Juli 2006

31. Juli Leider muss ich Urlaub sparen, sonst wirds nichts mit heimfliegen an Weihnachten. Daher konnten wir erst abends was zusammen unternehmen. Sonntags bekam ich schon den ersten Anruf einer der Maedels, sie wollte mich und meine Eltern zum Essen einladen. Montag rief dann Numemr zwei an und wollte mit mir die Zeit ausmachen, als wir dann abends hinkamen warens dann aber doch 4 Leute. China halt...flexibel sein. Hatte erst mal ein bisschen Muffensausen ob sich alle gut verstehen wuerden, war aber total unnoetig. Stimmung war klasse, essen genial und die Atmosphaere richtig gut. Das Restaurant war auf der Bier Strasse von Qingdao und wir konnten draussen sitzen und die Massen an Leuten beobachten, die ebenfalls draussen sassen, Bier tranken und jede Menge assen.

Irgendwann hab ich aus dem Augenwinkel dann eine grosse Fernsehkamera entdeckt und dachte nur oh Schreck. Die Vorahnung war gar nicht so schlecht, 2 Sekunden spaeter stand einer von QTV (Qingdao Television) an unserm Tisch und fragt uns, ob wir uns filmen lassen wuerden. Na klar machen wir das. Der Regisseur wollte also, dass wir uns zuprosten, dazu gabs dann gleich mal grosse Glaeser und nen neuen Krug Bier. Eins, zwei, drei und Prost. Danach kam der Gute dann noch auf die glorreiche Idee, dass ich was auf chinesisch sagen muss...na klar, machen wir auch noch. Also, Glas hoch, lecker Bier trinken, aaaaaaaaaaah ist das gut und dann auf Chinesisch: „Qingdao Bier ist das beste der Welt!“ Chiensen klatschen, Regisseur zufrieden und alles auch noch auf Papas Viedeokamera fuer die Nachwelt festgehalten. Bin jetzt bei Stihl inoffiziell als Bierkoenigin bekannt! Leider haben wir die Austrahlung verpasst, aber wer weiss, vielleicht seh ich mich ja dann wieder, wenn das Beer Festival anfaengt. Sollte mir schon mal nen Trenchcoat, fette Sonnenbrille und Hut kaufen.

30. Juli Morgens frueh raus und ab zum Flughafen, Mum und Dad abholen! Der Taxifahrer war halbwegs ertraeglich und die Sonne hat sich zum ersten Mal seit Wochen fuer mehr als 5 Minuten gezeigt. Ihr Flugzeig landete mit nur 20 Minuten Verspaetung und dann waren sie da, einfach so in China gelandet, war fuer mich total surreal. Nachdem auch alle Koffer angekommen sind gings durch die Sonne zurueck in meine Wohnung, war extrem gespannt, was meine Eltern sagen wuerden. Gut meinem Vater fiel sofort die miese Verlegung der Klima auf und meine Mutter fand die Lampen genauso huebsch wie ich. Endlich war mal Leben in der Wohnung und das fuer mehr als nur einen Nachmittag!  

Nach einem kleinen Einkaufsbummel in den Supermarkt ging es als Einstimmung erst mal zum Meer und zum Wusi Square. Die Sicht war halbwegs ok, aber es wurde schon wieder diesig und zog zu. Aber insgesamt wars einer der besseren Tag in Qingdao und vor allem um Klassen besser als die Wochen davor. Abends dann noch Nudelsuppe (Ramen) und Spiesschen bei Ajisen und noch viiiiel reden, mich ueber Honig, Sonnencreme (ohne Bleichmittel) und Vollkornbrot freuen. Musste gleich auch den neuen Joghurtmaker austesten!

26. Juli Besuch beim Lieferanten und abends Ankunft in einer Stadt in der Naehe von Shanghai. Das Abendessen dann beim Japaner und Leute, es ging mir gut. Kaum kommt man in den Laden rein schreits „Irrashaimase – Willkommen“, dann setzt man sich auf Tatamis, die Karte ist auf Japanisch und spaetestens bei den Edamame und dem Sushi wars dann aus – das war wie heimkommen! Ich muss nach Tokyo, das ist naeher als Deutschland und wuerde mir mit Sicherheit auch gut tun!
23. Juli Die Mauer oder Jade, Regen und Cloisonee  

Jaja, manchmal denkt man, dass man was ganz tolles entdeckt hat und es kommt ganz anders als gedacht. Nachdem ich meinen inneren Schweinehund ueberwunden hatte wollte ich eine Geschaeftsreise gleich mit ein bisschen Sightseeing verbinden und bin statt Sonntag schon am Samstag nach Peking geflogen. Im Internet habe ich ne ganz tolle Tour zur Mauer gefunden: „Hiking the Great Wall, Lunch at a small farmer village, hiking 2 hours on the great wall“....klang super und dann noch mit eigenem Guide und Fahrer fuer grade mal 55 Euro. Die Sache liess sich ganz nett an, tourguide hat sich am Samstagabend bei mir gemeldet und noch mal den Termin bestaetigt und war auch Sonntag puenktlich um 8 Uhr am Hotel. Das Maedel war total nett und es ging los. Nach ca. Einer halben Stunde murmelte der Fahrer was zum Guide und ich wurde gefragt, ob ich mich fuer Jade interessiere...aeh...naja das kam mir so ein bisschen Spanisch vor aber ich will ja was lernen und sagte somit ja. Dumm gelaufen, 5 Minuten spaeter fuhren wir auf den Hof einer Jadefabrik (in Staatsbesitz) und ich musste mir 5 Minuten lang einen Vortrag ueber die Herstellung von Jadefiguren anhoeren. Waere ja in der Theorie eigentlich ganz interessant, aber auf Fragen konnte die Dame leider nicht antworten, da alles auswendig gelernt war und ich denke, dass die gar kein Englisch konnte. Nach der Erklaerung gings in den riesigen Verkaufssal, wo ich nur noch „cheap, cheap, cheap und discount“ in den Ohren hatte. Fahrer und Guide mussten erst mal Kaffee trinken und der einzige Vorteil meiner Privatttour war, dass ich wenigstens vor dem Massenansturm der Gruppentouren dort war. Scheinbar haelt jeder Ausflugsbus an der Fabrik...leicht irritiert aber noch gut gelaunt fuhren wir weiter Richtung Huanghuacheng, dem Mauerstueck, auf dem geplant war, 2 Stunden rumzuwandern. Es ging vorbei an den Ming Graebern und unendlich vielen Obstbaeumen in die Berge. Der Fahrer musste ca. 10 mal anhalten und nach dem Weg fragen, was bei mir fuer ein ungutes Bauchgefuehl gesorgt hat....dachte immer Fahrer und Guide sollten wenigstens wissen, wo sie hinfahren muessen. Kaum 50km ausserhalb von Peking beginnt das wirkliche China, nichts mit Hochglanz und Gucci, da heisst es Kuh, Esel und runtergekommene Hoefe. Die meisten Leute leben von der Landwirtschaft, sind also Bauern und machen fuer uns ueberraschenderweise einen total zufriedenen Eindruck. Am Himmel zeigte sich ab und an mal ein Stueck blauer Himmel, die Wolken waren auch nicht mehr so grau wie am Tag davor. Am Ende der Welt (gefuehlsmaessig) parkten wir dann das Auto und machten uns auf den Weg zur Mauer. Natuerlich kostet der Parkplatz was und Eintritt will man auch. Bevor man allerdings an die bewachte Schranke kommt, marschiert man ca. 500m durch ein Dorf, vor den Haeusern sitzen die alten Leute und Kinder spielen, die Strasse sieht aus wie im Mittelalter und viele Langnasen scheinen auch nicht da zu sein. Zumindest kam ich mir mal wieder vor wie das gruene Maennchen. In den Bergen konnte ich dann schon die ersten Reste der Mauer ausmachen und auf dem hoechsten Huegel dann auch einen der Wachttuerme. Freute mich saumaessig aufs Klettern! Naja, daraus wurde leider nicht allzu viel. Das Mauerstueck ist nicht renoviert, man kann also offiziell gar nicht drauf. Verbotenerweise bin ich mit dem Guide noch ein kleines Stueckchen geklettert, wir mussten allerdings nach gut 200m umdrehen, weil es anfing aus Kuebeln zu schuetten. Klatschnass ging es dann am Bootsverleih zurueck zum Auto und statt 2h auf der Mauer zu laufen, waren es vielleich 45 Minuten mit Aussicht auf einen sehr weit entfernten Teil der Mauer. Schade drum, war schon enttaeuscht auch wenn die Gegend superschoen ist und meine Augen mit dem vielen Gruen endlich mal wieder entspannen konnten.

Als naechstes stand der Lunch auf den Programm, dachte also wir essen irgendwo in dem kleinen Dorf, leider weit gefehlt. Anderthalb Autostunden Fahrt und wir hielten vor einem gigantischen Restaurant Bunker namens ‚Friendship Restaurant“ mit ca. 100 grossen Bussen vor dem Haus und der doppelten Mengen dahinter. Das Ganze ist ebenfalls „State Owned“ und besteht aus einer Cloisonee Fabrik im Erdegschoss und einem Restaurant im ersten Stock. Wie in der Jadefabrik gab es erst mal eine total leblose, heruntergeratterte Erklaerung ueber die Herstellung von Cloisonee; bei Fragen wieder grosse Augen und wenig Antworten. Danach dann der riesige Verkaufsraum und im Obergeschoss dann Lunch allein. Ueberall Langnasen und dazu das miesteste chinesische Essen, dass ich jemals gegessen habe. Selbst am Strassenstand in der letzten Provinz schmeckts besser. Egal, irgendwie hatte ich begriffen, dass wohl jeder der eine Tour bucht das volle Programm bekommt...extrem schade denn eigentlich wollte ich was sehen und nicht wie ne Weihnachtsgans ausgenommen werden. Nach dem Lunch weiter zu den Minggraebern, zusammen mit eigentlich allen Bussen aus dem Restaurant. Das Flair gleicht einem Marktplatz, die Graeber sind zwar ganz nett, weil unterirdisch aber wirklich interessant wars nicht. Es fehlt die Atmosphaere, es fehlt ein bisschen der Respekt vor allem. Statt dessen waelzen sich Massen an Langnasen und Chinesen durch die Gegend, nur um einmal die roten Saerge des Ming Kaiesers und seiner Konkubinen zu sehen. Immerhin hatte es noch ein bisschen was von Kultur und die Erklaerungen meines Guides waren schon auch interessant.  

Nach dem letzten Punkt des Tages also Rueckfahrt ins Hotel, jedenfalls dachte ich das. Der Fahrer murmelte kurz nach Abfahrt vom Parkplatz wieder irgendwas und ich wurde gefragt, ob ich nicht noch Interesse an der Herstellung von Tee haette....nene Jungs, einmal fall ich auf den Trick rein aber nicht zweimal. Hab das Angebot also abgewimmelt und wir quaelten uns 2h lang durch die Rush Hour in Peking zurueck ins Hotel.

Fazit: Naechstes Mal nehem ich das Angebot unseres Lieferanten an, mich mit auf die Mauer zu nehmen. Der kennt sich wenigstens aus, will mit weder Jade, Cloisonee noch Tee verkaufen! Schade drum, aber so bin ich eine Erfahrung reicher und werde sicher keinem empfehlen, so ne Tour zu machen! Lieber einen Taxifahrer krallen, Preis aushandeln und einen Tag lang mit dem durch die Gegen fahren, das ist entspannter und sicher nicht teurer! Muss wohl wieder mal nach Peking und diesmal wirklich AUF der Mauer laufen.

Der Abend war dann noch sehr entspannt, erstens aufgrund des 400g Nutella Glases aus Deutschland (hat mein Kollegenmitbekommen) aber auch weil ich jemanden hatte, dem ich gleich mal meine Erlebnisse des Tages erzaehlen konnte. Danach gingen wir mit unserm Lieferanten noch in ein chinesisches Nudelrestaurant, fuhren planlos durch die Stadt und haben uns noch mit sprechenden Voegeln unterhalten. 

22. Juli Es ist Samstag, ich hab lange geschlafen und schon gepackt. Heute gehts nach Peking und morgen dann auf die Mauer! Jippie, endlich mal chinesische Kultur und nicht chinesischen Kapitalismus erleben! Abgeholt hat mich unser Lieferant am Flughafen und gleich auch angeboten, dass er mir gerne am Sonntag die Mauer zeigen will. Mist, vielleicht haette ich doch keine Tour bucheng sollen aber ist ja eh zu spaet. Und mein Tour Guide hat auch schon angerufen und die Uhrzeit fuer morgen bestaetigt. Naja mal sehen, abendessen faellt aus, mein Magen ist mal wieder ein bisschen durcheinander.
20. Juli Kaum zu glauben, mein Fuehrerschein ist da! Sieht sehr interessant aus und hat gleich ein unendlich dekoratives Lebestaeschle dabei. Links die Karte mit der Klasse und dem verbrecherfoto und rechts ne Karte, auf die meine Verkehrsvergehen eingetragen werden koennen. Leider wars nicht ganz das historische Ereignis weil ich ja noch kein Auto habe, aber immerhin duerfte ich jetzt wenigstens offiziell fahren. So richtig wohl bei dem Gedanken ist mir aber nicht, ich will doch irgendwann wieder halbwegs heil in Deutschland ankommen. Etwas seltsam ist allerdings, dass der Fuehrerschein fuer 6 Jahre gueltig ist (das reicht auf jeden Fall) und komischerweise schon seit dem 20. September 2005 gueltig ist....muss man ja nicht verstehen, wir sind ja in China.  
19.7. Jippie habe heute meine Flugtickets abgeholt, am 20.9. gehts also mit JAL ueber Tokyo nach Carins und dreieinhalb Wochen spaeter wieder von Sydney nach Qingdao. Werde die Zeit verdammt geniessen und zaehle schon den Countdown.Danach gabs heute noch ein historisches Ereignis - ich hatte Post in meinem Briefskasten! So richtig echte und gleich zwei Umschlaege...ich bin also doch nicht ganz am Ende der Welt!

Am Abend lieb ich meine Nachbarn wieder sehr. Diesmal aber nicht den Bohrnachbarn sondern den Kerl unter mir, der hat sich letzte Woche eine Heim-Karaoke-Anlage gekauft und trället nun munter und in unüberhörbarer Lautstärke ein Lied nach dem andern und auch wenn ca. 1m Wand dazwischen sind und ich inzwischen an schlechte Sänger gewohnt bin, der Kerl sollte sich lieber nen Maulkorb verpassen statt zu singen. Vielleicht ist er ja ein begabter Tänzer?!? Hm, grade kommt mir der Gedanke, dass meine Decke vielleicht wegen den Schallwellen gebröckelt hat, wäre eine interessante Theorie. Magen krampft immer noch...aber ist besser geworden.

Ach ja und noch ein Wort zu meiner Putzfrau (oh Gott er singt My Way von Sinatra...Himmel hilf! Schick mir Oropax!), die Frau scheint eine leichte Schwäche für rechte Winkel zu haben. Ich persönlich hasse nichts mehr (neiiiin jetzt gibts grade ein Duett) als alles rechtwinklig in meiner Wohnung zu haben. Darum lege ich meinen Teppich grundsätzlich weder rechtwinklig zum Sofa noch zum Wohnzimmertisch. Jeden Mittwoch komme ich dann heim und bin im Pythagoras Paradies. Teppiche 1a ausgerichtet, Fernbedienungen rechtwinklig zur Tischkante, Bücher auf dem Tisch exakt angeordnet, sogar meine Decke im Bett ist exakt gefaltet und schreit ich bin ein rechtwinkliges Dreieck. Aber macht Euch keine Sorgen, spätestens morgen herrscht wieder das Chaos der Asymmetrie und der nicht 90Grad Winkel....

Oh und ich hätte beinahe das Event des Tages vergessen. Unsereiner war bei Carrefour einkaufen (wollte nur Brot) und bin beim Obst an den Papayas hängen geblieben. Beim Raussuchen hab ich aus dem Augenwinkel links von mir eine schwebende Schlitzhose ausgemacht und musste gleich mal neugierig hinschauen. Ich bins ja inzwischen wirklich gewohnt überall nackte Kinderärsche zu sehen aber DAS war mit Abstand das Beste überhaupt. Das Kind (ca. 6 Monate) hatte wieder mehr Schlitz als Hose und und Papa hielt es über dem Mülleimer für Obstabfälle. Kind war in der Hocke und dann gabs erst mal was, das aussah wie fieser Durchfall und dann pinkelte der Kleine noch munter drauflos, leider nicht direkt in den Abfalleimer. Danach durfte der Kleine wieder in den Wagen...das ist also die Antwort auf die Frage: "Und was machen die mir den Schlitzhosen?" Seeing is believing!

18.7. Nichts Besonderes, Tour an die grosse Mauer ist gebucht, Eltern kommen am 29. Juli und Besuch Nummer zwei hat sich für November angekündigt - JIPPIIIIIE

Ach ja, ausserdem ist ein Stück Decke abgebröckelt und eine Steckdose hat sich verabschiedet...ich mag China.

14. Juli Fauler Tag und erst mal lange schlafen - danach ein bisschen putzen und einkaufen. Hautausschlag und Jucken aus Shanghai sind nicht mitgeflogen. Abends ging es dann mit zwei Kollegen zum russischen Restaurant, es muss ja nicht immer Deutsch sein. Die Deko ist extrem urig und es gibt Live Auftritte der Chefin und vermutlich der Junior Chefin. Naja, was soll ich sagen...russische Folklore scheint für mich einfach etwas zu viel zu sein. Chefin tanzt in glitzernden roten Schuhen und einem unendlich geschmackvollen Trachtenkleid durch die Gegend und trällert russische Lieder bis man Tränen in den Augen hat. Danach kommt dann der zweite Gang und Töchterchen tanzt im noch hübscheren Kleidchen mit nem Sabberlatz auf dem Kopf ballerinaartig durchs nahezu leere Lokal. Insgesamt war die Vorstellung sehr nah am nicht mehr zu ertragenden Kitsch. Aber was solls, das Essen war bei den andern beiden zumindest lecker. Und wenn man sich Vodka bestellt sollte die Vorstellung sogar richtig gut werden.

Ich persönlich werde aber vorziehen, das Restaurant nicht mehr zu betreten - um 4 Uhr nachts meldeten sich bei mir die ersten Magenkrämpfe, um 9 morgens war ich kurz vorm Durchdrehen vor Schmerzen und ausgedörrt...um 14 Uhr hatte ich 38 Grad Fieber und um 16 Uhr 38.8. Mein Magen fühlte sich an wie von Fakirnageln durchsiebt und ich habe den kompletten Tag im Vollkoma verbracht und es nur mit Mühe abends geschafft mir nen Tee zu kochen ohne umzufallen. Dank online Diagnose tipp ich stark auf ne Fischvergiftung - passend zum russischen Fisch vom Vortag. Heute ist jetzt schon Dienstag und so wirklich arg viel besser gehts mir nicht, der Magen krampft immer noch und bei Nahrungsaufnahme wehrt er sich auch noch so ein bisschen. Hoffe nur, dass das schnell wieder weggeht...hab langsam die Nase voll von China und meinen Magenproblemen!

13. Juli Ich hasse es Inlandsflüge zu haben, wieder Verspätung....4 Stunden um genau zu sein und das auf dem Flughafen und das wenn wir eh schon 2 Stunden zu früh da sind...naja hab mir mit meinem CN Kollegen die Zeit vertrieben, er hat mir einiges über chinesisches Essen beigebracht und wir haben über die Japaner gesprochen...heikles Thema und wieder interessante Einsicht in die chinesische Psyche...
Ankunft in Qingdao um 23:40, bin um 00:30 zuhause....Ende der Woche! 
12. Juli Führerscheinprüfung und Flug nach Shanghai
Vormittags ganz normal im Büro arbeiten und dann auf der Fahrt in die Stadt noch schnell die Fragen für den Führerschein pauken, das nenne ich mal effizientes Time Management. Gut, so ein klitzkleines Bisschen nervös war ich schon weil ich ja nicht wusste, ob die wirklich scharf auf die Antworten gucken. Nur mal so ein Beispiel:
"What penal punishment does the code of safety conduct of people republic if China mean if driver after drinking or in drunk condition"
Aeh bitte was? Die restlichen 10 Fragen sind genauso dämlich, genauso englisch und genauso auswendig zu lernen.

Nachdem unser lieber Fahrer mich beruhigt hatte und mir mental das Händchen hielt war die Prüfung nach 10 Minuten vorbei - ich war die einzige Langnase, sonst alles Koreaner. Wir saßen in einem großen Saal, rechts die Koreaner wie auf der Hühnerbank, links ich allein und verlassen (wie immer). Die Damen konnte kein Englisch und hat mir dann halt auf Chinesisch erklärt ich müsste jetzt die Fragen beantworten (Echt???) und dann abgeben. Brummiger Kerl vorne prüfte dann die Dokumente auf Vollständigkeit, gab mir meinen Abholzettel für den Führerschein und schmiss mich regelrecht raus. Kein Blick auf die Prüfung, kein Blick auf meine Antworten. Und wegen sowas hab ich mindestens 20 Minuten gelernt! Ende vom Lieb ist, dass ich innerhalb von 5 Werktagen meinen Führerschein bekomme und dann offiziell mithupen und mitrempeln darf. Stock Car Rennen sind ja nichts gegen den Straßenverkehr hier! 

Nachmittags gleich nach der Prüfung dann ab nach Shanghai auf Geschäftsreise und früh ins Bett...irgendwie verbringe ich hier mehr als nur ein Drittel meines Lebens mit schlafen.

9. Juli Chaos in der Küche und Kaffee bei Kollegen, danach ein bisschen Einkaufen und es gibt ein Wunder!
Die Importecke des Supermarktes war für kurze Zeit verschwunden und tauchte auf einmal wieder auf, aber diesmal viiiiiel besser! Es gibt auf eine Kühne Senf, Kühne Gewürzgurken, Kühne BBQ Soße, Tchibo Kaffee und echtes Müsli. Dazu Sahnemeerrettich und echte Corny Müsli Riegel...ich stand mit Tränen in den Augen vorm Regal und musste gleich wieder meckern: Naturjoghurt gibts immer noch nicht! Aus Frust musste ich mir dann gleich noch zwei Gläser rote Beet kaufen und habe abends eine Dankes Email an Kühne geschrieben und das gute Vertriebsnetz gelobt. Gab sogar ne Antwort drauf!
8. Juli Erst mal zur Metro, da gabs dann Gewürze, Trockenhefe im Kilopack und Käse, echten leckeren Käse......

Kochen die zweite 

Endlich wieder ne richtig dreckige Küche und full house - diesmal aber mit Verstärkung aus Deutschland. Naja besser gesagt ein paar Schnarchzapfen aus Deutschland, die dank durchzechter Nacht davor erst mal mein Jogazimmer belegt haben und ein Nickerchen halten  mussten. Die Chinesinnen konnten sich wieder ihre Vorurteile über die faulen deutschen Männer bestätigen lassen und haben munter gekocht was das Zeug hält. Diesmal gabs nen Eintopf aus Kürbis und Kartoffel, gebratenes grünes Gemüse mit Knoblauch, sauren grünen Kohl und Spaghetti, Apfelkuchen Gemüse mit Sojatunke und ein missglücktes indisches Curry. Leider waren die Mangos eher wie Zitronen und kein bisschen süss.

Ein paar Impressionen:
      

5. Juli Deutschland verliert gegen Italien und das obwohl wir extra um 2.30 aufgestanden sind, extra die Hotelbar geöffnet hatte und wir den nächsten Vormittag vom Geschäft frei bekommen haben. Die Stimmung war aber super und auch wenns ein bisschen enttäuschend war, gute Verlierer sind selten, oder? Immerhin können wir so am Sonntag mehr Schlaf kriegen und müssen net schon wieder um wer weiß wann wach bleiben! Und außerdem sind wir doch eh alle Europäer!

Außerdem war der Tag eh klasse, denn meine Putzfrau kam heute zum ersten Mal! Muss ja sagen, dass ich nicht gedacht hätte, dass ich mal ne Putzfrau haben würde! Aber es hat schon was heimzukommen und die Wäsche ist gebügelt, die dreckige gewaschen und aufgehängt, der Boden geschrubbt, die Bäder sauber...genial! Zweiter Versuch Joghurt zu machen hat auch geklappt...vielleicht hilft das ja gegen meinen Blähbauch. Seh aus wie im 7, Monat schwanger (was ich NICHT bin) weil ich teilweise das Essen absolut gar net vertrag. In den 9 Tagen in Deutschland wars absolut wieder ok und seitdem ich wieder hier bin gehts halt wieder los.....

2. Juli Der faulste Sonntag und absoluter Tiefpunkt seit der Ankunft in China. Erst mal musste ich bis um 3 schlafen, danach war ich eigentlich nur noch am rumgammeln und nichts tun - hatte keine wirkliche Kraft und vermisste Deutschland mehr als je zuvor. Was mich aufgebaut hat war viel telefonieren und der Gedanke, dass ich das schon einmal überlebt habe. Immerhin hat mein zweiter Versuch selber Joghurt zu machen wunderbar funktioniert, so dass ich jetzt also Naturjoghurt hab!
1. Juli Maggie feiert Abschied bei sich zuhause weil sie am Freitag ihren letzten Tag hatte. Statt also nach dem Deutschlandspiel auszuschlafen gehts um 9 morgens zu ihr und die Vorbereitung zum Mittagessen fangen an. Ich habe versucht, wirklich versucht aus chinesischen Kartoffel Schupfnudeln zu machen aber ich musste kapitulieren. Die Dinger kriegt man nicht weich, weder mit kochen, noch mit der Gabel und nicht mal richtig mit ner Kartoffelpresse. Egal, hab dann einfach bröckelige Schupfnudeln gemacht und die in der Pfanne gebraten - war nicht wirklich gut aber dem Rest hats geschmeckt. Der nachmittag bestand dann aus MahJong lernen (hab nur verloren), schlafen, AK Kindern beim Spielen zuzugucken und Home Karaoke zu bewundern....