Kamakura

 
Was soll man über einen der schönsten Orte Japans sagen? Ich war jetzt dreimal in Kamakura und entdecke jedes Mal etwas Neues und freu emich über den Charme des kleinen Badeortes, der sowohl Surfern als auch allen Tempeltouristen sehr viel zu bieten hat. Von Tokyo Station aus braucht man mit dem Expresszug nicht mal 60 Minuten bis Kamakura.
 

Kita Kamakura

 
Erster Stopp sollte in jedem Fall in Kita Kamakura sein, von hier aus kann man die herrlichen Tempel im Norden Kamakuras besichtigen und danach zu Fuß in die Stadt laufen. 

Vom winzigen Bahnhof Kita Kamakura geht es den kleinen Weg links der Gleise entlang bis zum ersten Highlight in Kamakura: Dem Engakuji. Durch das imposante Eingangstor betritt man eine Oase der Ruhe - es lohnt sich in kedem Fall sich Zeit zu nehmen um alle Ecken zu erkunden und auch die vielen Stufen zum Glockenturm (Nationaldenkmal) zu erschnaufen. Die Aussicht auf die umgebenden Hügel stimmt schon mal darauf ein, was man im Kenchiji erleben wird. An der Straße entlang immer den Ausschilderungen zum Kenchiji folgen, unterwegs muss man weder verdursten noch verhungern, es gibt genügend Automaten für Getränke und Eis und viele buddhistische Restaurants - Vegetarierparadies Kamakura! 



Der Kenchoji an sich ist fast noch schöner als der Engakuji und es lohnt sich, hinter der Haupthalle links abzuzweigen und dem Weg vorbei an Wohnhäusern zu folgen. Hinter dem Bambuswald beginnt ein Aufstieg der sich lohnt - nicht nur wegen der Aussicht von oben sondern weil sich hierher nicht mehr allzu viele Leute verirren. Die Wächterstatuen am letzten Hügel bewachen einen Shonto Tempel von dem aus man einen ersten Blick aufs Meer erhaschen kann.

An der Straße entlang geht es durch einen kleinen Tunnel abwärts bis man linkerhand auf den Hachimangu Schrein stößt. 
 

Hachimangu Schrein und Kamakura Zentrum

 

 
Der rote Hachimangu Schrein ist eines der Wahrzeichen Kamakuras und die Treppen, die hinunter Richtung Stadt führen sind mit dem Schrein im Hintergrund ein sehr beliebtes Fotomotiv. Unten angekommen steht man vor einem kleinen Pavillon, der im Sommer für Noh Aufführungen benutzt wird. Links geht es zum Lotosteich, der zum Ausruhen nach dem etwas längeren Spaziergang von Kita Kamakura hierher einlädt. Richtung Stadt ist der Eingang bzw. Ausgang des Schreins mit einem Torii markiert und die rote Brücke ist ebenfalls meist von japanischen Fotojägern belagert. Wer sich noch ein bisschen O-Miyage mitnehmen möchte (Sovenirs!) läuft jetzt nicht die Hauptstraße entlang Richtung Meer sondern nimmt die nächste Querstraße rechts, die parallel zur Hauptstraße verläuft. Hier reihen sich Restaurants, Läden und Souvenirshops aneinander. Probieren ist überall erlaubt und selbst die ekeligen Reiskekse schmecken besser, wenn man den Geruch des Meeres in der Nase hat. Am Ende der kleinen Gasse befindet sich der Bahnhof Kamakura, von wo aus die JR wieder Richtung Tokyo fährt. Allerdings sollte man jetzt  noch unbedingt mit der lokalen Bahn bis zum Bahnhof Hase fahren. Der Eingang zum Zug befindet sich genau hinter dem JR Bahnhof und die Fahrt nach Hase dauert gerademal 5 Minuten. 
 

Hase Dera und großer Buddha

 
Vom B
ahnhof Hase aus ist der erste Stopp der Hase Dera. Sehenswert sind die in Stein gemeiselten Buddhastatuen in der Höhle, die allerdings für Leute mit Platzangst eine echte Herausforderung sein kann. Hinauf geht es über einige Treppen der Haupthalle des Schreins entgegen und wer noch n icht genug hat vom Treppensteigen kann vorbei an vielen kleinen Jiizo Statuen noch höher steigen und die beste Aussicht auf die Bucht von Kamakura werfen.  


 
Weiter an der Straße entlang ging es dann zu einem alten Bekannten - dem Daibutsu von Kamakura. Versteckt hinter Bäumen und von der Straße aus nicht sichtbar kommt man um eine Kurve und da sitzt er - genauso schön wie immer und durch die Wolken am Himmel perfekt in Szene gesetzt. Ich weiß nicht wieso, aber diese Buddhastatue gehört zu den schönsten Dingen, die ich je gesehen habe und ich könnte stundenlang bloß dasitzen und das Ding anstarren. Für den durchschnittlichen Europäer etwas unheilig ist wohl, dass man die Statue auch von innen angucken kann und es hinten fensterähnliche Lüftungsklappen gibt. Naja, ist halt keine Kirche  und nicht der Vatikan - zum Glück! 



Das losreißen vom Buddha fällt diesmal genauso schwer wie immer, aber nachdem ich noch eine Packung Buddha-Süßigkeiten (gefüllt mit Bohnenpaste in Buddhaform) gekauft habe ging es weiter Richtung Strand. Nur zurück zum Bahnhof Hase und dann immer geradeaus bis man Sand zwischen den Zehen spürt. 
 

Strand

 


Der Strand von Kamakura ist ein Eldorado für Surfer, dich noch für den North Shore Hawaii üben oder sich dne Flug nicht leisten können. Vor allem am Nachmittag wimmelt es von Surfern, braun gebrannt wie sonst nirgends in Japan. 

Die langsam untergehende Sonne kann man hier herrlich genießen und sich nach der Lauferei die Füße im Meer abkühlen, bloß vorsichtig dass man keine Algen oder sonstiges Zeugs erwischt - das Meer an sich ist hier nämlich nicht wirklich sauber. Am Meer entlang lässt es sich gemütlich in Richtung Hauptstraße schlendern von wo aus man in 20 Minuten wieder am Bahnhof Kamakura ist. Vor der Heimfahrt gab es dann noch Okonomiyaki - ich finds lecker, meine Mutter hatte ein bisschen Respekt vor den sich in der Hitze bewegenden Bonito Flocken. Ko und mit nem ordentlichen Sonnenbrand ging es mit der JR wieder nach Tokyo. Insgesamt sollte man für Kamakura einen ganzen Tag einplanen und früh losgehen - so hat man genug Zeit sich alles in Ruhe anzusehen und an den schönsten Plätzen auch mal eine Pause einzulegen.
 


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