Rund um Tokyo Station

 

Der Dreh- und Angelpunkt der Ausflüge im Großraum Tokyo war das japanische Hotel Yaesu Ryumeikan ca. 10 Minuten von Tokyo Station entfernt. Für die 2 Wochen hatten wir ein nettes traditionelles Zimmer und natürlich japanisches Frühstück. Auch wenn das Hotel eine englische Internetseite hat und angeblich alle Englisch können....bei hello und good morning ist der Wortschatz schon erschöpft. Sollte einen aber nicht stören, denn auch mit Händen und Füßen kann man sich verständigen, ein bisschen Japanisch kann sehr hilfreich sein. Außerdem sind Service und Freundlichkeit absolute Spitzenklasse und die Lage an sich ist wirklich nicht zu toppen. Großes plus: 3 Starbucks gleich um die Ecke!
http://www.ryumeikan.co.jp/index-e.htm

Ginza


Unser Hotel lag nur ca. 10 Minuten zu Fuß vom Anfang der Ginza entfernt. Die Ginza an sich ist was das Einkaufen angeht ziemlich uninteressant - Chanel, Gucci, Prada, Cartier sind einfach nicht so ganz meine Preisklasse. Trotzdem finde ich das Gefühl über eine der bekanntestens Straßen der Welt zu flanieren ziemlich nett und man hat auch genug zu gucken - ein dicker BMW hier, ein fetter Mercedes da und jede Menge Japanerinnen, die nicht laufen können und bei deren Anblick jeder Orthopäde vermutlich in Ohnmacht fallen würde. Ja definitiv, ich bin wieder in Tokyo!

Die Ginza bei Nacht ist ein herrliches Lichtermeer, beruhigenderweise kann man sich als Frau durchaus auch nachts alleine auf die Straße trauen. Besonders schön sind allerdings die kleinen Seitestraßen die von der Ginza abzweigen und in denen man das andere Gesicht Tokyo entdecken kann. Hier herrscht nicht mehr der cleane Schick sondern der chaotische Charme von hängenden Stromleitungen, kleinen Restaurants, alten Läden und engen Gassen. Im Sommer kann es auch durchaus passieren, dass man mitten in einem Straßenfest landet. Zurück auf der Ginza lohnen sich Streifzüge durch die einzelnen Kaufhäuser - immer erst in die Lebensmittelabteilung, sowas kennt man bei uns nicht und dann rauf auf den Dachgarten und die Aussicht über Tokyo genießen. Was auch absolut klasse ist, sind die Abteilungen mit den Kimonos, die gut und gerne mal 10.000 Euro kosten können, die passenden Schuhe gibt es dann für schnäppchenmäßige 1.000 Euro gleich dazu. 

 

Kaiserpalast




Der Kaiserpalast an sich ist für die Öffentlichkeit leider nicht zugänglich. Man kann jedoch nur wenige Minuten von Tokyo Station entfernt einen kleinen Blick auf einen Turm des Palastes werfen. Man überquert die mehrspurige Straße, die rund um den Palast führt und gelangt zu einem der bekanntesten Fotomotive -erkennbar an den vielen Touristenguppen, die zur Brücke oben auf dem Foto führen. Ansonsten ist das Ganze recht unspektakulär, allerdings bieten sich die östlichen Kaisergärten oder auch die Grünflächen vor dem Kaiserpalast zum Ausruhen in der Hektik Tokyos an. Man kann hier ein bisschen raus aus dem Betonmeer und das Grün der Bäume genießen, den Vögeln lauschen und den Lärm der statt hinter sich lassen. Der Eintritt in die östlichen Kaisergärten ist übrigens umsonst, man bekommt am Eingang aber eine Plastikkarte, die man beim Rausgehen einfach wieder abgeben muss. Die Wege durch die Gärten führen vorbei an alten Wachhäusern und Kontrollpunkten, vorbei an den dicken Mauern, die den Kaiser früher gegen Eindringlinge schützen sollten.

Nihonbashi


Nihonbashi war einmal der Ausgangspunkt aller Straßen, die aus Tokyo herausführten. Heute erinnert nur noch eine Gedenkstelle an die alten Zeiten, wenn man nach oben blickt, sieht man keinen Himmel sondern nur einen der Stadtautobahnen, die auf Stelzen quer durch Tokyo führen. Die alte Brücke ist mit diversen Statuen und Laternen geschmückt, unter der Brücke fließt der Sumida träge und ziemlich dreckig Richtung Meer. 
Gleich hinter der Nihonbashi liegt Tokyos ältestes Kaufhaus - Mitsukoshi. Selbst wenn man eigentlich nichts kaufen will lohes sich auf jeden Fall, die Kaufhäuser zu durchstreifen. In der Hauptfiliale des Mitsukoshi lohnt sich ein Blick in die Eingangshalle, wo diese riesige Figur steht.


Ebenso sehenswert und probierenswert ist die Lebensmittelabteilung, wo man bei den einzelnen kleinen Verkaufsständen meistens mal probieren darf. 

Tokyo Station


Der Bahnhof in Tokyo passt eigentlich so gar nicht nach Tokyo - das Gebäude an sich würde eher nach Deutschland passen. Aber genau deswegen passt es eben wieder nach Tokyo - Widersprüche an allen Ecken und Enden. Wer sich in Tokyo anders als zu Fuß fortbewegen möchte kommt nicht dran vorbei, mit der Bahn zu fahren. Im Prinzip keine große Schwierigkeit, wenn man sich von den Menschenmassen nicht allzu sehr aus der Ruhe bringen lässt. Das Prinzip ist ziemlich einfach, erst mal überlegen wo man hinwill und das Reiseziel auf den Tafel über den Ticketschaltern suchen. Hier fängt allerdings schon das Chaos an - an den größeren Bahnhöfen hängen Karten immer auch in Englisch allerdings gilt das nicht für die kleinen Bahnhöfe. Hier gilt: Entweder in Japanisch aufschreiben lassen, jemanden fragen oder Japanisch lernen (oder können). Hinter dem Fahrtziel steht immer ein Preis, den wirft man dann in den Automaten und erhält das Ticket. Mit dem Ticket geht es dann zum Eingang und das Ticket geht durch die Automaten am Eingang und kommt hinten wieder raus - bitte immer mitnehmen und irgendwo hinstecken, wo man es wieder findet. Ohne Ticket kommt man nämlich am Zielbahnhof nicht mehr raus. Zur Beruhigung muss man noch sagen, dass es nicht schlimm ist, wenn man mal zu wenig bezahlt, am Zielbahnhof gibt es immer sogenannten Fare Adjustment Machines wo man das Ticket aufwerten kann bzw. prüfen kann, ob man genug bezahlt hat. Langnasen haben aber den großen Bonus, dass man von uns nicht erwartet, dass wir a) lesen können und b) das System durchschauen. Wenn man völlig verloren ist gibt es immer einen hilfsbereiten Angestellten der JR oder der Subway Linien, der im Notfall per Taschenrechner verständlich macht, wieviel man noch nachzahlen muss. 

Im Prinzip ist das Bahnfahren also relativ einfach. Naja, eben nur im Prinzip denn in Tokyo gibt es nicht nur die JR (Japan Rail) sondern auch noch Subways und die gehören dann nicht immer derselben Betreiberfirma. Im Prinzip kann man mit der JR und guten Schuhen ganz Tokyo abklappern - wer sich allerdings den einen oder andern Fußweg sparen möchte muss immer wieder Teilstrecken mit den Subways fahren. Um Euch mal einen kleinen Überblick zu geben gibt es hier den englischen Plan für den Raum Tokyo. Am beliebtesten und mit englischen Ansagen der Haltestellen ist die Yamanote Linie, die innerhalb von einer Stunde einmal rund um Tokyo fährt, was auch von Vorteils ein kann wenn man in den Zug in die falsche Richtung einsteigt. Für alle andern Züge gilt, immer den nächst größeren Bahnhof in der gewünschten Richtung im Kopf haben und dann entsprechend das Gleis suchen. Mein persönliches Hobby ist es auch, die verschiedenen Lieder an den Gleisen mitzusingen - jeder Bahnhof hat ne Melodie wenn der Zug hält und die Türen auf sind und die sind manchmal sowas von ohrwurmverdächtig. Nach zwei Wochen Bahn fahren kann es übrigens auch zu seltsamen Verhaltensmustern kommen wie z.B. nachts die Ansagen nachzusagen, die die Einfahrt jedes Zuges begleiten....seufz....ich liebe Tokyo!

Auch wenn viele das Gegenteil behaupten, ich denke wenn man wirklich mal in Tokyo gewesen sein will muss man sich von einem weiß behandschuhten Herrn in der Rush Hour zwischen 6 und 8 in einen Zug drücken lassen. Danach muss man dann verschwitzt wie eine Ölsardine mindestens 4 Haltestellen fahren um sich dann an der Zielhaltestelle von hinten nach vorne zur Tür durchzuschlängeln. Dann muss man noch mit den Menschenmassen bis zum Ausgang schwimmen - fertig ist das ultimative Tokyo Abenteuer! 


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