Juni 2006

30. Juni Deutschland im Viertelfinale - das lenkt ein bisschen ab, so dass der Freitag Abend zumindest ein bisschen besser war und ich unter Leute kam. Ausgestatte mit Fahne und T-Shirt die deutsche Mannschaft anfeuern und jubeln bis zum Umfallen als wir im Elfmeterschießen gewinnen! Jetzt auf dem Schlossplatz sein und die Stimmung mitbekommen...naja statt dessen gehts mit Knofifahrern über Schlaglöcher in meine Wohnung.
29. Juni Magen rebelliert weiterhin und ich sieche in meinem Bett vor mich hin - totale Depriphase und nicht mal zum Einkaufen kann ich mich überreden - schlafen, DVDs gucken, zuhause vermissen, schlafen...
28. Juni Wieder in Qingdao - ebenfalls scheisse. Nach 27 Stunden unterwegs kam ich abends um halb zehn in Qingdao an und fuhr mit einem Todestaxifahrer in meine Wohnung. Es ist hektisch, es stinkt nach Knoblauch, es ist heiss, alles klebt, es ist neblig und es ist China. Der Kulturschock war überwältigend und ich fühlte mich noch mieser als beim ersten Mal ankommen! Der Abends war die Hölle, ich hab mich miserabel gefühlt konnte für lauter weinen nicht einschlafen und hab dann klassischerweise noch dermassen Magenprobleme gekriegt, dass ich den nächsten Tag statt im Büro zuhause verbracht habe.
27. Juni Wieder zurück - Scheisse, ist so ziemlich alles was mir zum Rückflug einfällt. Gut es passte alles in meine Tasche und dank guter Beziehungen meiner Dads habe ich auch 30kg Freigepäck gehabt....neue Bürsten für meine elektrische Zahnbürste, Joghurtkulturen, Gewürze aber mir brachs noch mehr das Herz als beim ersten Mal schon wieder gehen zu müssen. Selbst jetzt krieg ich feuchte Augen wenn ich dran zurückdenke. Den Morgen hatte ich ürbigens damit verbracht auf meine Brille zu warten (hatte meine alte in Deutschland verloren und brauchte Ersatz) und mir anderhalb Stunden an meinen Zähne rumbohren zu lassen. Also bitte keiner beschweren, dass ich keine Zeit hatte! Ich musste arbeiten, einkaufen, viiiiiiiel Zeit mit meinem Freund verbringen und hatte so oder so zu wenig Zeit....
19. Juni Erster Tag wieder im alten Büro - ist auch wie heimkommen. Erst mal zu allen hallo sagen, viele Leute drücken und genießen, dass es Leute gibt die wissen was sie tun und die dazu nicht lauthals diskutieren müssen! Und es stinkt net....es gibt Kaffee und Tee und Frühstückspause...seufz...

Leider viel zu viele Termine und nicht so viel Zeit wie ich mir gewünscht hatte - die Woche vergeht wie im Flug und ich versuche den Gedanken an der Rückflug zu verdrängen so gut ich kann.

18. Juni Erster Tag wieder zuhause - ich kann nicht sagen wir genial es ist wieder zuhause zu sein! Die Sonne scheint, es gibt keinen Nebel, es stinkt nirgends wie in China und die Leute fahren normal Auto! Es hupt keiner und es ist nur halb so chaotisch und voll! Dazu noch Deutschlandfahnen an allen Autos und Häusern - totales Hochgefühl!

Der ganze Tag war einfach klasse und abends bin ich seelig grinsend eingeschlafen auch wenn ich einen Tag zu spät angekommen war und so gleich wieder arbeiten gehen musste!

17. Juni Statt Stuttgart Peking - na gut, also wie schlägt man 12 Stunden in Peking tot? Erst mal Karte besorgen, Koffer abgeben, auschecken und Taxi suchen. Zu Glücj hab ich nen netten Fahrer erwischt, der mit mir gleich noch ne kleine Hutong Tour gemacht hat und mich danach am Nordtor der verbotenen Stadt abgesetzt hat. Die Sonne stach vom blauen Himmel und ich hatte mich an den Gedanken gewöhnt jetzt statt Brezeln zu essen mal ein bisschen Sightseeing zu machen. Und ich muss sagen ich war total baff - der Gugong (Verbotene Stadt) ist der Hammer! Die Gärten quellen über vor Pracht, genauso alle Paläste. Musste immer an die armen Bauern denken, die für die ganze Pracht verhungert sind - China halt. Das Zentrum der Macht und das Zentrum des Universum, das haben die Chinesen ganz gut hinbekommen! Die 4 Stunden gingen verdammt schnell rum aber leider war die Zeit zu lang für meine Grottenolmhaut - Sonnenbrand!

  

Nach der verbotenen Stadt bin ich erst mal zum Tiananmen und Platz, hab Fotos vom Maobild gemacht und mich gezwungen nicht enttäuscht zu sein. Der Platz des himmmlischen Friedens ist nicht so groß, wie ich ihn mir vorgestellt hatte! Also weiter zum größten Buchladen und ein neues T-Shirt kaufen, Socken gabs dann auch noch. Ich hatte ja schlauerweise keine Wechselklamotten eingepackt.

         

Kurze Pause bei Starbucks und dann noch weiter in den Park am Tiantan - dem Himmelstempel. Die Sonne war am Untergehen, ich hab ein Pärchen aus Indien getroffen und hab alten Leuten beim TaiChi zugeschaut - richtig idyllisch! Danach erst zum Hotel Koffer holen und zum Flughafen. Einchecken und jippie, jetzt gehts wirklich los nach Hause!!!
11 Stunden nach Istanbul dann nochmal 3 Stunden und Ankunft in Stuttgart!

16. Juni Lieferantentag Teil zwei - Wieder viele Präsentationen, viel Hektik und einige Frage aber insgesamt eine ziemlich gute Stimmung. Lag bei mir vor allem an der Tatsache, dass mein Flug an dem Abend nach Deutschland flog! Besser fliegen sollte aber dazu nacher mehr. Vor dem Abendessen und nach der Produktschau gings in meine Wohnung, Koffer holen, Stunde schlafen und dann ab auf den  Flughafen - ich war total hyper und konnte es kaum erwarten endlich nach Hause zu fliegen und meinen Freund zu sehen und meine Familie. Leider meinte es der Flugzeug- und Wettergott nicht wirklich gut mit mir. Flieger 2h verspätet und dann noch eine Stunde Startverbot wegen Nebels. Ende vom Lied war, dass wir um 23.45 gelandet sind und mein Anschlussflug um 23.55 abfliegen sollte. Alle Hektik und alles Betteln half nichts - Flieger ging raus und ich war somit um 00:30 Uhr auf dem Flughafen in Peking gestrandet. Zum Glück gabs noch arbeitende Leute bei Turkish Airlines, die mir mein Ticket auf den Flieger am nächsten Tag umbuchten. Danach Hotel organisieren und mit einem Todestaxifahrer durch halb Peking zum Hotel. Nebebei mit Deutschland telefonieren, einen halben Nervenzusammenbruch kriegen und Alternativpläne für den Tag schmieden. Im Hotel bin ich nur noch ins Bett geplumpst, hab mich gründlich ausgeweint und fiel in einen tiefen Schlaf....
15. Juni Lieferantentag Teil eins - Nachmittags rückten unsere Liefranten an und wir waren den kompletten Vormittag damit beschäftigt den Seminarraum zu dekorieren und so zu richten, dass er halbwegs erträglich aussah. Das beste war mit Abstand der halbe Liter SPR Cappuccino. Viele neue Gesichter, viel aha (meine Güte so sieht der oder die aus....) und schmachtende Blicke meines chinesisches Herzensbrechers der mit immer so liebe Mails schreibt. Leider geht er mir nur bis zum Bauchnabel, ist 3 Jahre jünger und hat den Ring an meinem Finger immer ausgefiltert. 

Abends gabs dann das übliche große Fressen und üble Besäufnis, bei dem wir uns ganz gut aus der Affäre ziehen konnten und auch noch in der Lage waren, grade zu gehen. Wer chinesische Essen in offiziellem Rahemn kennt, weiss wie ungewöhnlich das ist!

14. Juni Stress pur und totales Chaos im Büro, dann zum austoben laufen gehen in den Park und statt totaler Runde und Rammstein im Ohr wurde ich von einem angesprochen. Ich sollte aber vorne anfangen. Der Kerl hat mir bei jedem Mal laufen immer ganz lieb hello gesagt und diesmal hat er sich nach der dritten Runde und dem dritten hello getraut, sich mir in den Weg zu stellen und mich zu fragen, ob ich Englisch kann. Nachdem gleich mal geklärt wurde, dass ich nicht aus Amerika bin waren wir gleich die besten Freunde und als ich dann noch sagte ich sei aus Deutschland fiel er mir fast um den Hals. Wir drehten also einige Runden, unterhielten uns über dies und das, mal auf Englisch mal auf Chinesisch und auf einmal lächelten mich sogar die ganzen Grummelmonster an, die sonst immer ganz grimmig drein schauten. Es stellte sich raus, dass der Chinese jeden Tag zweimal im Park unterwegs ist, um die Ecke wohnt und so ziemlich jeden im Viertel kennt. Dazu arbeitet er noch bei der Gas-Wasser-Strom Behörde und gehört somit in die Kategorie "Extrem wichtiges Vitamin B".

Wir werden uns öfter treffen....nur sollte er noch ein bisschen schneller laufen  -  das Schneckentempo macht keinen Spaß!

Zuhause hab ich dann mal probe gepackt und siehe da, der Koffer geht zu und es sind ausser meinen Sport Sachen nur Geschenke drin....also genug Platz meine Klamotten von Deutschland aus wieder nach China zu bringen!

12. Juni Antrag auf Beantragung eines chinesischen Führerscheins ist ne feine Sache. Nachdem sowohl der internationale als auch der deutsche Führerschein übersetzt waren ging es mit unserm Stihlfahrer gemeinsam mit Kollege und seiner Frau zur Führerscheinstelle. Lektion eins die wir lernten: Es gibt in China eine Art TÜV. Zumindest werden die Autos regelmäßig geprüft allerdings weiß keiner worauf. Wenn selbst die alten Taxis hier durch die Prüfung kommen wird vermutlich nur geschaut, ob 4 Räder dran sind und der Motor anspringt.

Danach Bilder machen, aber bitte nicht mit eigener Brille, die spigelt nämlich. Darum musste ich eine dieser furchtbar hässlichen chinesischen Brillen aufsetzen, die natürlich keine Gläser hatte und mir fast runterfiel, weil die Bügel zu kurz waren. Das Bild ist mit Abstand eines der miesesten, die es jemals von mir gegeben hat und hoffentlich geben wird. Mit Bild und Übersetzung ind zigfacher Ausführung weiter zum Health Check. Ja schon wieder....aber diesmal seeeeeehr chinesisch. Stellt Euch ne Halle vor, in der Mitte kriegt man nach einer halben Stunde Warterei eine Chipkarte, mit der man sich zu Station eins begibt. Hier schaut man in ein Gerät, in dem man viele E's sieht, die entweder nach oben, unten, links oder rechts offen sind. Auf Chinesisch kommt dann die Anweisung welches E man lesen können sollte, man zeigt mit dem Daumen in irgendeine Richtung und wird weitergewunken. Danach kommt der Hörtest, der daraus besteht sich erst mal zwei nicht miteinander verbundene Kopfhöhrerteile an die Ohren zu halten. Dann kommt ein Piepston und man muss sagen, ob der von rechts oder links kam. Woher die Damen wissen will, wos piept weiss ich net...ausserdem hat sie auch gar nichts geguckt. Station 3 ist das die wirklich wichtige: Die Kasse!

Mit der Health Check Bestätigung, dem hässlichen Foto und den Dokumenten gehts dann weiter zu einer andersn Stelle, wo man dann nach einer Stunde einen Termin für die schriftliche Prüfung bekommen. Netterweise gibts auch gleich die Fragen und Antworten der Prüfung als Merkblatt. Insgesamt gibts 11 Fragen und alle haben dasselbe Problem: Das ist kein Englisch und die Logik fehlt....egal drückt mir die Daumen, hab meine Prüfung am 15. Juli!

11. Juni Letztes Wochenende vor dem Flug zurück nach Hause. Natürlich muss man jedem was mitbringen und darum stand der Tag ganz im Zeichen des Geldscheins: Einkaufen und ganz viele Geschenke für zuhause suchen. Erst mal gings zum Cultural Market viele Rollbilder kaufen. Hab schon zwei in meiner Wohnung und ein bisschen chinesische Kultur ist ja als Mitbringsel nicht so schlecht. Der Taxifahrer, den ich an diesem Tag erwischt hatte gab mir noch ein paar Tipps zum Thema Höchstpreise und wo man am besten einkaufen kann und ließ mich dann alleine auf die armen Restchinesen los. Meine Taktik war, mich als Studentin zu verkaufen. Also zerrissene Jeans und dünner Geldbeutel. Ging auch voll auf und ich hab weniger bezahlt als ich mit meiner chinesischen Kolleginnen unterwegs war und die für mich verhandelt haben. 

Von der Changle Lu ging es dann zu Fuss (was für eine dämlich Idee) zum Jimo Market. Ich hatte mir eingebildet, dass das auf der Karte gar nicht weit aussah. Naja, inzwischen scheinen die chinesischen Kartenlesekünste schon auf mich abgefärbt zu haben. Hat nur anderthalb Stunden gedauert und ich habe einiges an chinesischer Lebensart mitbekommen. Opas in Unterhose beim Mahjong spielen, wilde Wäscheleinen quer über die Straße und ganz viele Hunde und Katzen, die sich in der Sonne ahlen und scheinbar von dem Knofi Gestank, der überall in der Luft wabert gar nichts mitbekommen.

Mit riesigen Blasen an den Füßen (Rekord!) war ich dann noch im Jimo Market mit Frank unterwegs und wir haben gehandelt und eingekauft bis zum Tüten platzen. Erfolgreicher Einkauf! Danach noch zum Carrefour und endlich habe ich verstanden wie die Schließfächer dort funktionieren. Die sind nämlich HighTech und nicht so einfah zu verstehen. Es hat uns ca. 5 Leerversuche gekostet um hinter die Geheimnisse zu kommen und sicher zu stellen, dass unsere Tüten nicht im Schließfach bleiben.

Abend dann gemütlich aufm Sofa und mit Skype. Nicht mal mehr ne Woche!!!!

 

10. Juni

Kochen Teil 2

Endlich mal ein Samstag an dem meine Nachbarn nicht gehammert haben, ein Wunder fuer das ich dann am Sonntag zahlen musste. Nachdem ich schnell bei Carrefour fuer 7 Euro Pizzakaese gekauft habe kamen die ersten Kolleginnen um 3 Uhr. Wir wollten fuereinander kochen - meine Kolleginnen zeigen mir wie man chinesisch kocht, ich zeige denen wir man Muffins macht und Pizza baeckt. Die Kueche war voll mit Gemuese und Zutaten und 5 Leuten, zwischendrin huepfte das AK meiner Kollegin und brachte totales Chaos rein. Er hat meine Gummibearchen gefressen und fast meine Waage und meine Borg Spardose demoliert. Ich liebe Kinder....

Chinesisch kochen besteht immer aus viel Oel, einem rauchenden Wok und vielen frischen Zutaten. Eigentlich recht einfach aber ich habs noch nicht selber probiert, mal sehen ob das klappt. Es gab eine "Frauensuppe", Kartoffelstreifen mit Chili, Melonensuppe, Eier mit Tomaten, Muscheln, Pizza und Muffins, dann noch Brokkoli. Es ging richtig rund und ich hab den Abend wsehr genossen, alle haben sich dann auch in meinem Kochbuch verewigt. Danach haben wir noch England gegen Paraguay geguckt und um 23 Uhr sind dann alle gegangen. Die Kueche war aufgeraeumt und vermutlich sauberer als vorher und mein Kuehlschrank quillt fast ueber. Ich mag meine Wohnung, endlich genug Platz, ausserdem fuehlen sich die Leute hier wohl - seufz! 

9. Juni Eroeffnungsspiel Deutschland gegen Costa Rica, nach einem koreanischen Essen mit den Kollegen und 100 Schueselchen (war irendwie wie Chinesisch...) gings auf ein Bier zum Monnemer Eck und zum deutschen Stammtisch. Danach zum Crowne Plaza, von wo wir wieder geflohen sind. Erwartet haben wir ein bisschen Stimmung zum Eroeffnungsspiel, stattdessen gabs weisse Tischdecken mit Deko und einen riesigen Saal mit Buffet. Absolut nicht fussbaulltauglich. Also auf in die Q-Bar und dort waren wir dann bis um 2.30 Uhr und haben natuerlich bei jedem Tor fleissig gejubelt!
6. Juni Kochen Teil 1

Als Abschied von einem der deutschen Studenten gabs eines seiner verdammt leckeren Rezepte und die erste Kochsession in der endlich ausgestatteten Kueche. Wir haben das Rezept Heimweh-Baguette genannt und genau so schmeckt es auch. italienisch, europaeisch - lecker. Schade dass die Leute immer dann heimgehen, wenn man sich grad erst kennengelernt hat. 

4. Juni Hochzeit auf chinesisch 

Sonntag ein bisschen ausschlafen und ab zur Hochzeit, Zachary kam wie jeder Chinese ne halbe Stunde zu frueh (das nervt) und wir sind zusammen hingefahren. Er in Jeans, ner ausgebeuten Jeans und abgelatschten Turnschuhen....so geht man in China auf ne Hochzeitsfeier. Dort hat uns dann gleich der Bruder meiner Kollegin (der Braut) abgeholt und in den Festsaal gefuehrt....Kitsch bis zum Umfallen...gruslig. Alles rot, gold und total ueberladen. Dann gings wieder nach unten zur Ankunft des Brautpaars um 11.18, leider hats nicht auf die Minuten geklappt also nochmal 10 Minuten warten, weil die immer um x8 ankommen muessen, das bringt Glueck. Ich bekam ein Koerbchen mit Bluetenblaettern und war somit eines der offiziellen Blumenmaedchen, dazu muss man unverheiratet sein. Ich denke ich gehe als groesstes Blumenmaedchen in die Geschichte ein. Punkt 11.28 kam dann der Wagen und der Drachentanz ging los, es trommelt wie wild, es wird geboellert und natuerlich mit Bluetenblaettern geworfen. Meine Kollegin sah supergruslig aus, zumindest aus der Naehe! Nach viel tanzen, viel boellern und Luftballon knallen lassen (soll auch Glueck bringen) ging es in den Sall zurueck. Da marschierte dann das Brautpaar zum Hochzeitsmarsch ein und bekam erst mal viele Reden zu hoeren. Freunde, Verwandte, Eltern und Chef mussten allesamt eine Lobeshymne halten. Danach gings zum ersten GanBei und zwar mit Baijiu...dem gefaehrlichen chinesischen Schnaps. Leider konnten wir uns beim ersten Glas nicht wehren, immerhin hatten wir ja schon die kleinen Kinderglaeser. Das Zeug brennt einem alles weg und hat einen total widerlichen Geschmack - wie Spiritus! Es wurde immer wieder aufgetischt, viel zu viel essen und immer wieder nachgeschenkt. Zu dem Spiritus habs auch noch gepanschten Zuckerrotwein. Insgesamt hab ich 4 Glaeser Schnaps in mich reingeschuettet, teilweise heimlich mit Sprite verduennt, teilweise pur....aber ich habs immerhin geschafft, die Heldin des Tages zu sein und jetzt hab ich den Ruf als deutsche Kampftrinkerin....Nebenher gabs Karaoke und wir konnten uns nur mit sehr viel Glueck und Verhandlungsgeschick aus der Sache rauswinden. Ich befuerchte, dass bei der naechsten Hochzeit allerdings die ganzen Ausreden nicht mehr ziehen...  

Die Chinesen waren nach der zweiten Runde Ganbei schon dermassen dicht, dass das Torkeln losging...bis Runde 10 war dann jeder rotgesichtig und voellig am Ende. Die Hochzeitsfeier an sich hoerte relativ schnell auf, danach ging es fuer die Herren der Schoepfung noch zu den Gentlemen Activities, natuerlich mit dem Auto, besoffen faehrt der Chinese wohl noch besser als nuechtern. Wir haben uns dann noch bei dem Starbucks Kaffe regeneriert und wieder mal DVDs gekauft. Der Abend war dann relativ ruhig!

3. Juni Containertag

Kommen wollten die Kerle um 8 - geklingelt hats um halb acht - es stand ein LKW vor der Tuer und der Fahrer dazu. Sonst keiner....er fing an auszuladen und hoerte dann auf einmal auf. Ich hab meinen Chef angerufen und er hat dann mit dem Fahrer geredet - der wollte 20 Euro von mir um MIR beim ausladen zu helfen. Als der erste leere Karton aus dem LKW kam bin ich ausgeflippt und hab den Kerl in meinem besten Chinesisch zur Schnecke gemacht. Dann hab ich vor lauter Wut im Bauch den halben LKW ausgeladen und per Aufzug in meine Wohnung verfrachtet. Ich war soooooooooo stinkig. 45 |Minuten spaeter tauchte die Dame vom Forwarder samt zwei Packleuten auf, der hab ich erst mal die Story mit den 20 Euro erzaehlt, woraufhin der Fahrer nochmal angefaucht wurde (geschieht ihm grade recht). Tausend Mal sorry etc. und die Jungs haben den Rest nach oben geschleppt. Alle Kartons waren da, der leere wurde wieder eingepackt und alles von der Verpackung befreit. Die Kerle haben alles in die richtigen Raeume getan und das Maedel hat mein Geschirr ausgepackt und eingeraeumt. Insgesamt hats so 3 Stundne gedauert und bis um 32 hab ich dann noch alles halbwegs so hingeraeumt, wie ich es gerne hab. Dann kam meine Kollegin samt Ehemann und die haben dann mit mir noch eingekauft (5kg Mehl und 5kg Reis schlepp man net allein) und noch geholfen, die Bilder an die Wand zu raeumen und die neuen Schuhregale aufzubauen. War klasse, ich hab nebenher die ersten Muffins produziert und um 5 war ich zum Grillen bei meinem deutschen Kollegen, zusammen mit den andern Deutschen. War ein netter Abend!

2. Juni Jawoll, nach dem ueblichen Abendessen beim Monnemer Eck und einem Cocktail im La Luna gings ins feelings...schon viel davon gehoert aber nie da gewesen. Der Eingang ist irre, fast wie im Europa Park. Aus dem Innern gabs viiiiiel Bass und siehe da, die spielen House und Techno und das nicht mal schlecht. Endlich wieder tanzen! Die Tanzflaeche war voll gepackt mit sehr interessanten Gestalten. Einer davon hat uns allesamt fast in den Wahnsinn getrieben, Maennlein wie Weiblein. In der Mitte gibts eine Platte, die auf und ab huepft und auf der man sehr schnell seekrank werden kann. Die Drinks sind miserabel aber die Musik wirklich gut! Da gehen wir auf jeden Fall wieder hin.