch einigermaßen früh war, sind wir auch gleich
noch zum Wild dog Dreaming (Felsmalereien) und auf den Islanf Stack
(Felsplateau um das der Fluss fließt) und zu den Cascades spaziert. Die
Wege sind nicht wirklich lang, vor allem die felsmalereien und ein Bad in
den Cascades lohnen sich. Am Abend hat Michi dann auf dem Männerklo den
ersten Klofrosch entdeckt, ich hab ihm aber nicht wirklich abgenommen dass
da ein Frosch auf dem Klo oder besser unterm Klorand wohnt…das sollte
sich aber ändern. What
is Ozzy Osbournes real name? John Michael Osbourne 30.
September Nach
einer ruhigen Nacht mit einige Mossies und gemütlichem Outdoor Frühstück
hatte ich meine erste lange Unterhaltung mit einer Australierin beim Spülen.
Ich find es immer wieder irre wie schnell einem die komplette
Familiengeschichte erzählt wird und wie schnell man mit den Aussies in
Kontakt kommt. Verglichen mit Deutschland ist die ganze Atmosphäre
einfach klasse und man guckt nicht stier nur vor sich hin und sagt nicht
mal hallo. Nach Austausch der Reisepläne, Familiengeschichte und diverser
Geschichten über Tierbegegnungen im Outback bin ich dann mal schnell aufs
Klo und war beim Spülen ein bisschen irritiert als da war grünes die
Beine unterm Kloschüsselrand vorstreckte. Nicht nur das Männerklo hat im
Lawn Hill einen Hausfrosch, das Pendant hockt auf dem Frauenklo und wenn
das Ding quakt gibt das ein ziemlich lautes Echo! Da man so was ja nicht
jeden Tag sieht mussten wir das natürlich in Action auf Video festhalten,
keine sorge der Frosch wurde nicht runtergespült und ist hinterher wieder
„heim“ geklettert. Den Morgen verbrachten wir noch mit einer kleinen
Wanderung in der Lawn Hill Gorge bis zu den kleinen Wasserfällen
stromaufwärts. Danach ging es wieder zurück zum Gulf Savannah Track,
vorbei an einem Roadhouse mit verdammt guten Burgern und besorgten
Besitzern (not hungry, no meat?!?strange girl...) zu den Leichhardt Falls.
Den Abstecher kann man sich zur Trockenzeit sparen, sind zwar nur ein paar
Meter aber es fließt sowieso kein Wasser. Nächster Stopp auf dem Weg auf
die Cape York Halbinsel und zur Ostküste war Normanton, hier gibt es
einige Bottle Shops, viele Angelläden und die unfreundlichsten Leute im
Supermarkt. Ich empfehl Euch gleich nach Karumba am Gulf von Carpentaria
zu fahren, hier ist mehr los und es gibt einige recht nette Campgrounds.
Unsrer war direkt am Strand gelegen und wir musste zum Sonnenuntergang nur
kurz über die Straße – ein herrliches Schauspiel wären da nicht die
Sandfliegen! Abendessen war Seafood in der Sunset Tavern – hingehen!!!! 1.
Oktober Erst
mal eine ausfürhliche Dusche genießen, mit Musikuntermalung und im plüschigen
Ambiente. Die Sachen waren im Auto wieder schnell verstaut und es konnte
losgehen, die Herausforderung des Tages war es, den Weg auf die Peninsula
Developmental Road zu finden. Auf der Karte eine kleine gestrichelte Linie
und die Frage war, ob es zu den Strichen auch Schilder geben würde. Die
ersten Kilometer bis zu Abzweigung sind halbwes gut ausgebaut (nicht
geteert und ziemlich holprig) und gehören zu einer Alternativroute des
Savannah Way. Viele viele Kühe und wenig Gegenverkehr, sonst wieder mal
Termitenhügel, Sand, Staub und Savanne. Die Abzweigung nach Koolatah,
Oriners und Dixie ist ziemlich einfach zu finden, die Strecke wird dann
aber schnell richtig miserabel und wir kamen nur mit 20km/h voran.
Landschaftlich reizvoll ist die Strecke nicht und die knapp 260km zogen
sich nahezu endlos hin – vor allem weil man die Hoppelei bald satt ist
und sich die Zahnplomben schon nach 50km langsam zu lösen drohen. Dem
Sonnenuntergang fuhren wir also wieder mal entgegen und unser Plan an dem
Tag noch weiter nach Norden in Richtung Chili Beach zu fahren wurde schnell
begraben. Aus Campgroundmangel übernachteten wir am Musgrave Roadhouse
auf der eingezäunten Wiese und zum Abendessen gabs Burger und Ginger Beer
bei laufendem Fernseher. 2.
Oktober Halb
wach bekamen wir den Aufbruch jeder Menge Mitcamper mit, die entweder rauf
zum Cape fahren wollten oder auf dem Rückweg vom Cape waren. Aus
Zeitmangel und weil die Strecke bis hinter Bamaga zu lange war, hatten wir
schon vor dem Start zuhause in Deutschland entschieden, dass wir nur bis
zum Chili Beach fahren wollten. Wäre auch bestimmt ein guter Plan gewesen
und der Strand soll die Fahreri auch wert sein, bloß dooferweise hatten
wir uns irgendwoe zwischen Karumba und Musgrave die äußere Gummihülle
einer Reifen aufgeschlitzt. Um nicht mit einem eventuell kaputten Reifen
rumzufahren (Ersatzreifen war nicht identisch mit den aufgezogenen) und im
Notfall noch einen Reifen ind der Hinterhand zu haben fuhren wir trotz
Riss weiter nach Norden, in der Hoffnung in Coen einen Reifen
aufzutreiben. Tja, die 100km hätten wirs uns sparen können, denn in dem
Kaff gabs keinen gleichen Reifen (wir hätten einen gleichen gebraucht,
sonst wär gleich noch mal einer fällig gewesen um das Auto wieder mit 4
identischenzurückzugeben) und fuhren deswegen kehrtwendend wieder zurück
nach Musgrave und dann Richtung Süden in den Lakefield national Park. Der
erste Eindruck waren die schon von weitem sichtbaren Rauchschwaden eines wütenden
Buschfeuers, das ab und an dafür sorgte, dass man kaum mehr was sehen
konnte. Entlang der Straße war alles schwarz und verkohlt und ab und an züngelten
noch Flammen aus umgefallenen Baumstämmen. Der lakefile NP an sich war
entgegen meinen Vorstellungen eher wüstenartig, keineswegs tropisch!
Entlang des Weges (der miserabelst ist – mehr Zeit einplanen) gibt es
immer wieder kleine Homesteads und diverse Bushcamps. Vorbei an uralten
Mangobäumen (de reifen waren schon weg, die unreifen noch ungenießbar)
steuerten wir unser Tagesziel an, den Kalpowar Campground für den an sich
bei der Lakefield Ranger Station registrieren muss. Der Platz ist verdammt
schön, großügig angelegt und über dem Kalpowar River gelegen. Es
hoppelten einige Kängus rum und trotz vieler Warnschilder war leider kein
Kroko zu sehen. Erwähnenswert ist auch ds Klosystem Hybrid, besser als
jedes Plumpsklo und vor allem auch bei Wind sehr geruchsneutral!
3. Oktober Gähn, aufstehen und Weiterfahrt durch eine Landschaft voller Termitenhügel. Immerhin wird die Straße aber de Lakefiel Ranger Station sehr viel besser, so dass mit mit mehr als 30km/h voran kommen kann. Auf dem Weg Richtung Süden kommt man automatisch an Old Laura, den Ruinen einer alten Station vorbei, auch hier stehen herrlich große Mangobäume. Statt durch den Lakefield direkt nach Cooktown zu fahren entschlossen wir uns zu einem kleinen Umweg nach Laura um die Split Rock Art Galleries zu besuchen. Diese Felsgalerien am Hügel rechts der Straße sind einfach zu erreichen und lohnen in jedem Fall einen Abstecher. Die Bilder sollen bis zu 40.000 Jahre alt sein und stellen diverse Geister der Aborigines dar. Mir persönlich gefallen aber die verschiedenen Fischzeichnungen dort am allerbesten. Das beste überhaupt war aber die Outback Familie, die wir auf dem Rückweg trafen. Er barfuß und mit Vollbart, 4 Kinder und 2 Hunde - alles eingepackt in einen Offroad Camper mit LKW Format.
Auf der Weiterfahrt Richtung Cooktown ist abgesehen vom Black Mountain NP (schwarze Felsen mitten im Nichts) nicht viel geboten, man sollte sich aber trotzdem in jedem Fall nach Cooktown wagen, hier gibt es nämlich am Hafen lecker Fish and Chips! Außerdem sieht man zum ersten Mal wieder weiße Wolken, die wie Watte über den Hügel hängen und endlich erahnen lassen, dass man in den Wet Tropics ist. Was danach kam ist mit Abstand das Best überhaupt gewesen: Der Bloomfield Track (nur 4WD). Ca. 20km nach Cooktown biegt linkerhand eine Strasse nach Cape Tribulation ab, die um einiges schönes ist als der Highway. Schon nach wenigen Metern ist man umgeben von dichter Vegetation und vergessen sind die Termitenhügel und die rote Erde von Cape York. Die Straße wird kurviger und immer enger und führt in wilder Fahrt auf und ab, meistens sieht man nicht mal den Himmel weil die Bäume selbst die starke australische Sonne abhalten. Im Halbdunkel fährt man durch ein kleines Märchenland, genauso hatte ich mir den Regenwald auch vorgestellt. Überall Gestrüpp und grünes Dickicht, meterhohe Bäume und jede Menge Farne. Das Auf und ab ist manchmal so abenteuerlich, dass man sich wirklich wie in der Achterbahn fühlt und man überwindet immer weitere Hügel und fährt dann wieder Richtung Meer aber statt das Meer endlich mal zu sehen kommt nur der nächste Hügel. In einem Tal kommt man dann zur Wujal Wujal Community und den Bloomfield Falls. Der Weg war früher bei Flut unpassierbar stell aber heute keine Probleme mehr dar, da man eine neue Brücke gebaut hat und man nicht mehr durch das Flussbett fahren muss. Die Wasserfälle sind auch in der Trockenzeit ein Schauspiel. Cape Tribulation an sich hatte ich mir anders vorgestellt, statt viel Strand gab es nur dichten Regenwald, eine enge Straße und total versteckte Häuser. Da es schon dunkel war entschieden wir uns die Nacht auf einem der allesamt nicht wirklich tollen Campground zu verbringen. Der Cape Trib Camprground gegenüber vom Supermarkt bietet sogenannte Jungel Sites, heißt auf deutsch man muss aufpassen was von oben runterfällt und das Tageslicht wird man auch fast nie sehen. Immerhin wars herrlich mal wieder ne Dusche zu haben. Es gibt auch einen National Park Campground, den muss man allerdings im voraus per Internet buchen, daran also rechtzeitig denken!
4. Oktober Cape Tribulation kann man von der Straße aus fast nicht sehen, deswegen sollte man unbedingt den Myall Boarwalk machen und auch mal ein paar Meter am fast menschenleeren Strand laufen. Ein tropisches Idyll, strahlender Sonnenschein, türkisfarbenes Wasser aber leider Quallengefahr. Am Strand stehen überall Warnschilder und auch die obligatorische Flasche Essig (wenn ein Stinger stingt dann hilft außer Essig nichts mehr) machen deutlich, dass man sich im Wasser nicht unbedingt ohne Stinger Suit vergügen sollte. Die Einheimischen scheren sich darum zum Teil gar nicht und gehen ohne - angeblich ist auch noch keinem was passiert. Vielleicht haben aber auch die Quallen ein Radar für Touristen und lassen die Einheimischen links liegen. Die Boardwalks, die es wie Sand am Meer entlang der Küste gibt sind teilweise interesant aber nach 2 ist man meist ein wenig überinformiert. Es lohnt sich aber schon, sich die vrschiedenen Gewächse mal erklären zu lassen und auch die Mangrovensümpfe anzusehen, die mir ihren bizarren Wurzeln wir Wesen aus einer anderen Welt wirken. Von dieser Welt ist dagegen das Eis in der Tropical Fruit Icecream Factory - seeeeeehr lecker! Auf der Uferstraße fuhren wir dann von Cape Trib Richtung Port Douglas und dann nach Cairns. Zu Port Douglas kann man nur sagen: Elitär. Es werden an allen Ecken Appartementanlagen aus dem Boden gestampft und die noblen Läden der Hauptstraße sind eher auf das anspruchsvolle und eher vermögende Publikum ausgerichtet. Natürlich gibt es auch ein paar Surfshops wo man auch als Normalsterblicher einkaufen kann. Tipp: Paul Frank Shirts in allen Größen, Farben und Varianten, Billabong und Ripcurl zu günstigeren Preisen als in D. Die Galleries sind teurer als in Cairns.
Der Weg nach Cairns ist nicht so aufregend, überall Zuckerrohrfelder und immer mehr Häuser - so viel Zivilisation war ich gar nicht mehr gewöhnt. Aufgrund mangelnder Auswahl mussten wir dann in Cairns in einem Big4 übernachten, zwar kein supertoller Platz aber stadtnah und mit Waschmaschinen und Trockner. Zum Abschluss des Tages gab es dann ein leckeres Menü im Red Ochre Grill, immer wieder ein Erlebnis! 5. Oktober Cairns hatten wir uns ja schon beim ersten Stopp gründlich angeschaut, so dass wir an diesem Tag nur noch ein bisschen rumgeschlendert sind und dann zur Skyrail Haltestelle gefahren sind. In der Nähe von Cairns befinden sich die Athenrton Tablelands, ein Hochplateau nicht mal 30km von Cairn entfernt. Da viele Cairnser gerne einen Wochenendausflug machen und auch viele Touristen gerne zu den Tablelands fahren, haben sich schlaue Leute einfallen lassen, eine Skyrail zu bauen. Völlig überteuert! Darum ging mit dem Auto gleich die steile Straße Richtung Kuranda, dem Hauptort der Tablelands und Endstation der Skyrail. Wer mobil ist sollte unbedingt zu den Barron Falls fahren und die 15 Minuten zur Aussichtsplattform laufen, der Anblick ist gigantisch und selbst bei Trockenheit plätschert das Wasser nicht nur vor sich hin sondern fällt tosend über mehrere Stufen in die Tiefe.
In der "Stadt" sind wir dann in einer der Gallerien gelandet und haben wild eingekauft, herzlichen Dank an Maggie ( Ihr erstes Verkaufsgespräch)! Preise sind zwar nicht so günstig wie in Alice Springs aber auch in Kuranda bekommt man Central Desert Art und nicht nur die für die Ostküste typischen Bilder mit viel "Schnörkel". Ich bin und bleibe einfach Fan der Dot Paintings! Kaum eingekauft mussten wir feststellen, dass man es auf den Tablelands sehr gemütlich mag, denn um 4.30 Uhr sind alle Läden dicht! Bepackt mit unseren frisch gekauften Kunststücken fuhren wir dann zum Davies Creek Campground, die Straße dorthin zweigt ca. 15km hinter Kuranda links ab (4WD) und nach dem städtischen Trubel ist der Campground eine Oase der Stille. Hier muss ich mich jetzt kurz mal über unseren Reiseführer auslassen, ich habe mich eigentlich jeden Tag aufgeregt, weil die Informationen in dem Ding einfach lächerlich sind. Keine Kilometerangaben die stimmen, wirre Beschreibungen und alles was interessant ist wird mit keiner Silbe erwähnt. Ich empfehle immer noch die Travel Know How Bücher und sonst keinen Führer, vor allem keinen mit orangenem Cover.....einzig der Tipp des Davies Creek Campground war gut, versöhnte mich aber immer noch nicht zu 100%. Davies Creek muss man nicht vorreservieren, wer aber früh kommt bekommt leichter eines der schönen Plätzchen mit Feuerstelle und Bank direkt am Bach. Die Ruhe war herrlich, der Bach plätscherte eisig kalt vor sich hin und der Himmel war wieder sternenklar. Die Feuerstelle grillte leckeren Barra und zum Nachtisch gabs local Paw Paw - ich liebe Australien!
6. Oktober Nach einem extrem erfrischende Bad im Bach (arme Fische, sind total erschreckt) lohnt sich die Fahrt zu den Davies Falls nicht unbedingt, hchstens in der Regenzeit fliegt hier so viel Wasser, dass es ein Schauspiel gibt. Also zurück auf die Hauptstraße und nach Mareeba - vorher aber bitte unbedingt eine Abstecher zu den Emerald Creek Falls machen, lohnt sich. In Mareeba kann man sich als Coffeeholic in den Coffee Works eineiges zum Kaffeeanbau und zum Rösten erklären lassen und nebenbei noch zig Sorten Kaffee probieren und leckere Schoko-Bohnen testen. Man sollte alelrdings hinterher damit rechnen, einen ziemlichen Kaffeerausch zu haben und der ist nicht besser als jeder Alk-Rausch! Um den Rausch mit frischer Luft zu bekömpfen bietet sich ein Ausflug in die Granite Gorge an, wo man mit einer handgezeichneten Karte zwischen den Granitfelsen rumklettern kann und mit ner Tüte Futter dann die kleinen Wallabies füttern. Wer Glück hat sieht auch eine Mama mit Kind und wer Pech hat wird von den kleinen Wallies regelrecht umgeworfen! Die Atherton Tablelands haben viel zu bieten, nächster Stopp war The Crater, ein tiefer Vulkankrater, dessen See aussieht wie grüne Grütze. Die Fahrt durch die Tablelands macht einem wieder einmal klar, wie unterschiedlich die Landschaften Down Under sein können, eine Tag vorher war man in der Steppe, dann gleich im Regenwald und danach ist man im Allgäu - alles innherhalb kurzer Zeit! Ein absolutes Muss ist der Waterfall Circuit auf dem Rückweg zur Küste, ein 12km langer Weg führt zu 3 Wasserfällen, die recht nett und idyllisch sind. Eine der wenigen Übernachtungsmöglichkeiten entlang der Strecke bevor man wieder auf den Highway stößt ist der Henrietta Creek National Park Campground. Die Plätzchen liegen entweder im Regenwald (finster) oder fast direkt an der Straße, die Horse Flies gibt es überall und ich sag Euch, die Dinger hasse ich!
Ach und noch was, an dem Tag haben wir den Ausflug mit Mataray zm Schnorcheln und nach Whiteheaven Beach reserviert, wer zum Wochenende kommt sollte eineige Tage vorher anrufen um sicher zu gehen, dass man auch noch nen Platz kriegt. 7. Oktober Letzter Stopp auf den Tablelands war Innisfail, hier unbedingt an einem der Straßenstände anhalten und Paw Paw, Bananen oder sonstiges Obst kaufen - superlecker! Zurück auf dem Highway lohnt sich der Abstecher nach Mission Beach nicht wirklich und man sollte eher gleich wieter Richtung Tully und Cardwell fahren. Auch der Stopp bei Frosty Mango ist nicht zwingend - weder tolle Mangos noch tolles Eis, eisig ist auch die Atmosphöre dort! Schnell also weiter nach Townsville und Tagesziel Bowling Green Bay NP und der dortige Campground und vor uns lag eine ereignisreiche Nacht....keien Ahnung wann fingen nämlich unsere Nachbarn einen heftigen Streit und und es fielen Sätze, die so viel fuck und fucking enthielten, dass ich den Sinn des Ganzen gar nicht rausgehört habe. Es sind bestimmt auch die armen kleinen Possums erschreckt bei dem Krach - irgendwann kam dann auch die Polizei, das hab ich aber erst am nächsten Morgen mitbekommen.
8. Oktober Fucking Nachbarn mit Ihrem doofen Rumgebrülle - ich hab immer miese Laune wenn ich schlecht geschlafen habe. Bei einem kleinen Schwätzchen im Waschhaus habe ich dann auch die Details der Nacht erfahren. Scheinbar muss ein Typ auf Frau, Kind und Freund losgegangen sein und ist dann irgendwann in den Wald geflüchtet. Die Frau ist samt Kind im Auto verschwunden und ward an dem Morgen nicht mehr gesehen. Die Polizei muss dann noch ein bisschen den Wald nach dem Irren abgesucht haben, leider ohne Erfolg. Wir wollten keine Minute zu lange auf dem an sich recht netten Platz bleiben, packten schnell zusammen und fuhren Richtung Airlie Beach. Die Strecke war wieder mal ziemlich lang und so kamen wir in der Abenddämmerung in Airlie an - wieder Big4 Campground und wieder zum Abendessen Fish and Chips. Die ganzen Campground in Airlie sind recht kommerziell, der Big4 hat zumindest noch halbwegs abgetrennte Plätze, der Nachbar sieht einem aber trotzdem ohne Probleme auf den Teller. 9. Oktober Früher als sonst mussten wir diesmal aufstehen um rechtzeitig abholbereit zu sein. Um 8.30 Uhr kam dann Hermy, die österreichische Besitzerin vom Mantaray Chartes und brachte und zusammen mit einem australischen Pärchen zur Marina. Das Schiff war bis auf den letzten Platz gefüllt, an Bord war ein buntes Sammelsurium von Nationalitäten, Holländer, Kanadier, Australier, Österreicher, Engländer und eben Deutsche. Erstes Ziel war Whiteheavean Beach und der Hill Inlet Lookout. Die Fahrt bis zur Tongue Bay dauert knapp anderthalb Stunden, in denen wir plauderten und mit Stinger Suits ausgestatte wurden (kosten extra). In etwas 20 Minuten läuft man dann vom Strand aus zum Hill Inlet Lookout, immer umkreist von einer Handful Horse Flies die mich immer besonders gern haben. Die Aussicht ist besser als alles andere - unter einem liegt Whiteheaven Beach wie im Bilderbuch gemate Farben. Klares, strahlendes Türkis und reinstes Weiß - vor allem bei Ebbe ist der Anblick atemberaubend schön und selbst Bisse von Horse Flies sind nur noch Nebensache. Nachdem wir uns satt gesehen hatten ging es direkt zum strand, wo wir 2h rumlümmeln und schwimmen durften. Man sollte bitte nicht unterschätzen, dass es trotz Wind ziemlich heiß ist und die Sonneneinstrahlung ziemlich intensiv - das hatte ich nämlich leider vergessen und mir nen fetten Sonnenbrand eingefangen. Zurück auf dem Boot geht es dann bei fast allen Touren noch schnorcheln (bei uns Border Island) - diesmal in der Wurstpelle, die aber auch gleichzeitig dafür sorgt, dass man keinen noch schlimmeren Sonnebrand kriegt. Mit den Floating Sausages muss man nicht man viel tun außer zu atmen und sich treiben zu lassen, das Riff zu genießen und die vielen bunten Fische zu bewundern. Danach ist es schon später Nachmittag und die Rückfahrt steht an - leider viel zu früh! Mit Sonnenbrand, vielen Bildern im Kopf und ein bisschen ko kamen wir dann wieder auf dem Campground an und haben uns einen sehr gemütlichen Abend gemacht, bisschen im Pool planschen, was essen und früh ins Bett.
10. Oktober Dieser Tag ist ziemlich schnell abgehakt - FAHREN, fahren, fahren und nochmal fahren zu weit wie möglich. Übernachtung in Miriam Vale (eigentlich ne Tanke aber mit angebautem Campground) - kein toller Platz aber wenigstens nicht direkt an der Straße und Possums haben wir auch mal wieder gesehen. 11. Oktober Der letzte Höhepunkt der Reise steht an, die Überfahrt nach Fraser Island, der größten Sandinsel der Welt. Da Da die komplette Insel ein Nationalpark ist kommt man ohne Permit für Wagen und Campen nicht auf eine der Fähren. Die Permits kann man sich an den Fähranlegestellen kaufen - wobei wir schon beim ersten Problem sind. Es fahren mehrere Fähren auf die Insel und man sollte sich genau informieren wann welche von wo und nach wo fährt. Es gibt zwei Hauptanlegestellen, einmal Hervey Bay und dann noch River Heads - es ist auch möglich die unterschiedlichen Fähren zukombinieren, man sollte auf jeden Fall frühzeitig die Karten holen. Die Überfahrt ist ziemlich angenehm und dauert bis zur Kingfisher Bay knapp 40 Minuten. zusammen mit jeder Menge Trucks und halben Allrad LWKS wälzt sich dann die Autolawine von der Fähre auf die Insel. Vorbei am Kingfisher Resort (halbe Stadt) geht es dann die ersten Dünen hinauf und man bekommt einen ersten Vorgeschmack auf das Fahren im Sand. Glücklicherweise sind wir nicht stecken geblieben und haben es heil bis zum "Highway" 75 Mile Beach (dem Strand an der Ostseite von Fraser Island) geschafft. Es wurde schon dunkel und wir haben uns hinter den Dünen ein Plätzchen gesucht - leider wieder mit Horse Flies aber idyllisch ruhig und windgeschützt.
12. Oktober Am Himmel einige dunkle Wolken und es sollte ein interessanter Tag werden. Bei Ebbe sind wir bis zum Maheno Wreck gefahren und wollten eigentlich danach zum Lake Allom. Der Weg dorthin war aber dermaßen sandig und mies, dass wir nach nicht einmal er halben Strecke umgekehrt sind. schlechte Entscheidun. 1km später steckten wir dann zum ersten Mal im Sand fest - saublödes Gefühl. Glücklicherweise sind alle Wege One Way mit nur einer Spur, leider war auch nach einer halben Stunde Buddelei noch keine Hilfe in Sicht. Es war klar, dass wir ohne fremde Hilfe nicht rauskommen und warten mussten. Nach ca. 40 Minuten begann dann der Stau - es waren auf einmal 4 Autos da und alle wollten uns schnell aus dem Weg räumen. Das stellte sich aber als ein wenig schwierig raus, der erste Versuch endete damit, dass der Helfen selber feststeckte und es brauchte mehr als 5 Versuche bis der Wagen endlich wieder frei war und wir weiterfahren konnten. Das beste war allerdings, dass ich in dem Sand wie doof gebuddelt hab um die Reifen frei zu kriegen und hinterher dann ein paar nette Skorpione rumliefen - zum Glück hab ich das erst hinterher gesehen. Mit mulmigem Gefühl im Magen fuhren wir noch zur Rainbow Gorge, zur Central Station, Lake McKenzie und schlussendlich zum Tagesziel dem Lake Birrabeen. Hier im Auto zu übernachten ist ein bisschen doof - es gibt einen eingezäunten Platz zum Campen, wer im Auto schläft muss sich auf den Parkplatz stellen und alles rein- und raustragen. Die Vorabreinigung des Autos stand an dem Abend auch auf dem Programm und es war schlicht unmöglich den feinen roten Staub aus den Ritzen zu bekommen.
13. Oktober Der letzte richtige Down Under Tag und Abgabetag fürs Auto. Darum hieß es erst mal früh aufstehen, Reste entsorgen und schnell wieder zum 75 Mile Beach und Fahrt zum Hook Point, vo wo ab wir die Fähre aufs Festland nehmen wollten. Alles lief super, wir kamen hervorragend voran und lagen perfekt in der Zeit bis wir einen Kilometer vor der Anlegestelle der Fähre mal wieder stecken blieben. Erst mal 5 Minuten fluchen, keine Auto in Sicht, keine Chance den Wagen auszugraben und dann total Resignation. Michi ging dann zu Fuß zur Fähre um irgendwie Hilfe zu holen, leider ohne Erfolgt. Einer der Ranger wollte uns ebenfalls nicth helfen, weil die das anscheindedn nicht dürfen. Ob das stimmt oder ob er einfach keine Lust hatte weiß ich nicht, jedenfalls musste er nachdem er angehalten hat auch erst mal sein Auto wieder frei kriegen - Strafe muss sein. Einige bange Minuten später kam dann der Retter - ein australisches Ehepaar auf Angeltour und nach nur 4 Minuten fuhren wir wieder - die Fähre kam dann auch bald und wir konnten endlich wieder fahren ohne Angst haben zu müssen, sich fest zu fahren. Nachdem Haggie einer Grundreinigung unterzogen wurde stank auch nicht mehr alles nach dem Schlick vom Strand und nachdem dann auch noch die Reifen wieder auf Normaldruck gebracht waren, konnten wir die letzten Kilometer nach Brisbane in Angriff nehmen. Fraser Island ist superschön und ich würde gerne noch mal mit ein bisschen mehr Zeit dorthin gehen. Dann aber bitte mit vernünftigem Auto (leichter und mit Winde etc.) - ich hab keine Lust noch mal dort stecken zu bleiben.
Auf dem Highway Number 1 nach Brisbane und je näher die Stadt kam desto näher rückte auch das Ende des Urlaubs und wieder muss ich sagen, dass ich grade jetzt beim Schreiben nen echten Kloß im Hals habe und am liebsten gleich wieder fliegen würde! Jetzt aber noch schnell zu Ende erzählt, Auto abgegeben (mit Schlitz im Reifen und keiner hats gemerkt) und per Taxi ins Hotel - schnell umziehen und Erkundungstour durch Brisbane und letzte Einkäufe. Für die stadt reicht ein halber Tag locker, dann kann man sich mit den City Cats chauffieren lassen, das alte Expo Geländer besuchen und noch schön Einkaufen. Damit der Abschied leichter fällt hat es passenderweise genau den diesem letzten Abend angefangen zu regnen! THE END Noch
nicht ganz zu Ende, ich muss nochmal sagen wir sehr ich Australien schon
wieder vermisse. Die Farben sind leuchtender und die Weiter des Landes
beeindrucken mich immer wieder. Eins steht jetzt schon fest: Selbst
ein Tag Down Under ist es wert, sich 24h in ein Flugzeug zu quetschen!
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| Der Weidenzweig wird durch die Last des Schnees nicht gebrochen. |