Dezember 2006
31.12.06 Aus dem Spiegel Online: "Dinnel fol One: Tigerfell-Trick am gelben Meer"

Dinner for One" gehört zu Silvester wie Freddie zum Tigerfell und schlägt in der Beliebtheit längst die Neujahrsansprache der Kanzler. Auch in China hängen die Fans gebannt am Fernsehschirm - dank einer kleinen Gemeinde von deutschen Auswanderern. Der TV-Klassiker "Dinner for One" hat die ehemalige deutsche Kolonie Qingdao am Gelben Meer erreicht. In einer deutschen Kneipe wird der Sketch aus dem Hamburger NDR-Studio sehr zu Freude der Chinesen in Originalfassung gezeigt. Das "Mannheimer Eck" in der chinesischen Hafenstadt Qingdao an der Straße Jiangxi Lu 173 ist eine beliebte Anlaufstelle für alle Deutschen und Europäer in der ostchinesischen Hafenstadt. Die Ausstattung ist zwar karg mit gemasertem Kiefernholz-Verschalung und tiefer Decke. Aber das Programm stimmt, seitdem im Jahre 2001 der Mannheimer Willi Werle den bereits 60 Jahre alten Laden übernommen hatte. Der Techniker und gelernte Metzger Werle hatte zuvor für eine badische Firma eine Chemieanlage in Qingdao aufgebaut und sich in eine Chinesin verliebt. Seitdem wird über einen modernen Großbildschirm unter der Decke am Silvesterabend "Dinner for One" in der englischen Originalfassung ausgestrahlt. Wiederum der deutsche Manager einer Straßenbahnbau-Firma hatte die DVD auf "mehrfache Nachfrage" der deutschen Ex-Patrioten mitgebracht. Glühwein verboten, NDR-Dinner noch erlaubt Zu den Biermarken Weihenstephan, Bitburger, Köstritzer oder dem "Tsingtao-Beer" sowie anderer Alkoholika schauen jedes Jahr rund 60 "Dinner for One"-Fans aus Deutschland, Korea, Schweden, der Schweiz und eben auch China den Sketch um die Geburtstagsrunde von Miss Sophie und Butler James. Wärend der NDR und eine beauftragte Firma nach Informationen von SPIEGEL ONLINE immer noch über die Lizenzvergabe der TV-Rechte in das Reich der Mitte verhandeln, wird in Qingdao schon regelmäßig über den Theater-Tiger gestolpert. Auch wenn das Feiern mit abwesenden, weil schon verstorbenen Freunden Miss Sophies, 90, in der chinesischen Tradition der Hausgeister als heikel gilt, amüsieren sich, so Augenzeugen, auch die chinesischen Gäste im Mannheimer Eck zu Quingdao. "Dinnel fol One" hat am gelben Meer seine Fangemeinde gefunden. Andere deutsche Bräuche haben es in der ehemaligen Kolonialstadt des Deutschen Reichs (1898 bis 1914) etwas schwerer. So konnte in der katholischen St. Michaels-Kirche Ende 2006 zwar ein deutschsprachiger Gottesdienst abgehalten werden. Ein Weihnachtsmarkt mit Glühwein und Bratwürsten wurde von den Behörden aber ohne Begründung abgesagt. Repressionen gegen die "Dinner for One"-Ausstrahlung im Mannheimer Eck wurden bis heute nicht bekannt. Deshalb: "Same procedure as last year."
28.12. Treffpunkt Calwer Eck zum Qingdao Revival fuer alle deutschen Kollegen, die uns in Qingdao dieses Jahr ueber besucht haben. Der Abend wurde superlustig, es kamen fast alle die eingeladen waren und wir sassen mit gut 25 Leuten am Tisch. Austausch der Qingdao Geschichten und update was so alles passiert ist, danach noch was trinken gehen und ab nach Hause.

 

27.12. Der grosse Tag des Konsums ist da, ein Tag allein mit meiner besten Freundin in Stuttgart. Viel Kaffee und viele Tueten, das war der Plan. Und ich sags Euch, das hat auch wunderbar geklappt. Frauen stellt Euch nur mal vor, ihr seid fuer 6 Monate eingesperrt und koennt keine Klamotten und keine Schuhe kaufen, dafuer verdient ihr gutes Geld. Dann kommt ihr ins Schlaraffenland und werdet auf die Laeden losgelassen, so ungefaehr gings mir. Na gut, das Schlaraffenland sieht anders aus aber ich hatte hinterher genug zu tragen und endlich wieder Hosen, die nicht zu kurz waren und noch ein paar Schuhe und Pullis und Socken und Strumpfhosen! Dazu einige Laesterstunden im Starbucks und ich fuehlte mich wieder richtig normal. Ich hab Freunde, ich kann mit jemandem reden, ich kann einkaufen gehen ich habe wieder ein Leben....aber leider nicht allzu lange, denn der Rueckflug rueckt naeher.

 

24.12. Weihnachten, ganz normal mit Familie bei meiner Oma. Alle am Tisch, viel zu essen und die Katze aufm Schoss....fuehlte sich viel besser an als die Jahre davor. Von meinen Cousinchen hab ich einen Survival Paket Gutschein bekommen, fand ich total klasse und irgendwie tut Familie schon sehr gut.

 

22.12. Letzter Arbeitstag und endlich mal Zeit am Abend auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. Stuttgart find ich net so toll, ich liebe aber den in Esslingen. An dem Abend gabs ne kleine Geburtstagsfeier und ich hab endlich meine Freunde wiedergesehen, war superklasse aber auch irgendwie komisch. Man sieht sich lange Zeit nicht, schreibt nur Emails und ich hab gemerkt, wer noch nie in China war, der kann nicht nachvollziehen wie es hier ist. Dadurch gehen einem irgendwann auch die Gespraechsthemen aus....

 

20.12. Arbeitswoche in Deutschland, ist schon irgendwie laessig. Morgens nicht mit dem Shuttlebus fahren und flexible Arbeitszeiten haben. Ich hatte mich schon richtig an China gewoehnt. Am Nachmittag gabs noch ne kleine Weihnachtsfeier mit viel Schokolade und Gutsle und langsam aber sicher kam meine Weihnachtsstimmung, aber nur ganz langsam. Am Abends kam dann auch das Ergebnis der Untersuchung...Magenschleimhaut entzuendet und Blutarmut, wusste doch dass was net stimmt!

 

16.12. Strahelnder Sonnenschein, die Berge im Schnee und nicht mal wirklich kalt. Dank Jetlag war ich ein bissle ko und hatte auch keine richtige Lust zum Skifahren. Darum bin ich mit ein paar andern den Berg hochgelatscht und das quer durch den Schnee, immer mit der Sonne im Gesicht und frischer Luft in der Nase. Nach 5 Stunden waren wir dann wieder zurueck auf der Huette und ich nach der Dusche im Bett. Jetlag, Hoehe und zu viel Sauerstoff haben dafuer gesorgt, dass ich von 5 bis um 8 am naechsten Morgen komatoes durchgeschlafen habe.

 

15.12. Freitag frei, erst mal Arzttermin und Blut lassen dann ab nach Oesterreich! Ski faaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahren! Genialstes Wetter und frische Luft und nette Leute, ein Stueck Normalitaet. Im Supermarkt einkaufen und es gibt alles – deswegen gabs abends erst mal ein halbes Kilo Kaese und Vollkornbrot und Salat...mensch hab ich das vermisst. Leider mochte meine Magen das Essen doch nicht mehr, er hat sich wieder lauthals beschwert. Dabei gabs net mal Knoblauch oder Glutamat...

 

13.12. Nachtrag Nach der Odyssee endlich wieder zuhause. Die Sonne strahlt mich an und mein Dad holt mich am Flughafen ab. Die Luft riecht nach nichts und in meiner Hand hab ich ne Tuete mit Brezlen und ein Apfelsaftschorle, da sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Mein Mietauto ist ne Riesenschuessel, ein Seat Altea XL und ich sitz drin, Stuttgart rauscht an mir vorbei und statt richtig happy zu sein bin ich einfach nur ko und irgendwie fuehl ich mich komisch. Ist alles so normal, fast schon unheimlich und kein Auto hupt oder draengelt sich rein. Was mir auch noch auffaellt, ist dass nicht alle Haeuser so super aussehen, wie ich es in Erinnerung hatte. Fast schon wie in China, aber da guck ich dafuer inzwischen nicht mehr drauf weils normal ist. Zurueck in meinem alten Zimmer wars schon schoen, richtig kuschelig und dann meine Mutter, Michi und Oma anrufen, alle freuen sich und ich bin wieder da. Um dem Jetlag ein Schnippchen zu schlagen bin ich mittags erst mal nach Winnenden gefahren, wo ich mich ja fast nicht mehr auskenne. Da gibts auf einmal Klamottenlaeden und noch andere Laeden, bin dann mit meiner Mutter ueber ihre Mittagspause ein bisschen rumgeschlendert und konnte mich bei den Klamotten gar net entscheiden. War irgendwie zu viel Angebot und wieder zuhause zu sein hat mich ein bisschen uberfahren. Beim Schuhe kaufen gings mir dann wieder besser, nach 6 Monate endlich Schuhe kaufen gehen und es gibt alles in meiner Groesse. Fuehlte mich wie Alice im Wunderland! Da ich immer noch net richtig muede war und zuhause weder schlafen noch vor der Glotze hocken wollt, fuhr ich ins Buero um meine Kollegen wieder zu sehen und unter Menschen zu sein. War klasse, alle noch da und alles wie immer.

 

13.12.06 Gestern um exakt 19 Uhr chinesischer Zeit setzte ich mich mit samt  meinen Koffern und Taschen und meinen Skiern ins Firmenauto und  wurde zum Flughafen gefahren, draussen kein Nebel und trotz der Fahrkuenste unseres Chaosfahrers kam ich dort auch an und zwar Viertel vor acht. Alles wunderbar, eingecheckt und hibblig weil ich endlich mal 
wieder nach Hause gehe....6 Monate sind ne lange Zeit. Ich war schon richtig enttaeuscht als der Flieger auf die Minute puenktlich in die Luft ging und bin ganz friedlich eingeschlummert. Flugzeit nach Peking sind immer 60 Minuten, dachte mir aber nichts schlimmes dabei, als wir erst nach knapp 2 Stunden gelandet sind, man weiss ja nie wieviele Schleifen die drehen und immerhin hatte ich ja geschlafen. Auf meinen noch nicht ganz wachen Geisteszustand hab ich auch geschoben, dass ich statt welcome in Beijing welcome in Dali....gehoert hab...hab das aber gleich wieder vergessen. Flugzeug stand also und es kam die Durchsage, dass wir noch nicht rauskoennen. Es kamen sonst keinerlei Durchsagen und ich rief noch munter im Flughafenhotel in Peking an und hab denen Bescheid gegeben, dass ich wohl erst nach 24 Uhr kommen wuerde. Irgendwann nach einer heftigen Diskussion zwischen meinem Nebensitzer und einer der wirklich unendlich daemlichen Luftsaftschubsen stellte sich heraus, dass wir nicht in Peking waren sondern in Dalian gelandet sind. Dalian liegt ca. 1 Flugstunden von Peking weg, es war nicht sicher wie und ob es weitergehen wuerde. Weitere 30 Minuten spaeter und einige boese Worte hiess es auf einmal Peking waere wegen Nebel geschlossen und wir muessten die Nacht in Dalian verbringen. Die ganzen Infos kamen aber net von allein sondern mussten richtiggehend aus dem Schnepfen rausgequetscht warden, mein Sitznachbar hat gleich noch gedolmetscht und wir stellten fest, dass er im selben Flieger am folgenden Tag nach Frankfurt fliegen wollte. 2h nachdem wir gelandet waren wurden wir samt Handgepaeck in einen Bus verfrachtet und fuhren ohne irgendwelche Info durch die Nacht. Raus aus dem Flughafengelaende, raus aus der Stadt, durch die Randgebiete bis wir nach ca. 40 Minuten durch ein verdammt chinesisch aussehendes Tor fuhren und 
ich die chinesischen Zeichen fuer Hot Springs und Hotel entziffern konnte. Dort dann raus aus dem Bus und erst mal verzweifelt nach Info suchen - Fehlanzeige, keine News wann es am naechsten Morgen weitergeht und ob ueberhaupt. Einige musste fuer die Zimmer richtig loehnen manche net und ich musste meine Boarding Karte abgeben, bekam dafuer einen handgeschriebenen Wisch und wurde einer Chinesin hinterhergeschickt. Total am Ende also durch die kalte Nacht bis ans gefuehlte Ende der Welt, vorbei an Giraffen und Elefanten und Pagoden im Nebel. Hatte schon ein bisschen was gespenstisches aber ich war zu muede um drueber nachzudenken. In meinem Hirn arbeitete es, was mach ich jetzt, aufregen oder resignieren, ich will heim....etc. Dickes Dankeschoen an dieser Stelle an Martin fuer die aufbauenden 
Telefonate und die SMS - Humor hilft und es beweist, ich hab das ganze doch net getraeumt! 

Das Gebaeude Nummer 3 hab ich fast alleine gefunden, Zimmer Nummer 3 dann durch meine MItbewohnerin - eine Chinesin mit den moerderischsten Stiefeln dieser Welt...leider hab ich das erst gesehen, als wir nach 20 Minuten ein funktionierendes Licht hatten. Das haetten wir aber lieber auslassen sollen, denn das Licht hat die kleinen lieben Insekten an der Wand ein bisschen nervoes gemacht und es fing an zu krabbeln...dazu dann noch dekorativer Schimmel unter der fast von der Wand haengenden Tapete. Seufz ich liebe China! Wenigstens gabs ne Bettdecke und troepfchenweise kaltes Wasser. Meine Zimmergenossin packte die Lancome Creme aus und die Chanel MakeUp Flasche, rauchte erst mal wie ein Schlot das Zimmer voll und schluerfte ne Nudelsuppe. Das bringt mich jetzt zu einem Appell an die Maennerwelt: Jungs, 
die Chinesinnen moegen teilweise wirklich hammermaessig aussehen aber verbringt eine Nacht mit ihnen in einem Zimmer und die Geraeusche werden Euch dermassen den Spass verderben, dass ihr die Damen nicht mal mehr im Traum anguckt. Es ging mit dem Schluerfen los, dann ab aufs Klo bei offener Tuer und Verdauung, Zaehne putzen mit herzhaftem tiefem Raufholen und Spucken und ein Ruelpser vorm ins Bett gehen. Als kleine Rache must ich mir mit meinem letzten  kostbaren Tempo die Nase putzen, hat sie aber kalt gelassen. Im Zimmer wars kalt, die Klimaanlage ratterte aber wurd net 
warm...eingemummelt in die Bettdecke und mit allem Klamotten hab ich es geschafft, fast 3 Stunden zu schlafen. Um 7 dann schnell Wasser ins Gesicht, Gesicht ignorieren und ab ins Haupthaus. Dort gabs wieder keine neuen Infos - also ab aufs Sofa und warten, denn um 10 sollte ein Bus zum Flughafen fahren. Zum Glueck hab ich dann noch zwei Tuerkinnen  kennegelernt, die mit ihrem chinesischen Kollegen unterwegs waren und genauso verzweifelt und genervt auf dem Sofa sassen wie ich. Um 9 kriegten wir unsere Boarding Karten wieder und wurden in einen Bus verfrachtet, keine Info wann der Flug gehen sollte und es war ziemlich klar, dass ich meinen Flug um 11.25 Uhr nicht kriegen wuerde. Auf dem Flughafen riesige Schlange und neuer Check In, keiner kann sagen wo unsere Koffer sind und wann wir fliegen....also  rein, nachfragen, keine Info, Kaffee trinken und was essen und schwupps auf einmal Boarding fuer unsern Flug und jippiee wir sitzen im Flieger. Dort hab ich dann einen ebenfalls leicht verdatterten Schweizer kennegelernt und mich mit ihm unterhalten, TIC - This is China...da waren wir uns schnell einig.

Wieder anderthalb Stunden Schlaf spaeter Landung bei Nebel, bange  Minuten bis uns gesagt wird dass wir wirklich in Peking gelandet sind! Schnellstens aus diesem Flieger und Gepaeck holen - wieder keine Info woe s ankommt....nach einigem Rumfragen schnell hin und alles ist da! Zwischendrin liefen schon die Telefondraehte nach Qingdao heiss um irgendwie einen Flug an diesem Tag zu organisieren, alle Lufthansafluege konnt ich mir abschminken, 25 Stunden ueber Moskau waren ausgebucht, SAS Flug waere super gewesen aber konnte man in China nicht buchen. Also blieb die altbekannte Variante mit Turkish Airlines um 23.55 Uhr. Tja und da sitz ich jetzt, nur noch 5 Stunden und ich komm hier raus - das Ticket wurde organisiert, ich hab mir schnell die fettigen Haare waschen und foehnen lassen und war japanisch essen. Dort hab ich wieder lachen koennen, das einzige englische Magazin war "Hunter" mit interessanten Artikeln zum Thema 'der perfekte Kopfschuss' oder 'Schlachtermesser effizient geschaerft"...ich bin in China und vergess immer wieder, dass das eine andere Galaxie ist. Wuerd gerne schlafen aber mein Handy ist fast leer, aufladen geht derzeit net und bei dem Krach krieg ich vermutlich eh keine Auge zu, obwohl ich wirklich ein bissle am Ende bin. Meine Maedels halten mich mit SMS bei Laune, Kollegen rufen an und dank Marc hab ich die perfekte Musik: Sneaker Pimps....bissle schraeg genau wie China. Drueckt mir die Daumen, dass ich morgen wie geplant nach 48 Stunden in Deutschland lande, vielleicht kuesse ich ja den Boden, nach dieser Odyssee waer das vielleicht angebracht! Dann gibts erst mal Brezeln bis zum Umfallen und auf meinem alten Schreibtisch warten schon die ersten Ueberraschungseier. Gruesse aus dem Flughafen der olympischen Spiele, 2. Stock, Exit 7 domestic arrival area, hier waren die letzten freien Sitze......

 

09.12. Gestern kam ich wieder in Qingdao an, der Taxifahrer wollte mich bescheissen und ich fiel hundemuede einfach nur ins Bett. Am Samstag morgen dann schnell aufstehen, Massage geniessen und noch einkaufen denn es gab wieder eine Cooking Session diesmal mit dem Thema: Christmas Baking and cooking. Die Bude war mal wieder gerammelt voll und der Boden wurde zum Gutsle ausstechen benutzt, die Kids haben Maennle gebacken und in der Kueche gings rund. Am Ende gabs zig Gutsledie allesamt wegkamen, Bratwuerste, chinesisches Gemuese und natuerlich Shrimps. Die Chinesen haben dann auch zum allerersten Mal Gluehwein getrunken und offenbar schmeckts ihnen ganz gut, ich musste ca. 12 Rezepte verteilen und habe auch bruederlichst mein Gluehfix geteilt. Die Kueche verwuestet, der Kuehlschrank voll mit Resten und hunderte Muelltueten, ich liebe meine Kochsessions!

 

06.12. Nikolaus in Taiwan oder besser gesagt auf dem Weg von Taiwan nach China. Die Rueckreise steht auf dem Plan, also wieder 2h nach Taibei und anderthalb nach Hongkong, dann nochmal eine Stunde mit der Faehre in die Volksrepublik und mit dem Auto nach Shenzhen. So richtig toll war der Tag net, aber dafuer war das Hotelzimmer der Hammer und ich nach einem heissen Bad schon um 9 im Bett am Schlafen, nachdem ich mir zwei Folgen der neu importierten 6. Staffel der Gilmore Girls angeschaut hab.

 

05.12. Ich mag Taiwan, hab ich das schon mal erwaehnt? Ist irgendwie anders als China und Japan aber irgenwie auch net. Die Mischung ist gut und die Stimmung anders, was jede Geschaeftsreise meist auch zu einem Miniurlaub macht. Nachdem wir mal wieder Ueberstunden gemacht hatten gings zum Essen in ein echt taiwanesisches Teehaus. Das Essen schmeckte nach langer Zeit wieder, weils halt net den klassisch chinesischen Gschmack hat. Dazu gabs nen Liter Pearl Milk Tea und mein Tag war gerettet. Als Kroenung des Tages fuhren wir dann noch auf den Nachtmarkt in Taizhong – unendlich gross und richtig quirlig bei 15 Grad um 23 Uhr. Mit voll gestopften Tueten dann ab ins Hotel und gluecklich ins Bett fallen.

 

03.12. Endlich mal wieder frueh aufstehen, um 5 Uhr raus aus den Federn besser gesagt der bettdecke und mit noch nicht ganz funktionierendem Kreislauf schnell mal auf den Flughafen. Heizung im Taxi tut net und die frische Morgenluft im Gesicht und auch sonst am ganzen Koerper hilft mir sehr beim Aufwachen. Durchgefroren war ich dann viel zu frueh aufm Flughafen, zum Glueck gabs keinen Nebel und keinen Verkehr. Damit war noch Zeit fuer nen leckeren SPR Coffee um die Lebensgeister zu wecken. Ausserdem wars warm und das kann man vom Rest des Flughafens nicht behaupten. Der wird naemlich nachts wegen Stromsparmassnahmen nicht geheizt und somit hatte es schnucklige 3 Grad da drin. Im Flieger nach Hongkong wars halbwegs ertraeglich, ich hab aber nicht wirklich viel mitbekommen – schlaaaaaaaaaaaaafen. Danach Landung in Hongkong und gleich mal wieder Kaffee, diesmal bei Starbucks und endlich auch was essen, das nicht nach chinesisch oder Flugzeug riecht. Da ich gluecklicherweise fast 2h Aufenthalt hatte, konnte ich mit meiner Ersatzkreditkarte dem Konsum froenen. Zeitungen kaufen, Cosmo kaufen, Buecher kaufen, Handtaschen kaufen....seufz ist das genial. Dann in anderthalb Stunden mal schnell nach Taibei und mit der abgefahreren Terminal Bahn von Terminal 1 nach 2. Egal wann ihr dort seit, diese Bahn ist immer leer und der Weg dorthin sehr abenteuerlich. Ich denke immer an der naechsten Ecke land ich in der Sackgasse oder werd von hinten erschlagen, weils so finster und einsam ist. Am Ende kam ich dann trotzdem heil im International Terminal an und durfte mich dort 5h haeuslich einrichten um auf meine Kollegen aus Deutschland zu warten. Dank der sehr bequemen Sofas in der Wartehalle und zig Tassen Kaffee wars halbwegs ertraeglich und ich konnte einiges an Schlaf nachholen bevor wir mal wieder 2h nach Taizhong fuhren. Abends dann muede ins Bett und schlafen wie ein Stein.

 

02.12. Winter Ball in Qingdao

Oh ja, wieder Winter Ball auf dem ich schon im Jahr davor war um Leute kennezulernen un dann nach einiger Zeit gefluchtet bin weil ich mich zwischen all den rosafarbenen Baisers im schwarzen Anzug so underdressed gefuehlt hab. Diesmal war aber alles ganz anders! 2h vor Beginn ging naemlich erst mal das Styling los und wir hatten jede Menge Spass und sahen hinterher halbwegs balltauglich aus. Mein schoense Abiballkleid kam zum zweiten Mal in seinem und meinem Leben zum Einsatz, ich im Kleid, allein das ist schon ein echtes Ausnahmeereignis. Die Suche nach der passenden Strumpfhose hat mich den Morgen ueber beschaeftigt, aufstehen – Strumpfhose suchen – massieren lassen (diesmal mit Kopfmassage...schmelz) – weitersuchen. Kurz nachdem ich entnervt und todesmutig entschieden hatte ohne zweite Schicht Stoff zu gehen hat sich das Ding zu erkennen gegeben, hinter der Waschmaschine. Der Sektempfang war schon lustig, allerdings erst nach zwei Sekt-Orange denn die ganze Sache war wieder reichlich steif. Einzig das Gucken war die Sache wert, so viele aufgebrezelte Tussen hab ich schon verdammt lang nicht mehr gesehen und schon gar nicht in amerikanischen XXL Format. Herrlich sind auch die Herren der Schoepfung die teilweise in chinesischen Jacken, Turnschuhen (Amis...) oder Smoking erschienen waren. Die ganze Haute Volee von Qingdao also brav versammelt um sich selbst zu feiern. Bester Spruch des Abends war, dass man sich vorkommt wie in ner Folge von Verbotene Liebe, alles von und man selber passt net ganz so dazu. Zusammen ists aber ziemlich lustig! Der naechste Brueller des Abends war dann mein Namensschild, erst musst ich nochmal gucken und beim Anblick des Namens bruellte mein Chef erstmal ganz spontan los. Der Spitzname des Abends war perfekt, Frau Knusper sass an Tisch 30. Passt hervorragend zu meinem Musperhaeuschen am Arbeitsplatz....im letzten Jahr hiess ich noch Nuspel – mal sehen was im naechsten Jahr der Buchstabendrehen so macht.

Die Reden haben wir gar net mitbekommen, genauso wenig wie die Versteigerung bzw. Die Loserei – wir waren zu sehr damit beschaefigt zu laestern und zu gucken und zu essen...das war naemlich wirklich lecker. Nach dem letzten Schluck Kaffee und dem Beginn der Tanzwut mit YMCA fluechete dann die juengere Generation (wir waren 2) schnellstmoeglich aus dem Ballsaal. Hochsteckfrisur raus, Krawatte lockern und endlich gute Musik! So gegen halb 3 war ich zuhause....was jetzt gleich zu heute fuehrt...Sonntag. Ich sitze naemlich grade in Taipeh auf dem Flughafen auf dem ich vor ca. 30 Minuten gelandet bin. Musste um 5.30 Uhr aufstehen, ergo 2.5 Schlaf mussten reichen um dann das einzige nicht geheizte Taxi Qingdaos zu erwischen und mit Todesangst (ich denk immer ich mus erfrieren) Richtung Flughafen zu heizen. Da war ich dann viel zu frueh, die hatten noch nicht mal die Schalter aufgemacht, das weiss ich fuers naechste Mal, dann gibts vielleicht 3h Schlaf. Egal, also rumsitzen und weiterfrieren, denn auch der Flughafen ist wohl erst nachmittags halbwegs ertraeglich geheizt. Morgens heissts bibbern und ich hab schon meine Fuesse nicht mehr gespuert und mich ganz dick in meinen Schal eingemummelt. Zum Glueck wurds im Flieger halbwegs warm aber dafuer supereng, hat mich aber nicht dran gehindert die 3h vor mich hin zudaemmern um dann wieder fit fuer Hongkong Airport zu sein. Endlich normale Leute, Laeden, englische Buecher und seufz....meine Visakarte war ja gekommen. Ist ganz schlimm mit mir, bin jetzt ein Parfuem, einmal Mascara und einmal Tasche reichen (bzw. Meine Visakarte aermer) und hab gleich noch ein Buch und die neuste Cosmo gekauft. Jippie, voll normal! Dann noch ein Starbucks Kaffee fuer den noch leicht schwummrigen Kopf und ewas zu essen fuer den leeren Magen – ich liebe den Airport!

Danach Weiterflug mit der Boeing 747 nach Taipeh, Flugzeit 1 Stunden und 10 Minuten aber der Flieger gerammelt voll. Dann noch den Weg zum Skytrain finden und ab zum Terminal 2 warten auf die Kollegen aus Deutschland. Ja und hier sitz ich jetzt grad auf dem grossen Sofa und werde gleich mal die Augen zumachen, bin wirklich, wirklich hundemuede! Nacher im Auto nach Taizhong kann ich auch weiterschlafen, sind ja wieder 2h....ein ganzer Tag um eigentlich nen Katzensprung zu machen, TIC!