November 2007

25.11. 

Laoshan Trip mit den Lieferanten 
Gaehn, was anderes faellt mir nicht mehr ein. Ziemlich mitgenommen vom Abend zuvor (Standard) ab in einen wackligen Bus mit huebscher Schaltknueppeldeko in gelb. Angeblich soll das Glueck bringen, vielleicht seh ich da was falsch aber ich frag mich wieso? Der Farbe wegen? Weil man dann den Deck drunter net sieht? Weils jeder macht und keiner erklaeren kann? Nach knapp anderthalb Stunden auf dem Ruettelsitz dann Ankunft in Yangkou im Laoshangebiet. Bislang hats mich hier noch nicht herverschlagen und das Wetter war herrlich, Sonnenschein und nicht so bitterkalt wie normal. Gemeinsam mit den deutschen Kollegen Sturm auf den Berg bis zur heavenly terrace oder wie das Ding heisst. Unsere schlappschuhtragenden und noch vom Schnaps mitgenommenen Lieferanten schafften teilweise nur hochrot und keuchend die Treppenstufen. Der Anblick war einfach nur zum Bruellen – es gibt doch noch Gerechtigkeit auf der Welt. „Hey Kerl Du lieferst nie puenktlich, ab mit Dir auf den Berg!“ Vielleicht sollte man das grundsaetzlich zur Lieferantenqualifizierung einsetzen! Danach ab ins Haier Training Center, super gelegen direkt am Meer mit Wohneinheiten und Klettergarten zum allseits beliebten Team Building. Zum Gluck war ich beim letzten nicht dabei, das fand naemlich genau dort statt. Nach dem Mittagessen ohne alkoholisches Ganbei Rueckfahrt in die Stadt – weg sind se und liefern tun sie eh nicht besser!

 

24.11.

Chaospraesentation Dinner mit viel Ganbei
Und mal wieder ist Lieferantentag, d.h. viele viele Leute kommen nach Qingdao und werden ins Gebet genommen, damit sie auch brav das machen was sie sollen. Die Vorbereitungen waren wieder stressig, Organisation und Ueberblick waren ein Chaos und meine tolle Praesentation wurde ich weiss nicht wie oft umgeschmissen. Sogar noch eine Stunde vorher gabs die komplette Aenderung, hey aber wenn ich was gelernt hab dann flexibel sein. Wer braucht schon seine Merkzettel und wer muss schon die Uebersetzung auf Chinesisch mit der armen Uebersetzerin vorher durchsprechen und ueben?!? Geht alles irgendwie auch so. Trotz grossem Publikum war ich nicht nervoes, komisches Gefuehl mal kein komisches Gefuehl zu haben und locker flockig ins Mirko zu brabbeln. Der Abend dann natuerlich feuchtfroehlich mit viel Ganbei und noch mehr Schnaps, Wein und Bier....wobei letzteres zum Ganbei machen geigneter ist als ersteres was viele Kollegen dann spaetestens am naechsten Morgen wussten. Mehr oder weniger torkelnd dann ab nach Hause, das Entertainmentprogramm sollte am naechsten Tag noch weitergehen. Mein persoenliches Highlight des Abends war einer der Ansprechpartner mit dem ich mich ueber die besten Cafes in Esslingen unterhalten hab, er hatte durch Zufall mal in Esslingen Mettingen gewohnt als er an der FHTE studiert hat! Die Welt ist klein und China dementsprechend kleiner.

 

07.11. Es geschehen doch noch Zeichen und Wunder, heute: Meine Putzfrau war da. Tür auf und zuerst fiel mir auf, dass mein Fußabstreifer fehlt, den hab ich auf dem Balkon wiedergefunden. Was auch immer der da zu suchen hat. Als nächstes wars ein wenig komisch, denn auf den ersten Blick fehlte auf einmal mein Teppich im Wohnzimmer, der vor dem Sofa lag. Tja aus irgendeinem unerfindlichen Grund hat die Gute den Teppich unter meinen Wohnzimmertisch gehievt. Eigentlich hatte sie ja Rückenprobleme, aber angesichts dieser körperlichen Meisterleistung scheint es ihr auf jeden Fall wieder besser zu gehen. Noch merkwürdiger finde ich allerdings, dass meine Kosbürste auf einmal stillos ist und einfach so neben dem Klo lag. Wie auch immer sie das hingekriegt hat - ich wills einfach gar nicht wissen. Immerhin ist alles wieder im rechten Winkel! 

 

5.11./6.11. Hust, röchel, hust - mich hats wieder erwischt...und es liegt sicherlich auch an der Luft! Ich hatte in Deutschland nie Husten und hier hör ich mich an wie ein Asthmatiker. Zum Glück hab ich ne gut ausgestattete Hausapotheke und kann mich entsprechend Dopen

 

4.11. Ich liebe es wenn ich am Sonntag arbeiten darf, diesmal morgens um 8 Uhr raus zum Flughafen und mal wieder nach Beijing. Dort trafen wir uns mit einem deutschen Kollegen und zum Glück konnten wir ein bisschen Sightseeing einschieben bevor es zum Endziel Tianjin ging. Ich hatte mir den Sommerpalast ausgesucht, weil es nicht allzu weit vom Flughafen weg ist und ehrlich gesagt weil ich nicht zum 4. Mal den Kaiserpalast sehen wollte. Meine Kollegen waren erst mal einverstanden bis meine chinesische Kollegin in der Zeitung gelesen hat, dass es wohl am Fragrant Hills Park das allerbeste Wochenende ist, um die herbstlich gefärbten Blätter anzusehen. Nachdem gabs für uns kein Entkommen mehr, ab im Taxi also nicht zum Sommerpalast sondern zum Fragrant Hills Park. Die Taxifahrt an sich dauert nur 40 Minuten, leider gabs aber dermaßen Stau, dass wir nach 1.5h am Ziel ankamen und uns durch die Massen schieben mussten. Scheinbar sind Millionen Leute dem Aufruf in der Zeitung gefolgt und mussten sich am offiziell besten Wochenende die roten Blätter im Park anschauen. Nach der Besichtigung eines recht netten Tempels machten wir uns auf eine schnelle Suche nach gefärbten Blättern, die leider einfach nicht wirklich aufzufinden waren. Der Blätterfarbe nach zu schließen wars einfach noch zu früh, was wir meiner chinesischen Kollegin dann auch klarmachen wollten, allerdings waren alle Argumente vergebens. Wenn die Zeitung sagt es ist das beste Wochenende, dann ignoriert man auch mal die natürlichen Grundvoraussetzungen. Aufgrund der Menschenmassen dauerte es dann auch noch ewig ein Taxi zu kriegen - zum allerersten Mal war ein Schwarztaxi billiger als ein normales. Abend in Tianjin und was ist? Mein Hals kratzt und meine Stimme klingt wieder schwer wie Joe Cocker...

 

3.11. Ab nach Taidong es wird Zeit das Kleid für den Qingdao Charity Winter Ball in Auftrag zu geben. Meine Schneiderin begrüßte mich wie ne alte Freundin, runzelte mal wieder die Stirn und murmelte wie immer: Hen mafan... was so viel heisst wie: Ach je die Ausländertante will wieder was Außergewöhnliches und ich armes Etwas muss das auch noch probieren. Mal sehen was draus wird aber immerhin bin ich diesmal nicht diejenige mit dem kompliziertesten Kleid.