Februar 2007
25.2. Fruehstueck auf dem Zimmer und schon wieder Abschied...das wird nicht besser wenn man das oefter macht! Das gefuehl innerlich zu zerreissen vor Schmerz ist jedes Mal wieder da. Das einzig Gute ist, dass ich weiss wie lange ich das aushalten muss und dass es wieder besser wird – bis zum naechsten Abschied. Auf dem Flughafen dann trennen sich die Wege, Michi fliegt nach Frankfurt und ich mal wieder nach Qingdao – wo ich dann um 3 mittags auch war. Ausgelaugt, leer, allein...wie immer.

 

24.2. Neuer Tag und wieder was zum Fruehstueck? Jaja....langweilig ich weiss. Diesmal mit der U-Bahn zum Qianmen und die Suche nach der Underground City beginnt. Michi wollt unebdingt hin und die Strasse an sich zu finden ist gar net so schwer nur ist das Viertel schon halb abgerissen, Haeuser stehen leer oder wurden geraeumt und die Abrissbirnen arbeiten sich langsam aber sich vorwaerts. Die Underground City kann man sich auch von einem der Rikscha Fuehrer zeigen lassen, wir fanden auch ohne die hin. Ob ich das jetzt toll dort fand oder net kann ich gar nicht sagen...es war auf jeden Fall feucht und muffig und die Idee die halbe Stadt zu untergraben und den Sommerpalast mit dem Tiananmen und der KP Zentrale zu verbinden ist ja noch nachvollziehbar. Aber wieso man ueberall diese grusligen halb verschimmelten Plakate hinhaengen muss ist mir net so klar. Die Fuehrung ist weder interessant noch sonstwas – vermutlich wird man das ganze bald schliessen, denn es gibt dank der Abrissarbeiten schon Wassereinbrueche und die Haelfte der Gaenge steht zentimeterhoch unter Wasser.  

Weiter zur Dazhalan Xie und dem Viertel drumrum – perfekt um ein bisschen Tee, Kitsch und viiiiiiiiiiiiiiiiel Kalligraphie zu kaufen. Einzig das look a look und chieeeeeeeeeeep chieeeeeeeeeep nervt a bissle, deswegen Flucht mit dem Taxi zum Tiantan – dem Himmelstempel im Sonnenuntergang, nicht mehr allzu viele Touristen unterwegs und im Park ist es auch halbwegs ruhig. Anschliessend nach Wangfuhing und zum Bookstore, die letzten Buecher einpacken und im Hotel auch wieder Koffer packen. Zum Abendessen gabs schaaaaaaaaaaaaarfe Sichuan Sachen – was mein Magen nicht wirklich toll fand. Die letzte Nacht....der Klos im Hals kommt schon wieder.

 

23.2. Zum Fruehstueck schon wieder in der Food Street die Crepesteile und fuer mich Mais und danach mit der U-Bahn zum Lama Tempel. Vorher aber zu einem Tempelfest am Ditan Park – total abgefahren! Um den Ditan (Erdaltar) rum hunderte Staende, totale Musikbeschallung, Losbuden und eine wabernde Menschenmasse. An jedem Stand derselbe Mist und natuerlich viel zu essen. Nach einer halben Stunde verliessen wir das Chaos und es ging ab in die Stille des Lama Tempels – oder auch net, denn da war die Hoelle los. So viel Raeucherstaebchenopfer auf einem Haufen hab ich noch nie gesehen. Die wurden von fleissigen Helfern alle 5 Minuten bergeweise abgeraeumt um Platz fuer die naechsten zu machen, die ihr Opfer bringen wollen um Glueck fuers neue Jahr bitten. Aber ist wirklich absolut sehenswert!

Mit dem Taxi dann weiter zum Houhai-See wo die ganzen Rikscha Fahrer Hutong Touren anbieten und notfalls auch mal halbwegs jemanden uebern Haufen fahren. Wir gingen zu Fuss, was wieder ein bisschen Kopfschuetteln verursachte – einer war ziemlich hartnaeckig und wollt uns unbedingt mitnehmen. Sah aus wie so ein Nussknackermaennle, langer weisser Bart und ein Gesicht mit einer Falte fuer jedes gelebte Jahr. Er war beleidigt, weil ich ihn nicht erkannt und und musste dann gleich mal deine Beruehmtheit klar stellen und zwar mit Zeitungen aus Deutschland, USA, Japan und China! Die Unterhaltung mit ihm hat einige seiner Kollegen angelockt und irgendwie wars total lustig! Es wollt uns mit heim nehmen und halb Peking zeigen und liess uns erst gehen, als ich seine Visitenkarte hatte und versprach, ihn beim naechsten Mal in Peking anzurufen. Mach ich vielleicht sogar, der Kerl ist ein Unikat!

Vom Houhai See mit seinen hunderten Restaurants und Bars und halbnackten badenden Rentnern vorbei am Glockenturm zur Nanluoguxiang. Die Strasse hat zig kleine Laeden, Restaurants und Backpackerhostels und den besten T-Shirt Laden Pekings: Plastered T-Shirts. Weiter mit dem Taxi zum Worker Stadium und in einer der Fake Markets, der aber nicht wikrklich toll war. Darum weiter zu Fuss in Richtung Silk Market und auf dem Weg wurden wir permanent wegen DVD’s angequatscht. Einer chinesin sind wir da geschaetzte 2km hinterhergelaufen bis wir bei ihr im Wohnzimmer landeten. Dort wurde dann vom Sohnemann die DVD Kiste unterm Bett vorgeholt und wir konnten uns raussuchen, welche wir wollten. Der Weg ins Wohnzimmer war abenteuerlich, von der Strasse in ein kleines Wohngebiet, dann durch den lokalen Gemuesestrassenmarkt um 3 Ecken und 4 Winkel durch die Tuer. Selbst wenn man keine DVD’s will, alleine der Sightseeingwert des Spaziergangs ist super! Silk Market an sich ist einfach nur unendlich voll, ueberteuert und naja – net mein Fall! Im 7. Stock bekam Michi dann seine erste Peking Ente zum Abendessen, anschliessend mit dem Taxi zum Hotelm Fuesse sind platt gelaufen und tot!

 

22.2. Fruehstueck und der Taxifahrer wartet schon – die Fahrt kostet schlappe 50 Euro (Leerfahrt zum Hotel und mit Fahrgaesten zurueck) und es gibt als Alternative nur ein Limousinenangebot fuer mehr als 100 Euro vom Hotel – klasse, liegt am A. der Welt und hat kein Transportangebot, das ist verbessungswuerdig. Nachdem wir dann im Peninsula in Peking eingecheck hatten ab auf Sightseeing Tour durch die Verbotene Stadt. Fuer mich wars ja das zweite Mal aber wieder supergenial, endlich mal ein bisschen klassisches China und es war auch zum Glueck net so voll wie im Juni, so dass man sich wenigstens halbwegs ungestoert bewegen konnte. Durchs Tiananmen raus und natuerlich Foto mit Maobild im Hintergrund, bevors durch die Unterfuehrung auf den Platz des himmlischen Friedens ging. Den find ich immer noch net so toll und auch net so gigantisch – keine Ahnung wieso.  

Mit der U-Bahn fuhren wir dann nach Wangfujing und dort gings dann zu Fuss und nach einem Abstecher im Foreign Language Bookstore ins Hotel. Zum Abendessen lecker Zwiebelcrepes in der Food Street! Lustig fand ich, dass man in Peking net mal Fahrkartenautomaten hat, sondern die Tickets am Schalter holen muss. Wehe dem, der das System net kennt oder kein Chinesisch kann, der kann schon mal mit einem Hand- und Fusssprachekurs anfangen.

 

21.2. Gaehn, die Sonne scheint und es geht ab zum Fruehstueck. Auf einmal sieht man fast viele Leute, die sich in der riesigen Anlage gut verteilen. Fuer den Tag wollten wir auf jeden Fall auf die Mauer und vor allem uns bewegen. Genau wie ein Paerchen aus den USA, die versucht haben vom Concierge Infos ueber im Infoheftle angepriesenen Wanderweg auf der Mauer zu kriegen. War recht schwierig, denn der Concierge oder besser er und sein Chef konnten beide mehr schlecht als recht Englisch und selbst nachdem ich uebersetzt hatte was wir wollen gabs nur Kopf schuetteln...aeh wandern was ist denn das und wieso? Ne es gibt nur einen kleinen Weg auf einen unrestaurierten Abschnitt hinter dem und dem Haus aber mehr auch net und wie weit es bis Shuiguan ist und wie lang der Abschnitt ist weiss er net. Die Amis haben sich mit dem Auto zur Mauer fahren lassen, ich konnt Michi zum Laufen uberreden und so landeten wir als weit und breit einzige Langnasen an der Shuiguan Wall. Riesiges Chaos und Theater, alle wollen verkaufen und koennen hello, hello sagen. Die Kartenverkaeuferin wollten und uebers Ohr hauen und die Kartenabreisser glotzten uns an wie Aliens. Erst mal gings rechts hoch, die Treppen sehen aus der Ferne gar net schlimm aus sind aber verdammt steil und teilweise knapp huefthoch. Da wird eine halbe Stunde Treppenlaufen zum echten Herzkleislauf- und Muskeltraining. Bis zum ersten Wachturm kamen wir, kurz danach ist schon die erste Absperrung und man kommt nicht weiter, also die steilen Stufen wieder runter auf auf der andern Seite hoch. Da war dann viel mehr los, vor allem mehr Kitschverkaeufer, die sich mit den chin. Touristen eine goldene Nase verdienen. Die konnten schwer nachvollziehen, wieso wir kein Interesse an einem Foto mit Kamel und Mauer hatten, zur Info das Kamel lebte und stand Gras fressend in der Gegen rum. Logisch ja auch, dass man da unbedingt ein Kamel haben muss und sich in grellbunten Affenkostuemen draufsetzt fuer schoene Erinnerungsfotos, ich komm aus Deutschland ich muss das net verstehen. Weiter nach oben und die Menschenmasse duennt sich aus – denn fuer jede Treppenstufe braucht man mindestens ein Kilo Reis als Snack bevor man weitergeht und da wir so viele Kilos Reis net mitschleppten kamen wir schneller voran. Leider gehst auch die andere Richtung nicht wirklich arg weit und nach einer Stunde war auf der Ebene Schluss. Die Aussicht ist traumhaft und ich kam nicht mehr aus dem Staunen und Fotografieren raus – die Vorstellung wie irre der Mensch gewesen ist, der diese Idee hatte und wie total sinnlos das ganze war. Aber sieht genial aus!

Zurueck auf dem Hotelgelaende stapften wir noch auf den unrestaurierten Hausabschnitt des Hotels – GENIALS! Allein das ist das beste an dem Hotel, auch wenn die Zimmer winzig, die Angestellten teilweise ziemlich daemlich sind und das Essen ueberteuer und mies! Kein Mensch unterwegs und einfach auf einem Originalstein hocken, waehrend einem die Sonne auf die Nase scheint. Am Abend Taxi fuer die naechsten Morgen organisieren und nochmal vom Restaurant aus auf die Mauer schauen – seufz.

 

20.2. Und wieder etwas frueher los und ab nach Peking! Dort wurden wir von John abgeholt, unserem Fahrer fuer diesen Tag. Auf der Agenda standen Abholung vom Flughafen, danach Fahrt zum Tanzhe Si, danach Ming Graeber und als letztes Absetzen im Great Wall Kempinski. John war mit Schild bewaffnet schon am Flughafen und auf Anhieb sehr sympathisch. Dazu faehrt er anstaendig und kann ziemlich gut Englisch – die Kombination machen ihn 600 RMB pro Tag schon wert, vor allem wenn man die Strecke anguckt, die wir an dem Tag mit ihm gefahren sind. Der Tanzhe Si liegt ca. 70 km westlich von Peking in den Bergen. Schon an der Strasse 20km vorher standen rechts und links Massen von Verkaufer Spalier um die Leute, die in den Tempeln ihr Neujahrsopfer bringen wollen, mit Raeucherstaebchen zu versorgen. Das bereitete uns dann auch auf den Trubel am Tempel selber vor – der schien vor Leuten fast ueberzuquellen. Die Anlage ist ziemlich weitlaeufig und wohin man schaute waberte der Rauch durch die Tempelhallen. Um duer Glueck im neuen Jahr zu beten gibts es aber auch den scheinbar bekannten Fisch, dem man fuer 5 RMB den Bauch streicheln kann, fuer ebenfalls 5 RMB kann man auch mit Muenzen auf eine Glocke werfen und wer trifft hat Glueck im neuen Jahr (ich hab getroffen, mal sehen ob das stimmt). Es gibt zig Nebentempelchen in denen man locker 2 Stunden rumkriegen kann. Anschliessend haben wir dann den Pagodenwald gesucht, der nicht ma eigentlich Tempel liegt sondern ein bisschen hangabwaerts, ca. 10 Minuten zum Laufen. Der Wald ist eigentlich relativ klein aber sehr ruhig und wirklich schoen – sollte man sich also dringend ansehen, wenn man eh schon da ist.  

Weiter gings zu den Ming Graebern – die ca. 45 Minuten Fahrt entfernt sind und wo wir uns das meiner Meinung schoenste Grab Chang angesehen haben. Auch fuer mich was neues, denn beim letzten Besuch von mir war ich im Underground Palace am Ding Grab und das fand ich total bescheiden. Die Anlage am Chang Grab ist schoener, ein bisschen parkaehnlich und leider wie alle Ming Graeber total ueberfuellt.  

Kurz vor Ladenschluss dann letzte Fahrt des Tages zur Kempinski Commune at the Great Wal, von dem ich mir viel erhofft hatte. Die Anlage liegt ca. 3km von der Ausfahrt Shuiguin am Badaling Highway in den Huegeln mit echter Aussicht auf die grosse Mauer. Nach dem Einchecken gings also mit dem Golfwagen zu unserm Haus und Zimmer. Das Design ist schon der Hammer, das Zimmer war dafuer auch hammermaessig klein. Der Sternenhimmel war gigantisch weil man wirklich Sterne sehen konnte und es war unheimlich still – keine Autos hupen, kein Geschrei und viel schoener: Kein Geruch, nur frische Luft! Zum Abendessen gibts leider nur eine Moeglichkeit, das Hotelrestaurant, das wirklich komplett ueberteuert und nicht wirklich gut ist.

 

19.2. Letzter Tag in Qingdao, Jusco, Carrefour nochmal zum Eckladen mit der verfuehrerisch eventuell echten oder auch gefaelschten Chloe Handtasche und Sachen zusammenpacken. Abends mit Maggie und Mann essen und anschliessend in dei Q-Bar. Total strange, irgendwie passt das nicht zusammen mit Michi dort zu sein und meine Kollegen und chin. Freund um mcih zu haben – totaler Realitaetscrash! Der hat sich ma naechsten Morgen dann mit Kopfweh etwas bemerkbar gemacht....tststs.....Long Island und Caipi moegen sich halt doch net.

 

18.2. Die Pandas singen, die Chinesen boellern und wir sind wach - willkommen im Jahr des Schweins. Die Sonne strahlt aber dank des Rauchs der diversen Feuerwerke liegt eine leichte Rauchwolke ueber der Stadt, die aber gluecklicherweise am Shilaoren Beach nicht mehr allzu dicht war. Von dort ging es am Strand entlang zum Skulpturen Park und anschliessend nach Taidong wo oh Wunder sogar einige Laeden auf hatten. Anschliessend dann noch zum Beer Museum, wo absolut tote Hose war. Gigantisch ist nicht das Museum an sich aber am Ende gibts einen Raum, in dem alls total schief abgebracht ist und in dem man sich nach einer Minute toooooooootal besoffen fuehlt! Zum Abendessen gings ins Hot Pot Restaurant. So ruhig wie an dem Abend wars in dem Restaurant wohl noch nie und komischerweise gabs keine englische Karte mehr.

17.2. Ich wache auf, bin mal nicht allein in meinem Bett und hoere im Halbschlaf laute Klaviermusik. Mein Hirn denkt erst an meinen Nachbarn aber als ich vollende wach bin stellt sich raus: Meine Dekopandabaeren in der Wohnanlage spielen Musik! Aber nicht irgendeine, nein sie koennen zwei Lieder: My heart will go on und dieses unsaegliche Richard Claydermann Geduedel! HILFE, das ist doch wohl net Euer ernst?!? Alles ist fuer chin. Neujahrsfest dekoriert und meine Pandabaeren singen, die Stadt ist ausgestorben und dann noch nicht mal ein bisschen musik. Vielfalt – es war einfacher das Karaokegesinge meines Nachbarn zu ertragen. Das Programm des Tages geht nach Badaguan (mit dem Bus) und quer durchs alte Stadtviertel bis zum Huiquan Square, danach zum Zhanqiao Pier und ueber die Zhongshan Lu, in der man sich vorkommt wie in einer Geisterstadt. Ein Schwenk ueber die kath. Kirche brachte uns in die kleinen, chin. Seitengassen und da gings dann schon richtig mit Krach und Trubel los! Ab 15 Uhr war jede Sekunde wir Silvester in Deutschland – der Wahnsinn beginnt. Zum glueck hatte natuerlich auch der Jimo Market komplett zu und wir stiegen ins Auto um nochmal einkaufen zu gehen. Im Supermarkt kam dann die Ansage, dass sie in 20 Minuten (also um 18 Uhr) schliessen – Hektik und schnell die Tueten packen und zurueck zum Appartment. Den Abend verbrachten wir mit Ohren zuhalten, Kopf schuetteln und ca. 15 Sekunden mit Boeller abfackeln, die uns dann auch gleich noch Ohren flogen! Wers noch nicht erlebt hat, der glaubst einfach nicht, es geht sicher nicht lauter oder heller und die Groesse der Feuerwerke laesst jeden Pyrotechniker blass werden. Auch die CCTV Spring Festival Show war durchaus unterhaltsam, ein singendes Etwas in Pluesch, huepfende Kinder die von der glorreichen Revolution singen, diverse noch nie dagewesene modische Katastropen und Texte, die einem den Maoanzug anziehen. An Schlaf war bis um 2 nicht wirklich zu denken, da meine Nachbarn und der Rest Qingdaos mit Boellern und Raketen abschiessen beschaeftigt waren.

 

16.2. Packen und Rueckflug nach Qingdao! Ich geb zu, dass ich ein bisschen nervoes war, immerhin wollt ich dass Michi Qingdao gefaellt und er gern auch mal wieder zu mir kommt. Um 12 Landung und dann mit dem Taxi bei strahlendem Sonnenschein in meine Wohnung – der erste Kommentar war nur: Gross. Um einen Eindruck von Qingdao zu kriegen spazierten wir Richtung Jusco zum Mittagessen, danach am Meer entlang zum Wusi Square und anschliessend vom Music Square und gaben aufgrund von Wind und Kaelte das Laufen auf. Also ab zu Starbucks aufwaermen, Kaffee trinken und nach einer Shopping Runde bei Carrefour ab nach Hause. Komisch auf einmal beide Welten bei sich zu haben – ist schwer zu erklaeren. Aber Michi ist mein deutsche Welt und Qingdao meine chinesische, auf einmal beides zu haben ist gar nicht so einfach zu begreifen aber natuerlich supergut!

 

15.2. Hoehepunkt Guilin – die Li River Cruise! Zum Fruehtstueck gabs heute Buffet, da ueber Nacht eine Horde franzoesischer Teenager im Hotel eingefallen war.  

Leider wurde das Wetter nicht wirklich besser und es war neblig oder diesig – smogig wohl eher net. Die Fahrt zur Ablagestelle war recht langweilig ung ging ziemlich schnell. Wir waren die ersten, die aufs Boot kamen und so hatten wir genuegend Zeit, die unendlich tolle Einrichtung zu bewundern und uns gute Plaetze zu sichern, bevor die franzoesische Schulgruppe vom Fruehstuecksbuffet eintraf. Die Fahrt auf dem Li River ist ziemlich lustig, erst mal hatte ich dauern das Gefuehl, dass viel zu wenig Wasser fuer Boot da ist, die Franzosen unterhielten samt dem Amipaerchen gegenueber uns und die andern. Die Landschaft war wirklich genialst, leider konnte man nicht allzu viel sehen und die chin. Fantasiefiguren in den Bergen waren teilweise schon sehr interessant. Ich hab jede Meng  geknipst und am besten waren die verkaeufer mit ihren Flossen, die vom Faecher bis zum Zierkohl aus Plastik alles moegliche verkaufen wollten. Dank low season fuhren nicht allzu viele Schiffe auf dem Li und man hatte die Moeglichkeit auch mal Flussbiegungen ohne Schiffe, Boote oder Verkaeufer zu knipsen. Nach ueber 4h Fahrt kamen wir dann in Yangshuo an, einem Ort von dem ich mich mehr als „Lookalook“ und „Cheapcheap“ erwartet habe. Scheinbar ist das auch nur so schlimm, wenn Boote ankommen aber auch an sich war nur die Landschaft drumrum richtig toll, die Stadt an sich ist halt wie alle andern chin. Staedte. Fuer uns gabs nach einem kleinen Rundgang die Rueckfahrt nach Guilin und abends endlich ein Abendessen nach Guilinart. Wie immer hab ich zu viel bestellt, aber es war alles superlecker! Schoen scharf und es gab sogar ne Art Salat, den ich mit Michi ganz schnell verputzt hab. Einzig doof war das Wetter, es regnete in Stroemen und war inzwischen emfindlich kalt geworden. Letzter Abend in Guilin und ich denk ich koennt mir das vielleicht nochmal ansehen, dann aber hoffentlich mit besserem Wetter auf dem Li.

 

14.2. Das Fruehstueck war der Brueller, erst mal dachten wir das ganze waer zu – wars aber nicht. Es gab sage un schreibe 2 gedeckte Tische und am andern ganz in der Ecke sass eine einsame Langnase und nagte am einem Toast. Jeder bekam sein Toastbrot, bissle Saft (Chemieeeee) und Obst bzw. Ei damit hat sichs. Da war schon klar, dass hier wirklich tote Hose ist und ich mein Muesli wohl vergessen kann. Egal, um 9 gings los nach Longji zu den bekannten Reisterrassen am Drachenhuegel. Die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden und fuehrte ueber Serpentinen ganz schoen weit nach oben. Der Weg bis ins Terrassendorf ist wohl in der Hauptsaison mit kleinen Verkaufsstaenden gepflastert, zum Glueck war aber an diesem Tag nicht allzu viel los. Die Wolken waren zwar grau, aber der Regen blieb uns gluecklicherweise erspart und es war auch um einiges kuehler als am Tag davor, nichts mit T-Shirt Wetter. Das Dorf an sich besteht wohl zu 90% aus Guest Houses und Restaurants, dazu noch Souvenir Shops und ich kann mir nicht vorstellen, dass man die Aussicht in der Saison ungestoert geniessen kann. Mir wars so ganz recht, denn die Terrassenfelder sind wirklich der Hammer! Mittagessen gabs als einzige Gaeste in einem der wenigen offenen Restaurants, Gemuese vom eigenen Feld und endlich bekam Michi mal authentische chin. Kueche vorgesetzt! Die Rueckfahrt nach Guilin dauerte wieder 2h, diesmal mit einem kurzen Zwangsstoppp in der Perlenfabrik – CITS....die Tourguides sind verpflichtet mindestens eine der staatseigenene Fabriken zu besuchen, war aber nicht allzu schlimm und nach 10 Minuten fuhren wir zurueck ins Hotel. Duer den naechsten Tag gab es dank Regen in der Nacht zuvor die gute Nachricht, dass wir vom normalen Pier aus fahren wuerden und somit die volle Cruise mitmachen koennen.  

An diesem Abend hatten wir die Adressen von zwei Restaurants mit typischer Guilin Kueche von unserm Guide bekommen, die zu finden war nicht das Problem aber es war die Hoelle los! China feiert Valentines Day und nach einem Bummel ueber den Nachtmarkt auf der gesperrten Zhongshan Lu und einer Vorspeise Mantou vom Strassenstand landeten wir an einem abenteuerlichen Spiesstand an dem wir uns fuer 90 Cent unser Abendessen gekauft haben. Wieder Wasser kaufen und ab ins Hotel!

 

13.2. Abflug von Shanghai und oh Wunder, es gibt auch puenktliche Fluege in China. Total muede konnt ich im Flieger ein bisschen schlafen und freute mich auf waermeres Wetter in Guilin. Aus Faulheit und weil wir nur 2.5 Tage zur Verfuegung hatten, wurde ein Tourpaket gebucht, das ist zwar ein bisschen teurer erspart aber die Organisation vor Ort, was zur touristischen Totzeit in Guilin sicher ein Spass geworden waer. Am Flughafen wartete schon der Fahrer mit nem huebschen Schild, danach kam noch unser Guide fuer den restlichen Tag sowie die beiden folgenden Tage. Erster Stopp war das Hotel und schon auf der Fahrt war klar, das Wetter ist wirklich besser als in Shanghai und es ist schon fast richtig schoen warm! Nachdem wir im Fubo Hotel unsere Sachen ins Zimmer geworfen hatten gabs ein kurzes aber halbwegs gutes Mittagessen im Hotel. Ich war extrem skeptisch, weil ich von meiner Tour in Peking mit Guide und allem noch leicht traumatisiert war. Immerhin fuhren wir am Nachmittag direkt in die Reed Flute Cave, von der wir beide ziemlich begeistert waren. Riesig gross aber leider teilweise etwas bunt bestrahlt. Ueberseetouris duerfen im ersten Stock rein, die chin. haben eine Eingang unten. Die Formen der Stalaktiten und Stalakmiten hat die chin. Fantasie wohl sehr angeregt, ich selber konnt die Sachen nicht wirklich erkennen. Nach der Tropfsteinhoehle weiter zum Elephant Trunk Hill, dem Wahrzeichen der Stadt Guilin – ist ganz nett aber ich persoenlich finds nicht so toll und es gibt mit Abstand nettere Huegel in der Stadt zu erkunden. Wir liessen uns danach nicht ins Hotel zurueckfahren, sondern wollten zu Fuss ein bisschen die Stadt erkunden. Das wiederum fuehrte bei unserm Guide zu ein wenig Verwirrung, alleine und dann noch zu Fuss....oh je.  

Das Stadtzentrum um die Zhongshan Lu herum ist recht uebersichtlich und verlaufen kann man sich beim besten Willen nicht wirklich. Die Fussgaengerstrasse war ziemlich leer und wir nach ein bisschen Wasserkauf und Besuch beim Baecker fuer den Abend geruestet. Als wir im Hotel waren wollten wir naemlich nicht mehr rausgehen – also gabs nen Nudelsnack zum Abendessen und dazu CCTV9...der gute chin. Propagandakanal auf Englisch.

 

12.2. Mit noch wundern Fuessen aus Richtung Bund und zu den Yu Garden und dem dazugehoerigen Bazar. Das klingt im Reisefuehrer unendlich idyllisch und bereitet einen nicht wirklich auf die Wahrheit vor, die einen schnell wieder auf den Boden der chin. Tatsachen holt. Die Gebaeude sind nicht wirklich alt sondern nachgebaut, aber das eigentlich ganz gut und es ist verdammt laut und voll. Die Laeden verkaufen vor allem Tee und diversen Krimskrams, den vor allem die chin. Touris gerne kaufen. Nach einem spaeten Fruehstueckskaffee bei Starbucks und einem Muffin mittem im alten Stadtviertel. Weiter gings in einen Stadttempel, dort wurde einiges an Weihrauch in die Luft gejagt und anschliessend ueber die bekannte Zickzackbruecke vorbei an tanzenden Pladstikaffen und schrecklich rosafarbenen Glueckschweinen mit Kugelbauch in die herrlich ruhigen Yu Gaerten. Klassisch chin. Gaerten sind zwar nicht so ganz mein Fall (jap. Sind mir lieber) aber allein mal nicht mittem im Trubel zu sein hatte was Entspannendes und man kann locker 2h durchlaufen und alle Ecken erkunden. Viel Sehenswerter ist aber der in unserm Lonely Planet erwaehnte Rundgang durch Shanghais Old Town, von der Shanghai Old Street mit unendlichem Mao Kitsch sowie Stempeln und Nippes in die wirklich alten Gassen. Da haengen die Enten noch am Strassenstand und das Gemuese liegt auf dem Boden, ueberall waberts und es dampft auf den Nudelschuesseln. Das ist China, viel besser als der Touritrubel. Anschliessend dann durch die French Concession, mit einer Zara Tuete (ha es gibt doch noch Laeden mit meiner Groesse) bepackt stoplerten wir dann durch Zufall in einer Querstrasse der Huaihai Road. Da gabs einen gestopft vollen Street Market mit Muscheln vom Grill, gebratenen Fleischspiessen, gefaelschten Handtaschen und DVD’s sowie nur Chinesen. Supergeniale Stimmung und richtig was los!  

Mit der U-Bahn fuhren wir dann zum People’s Square und liefen zum Gongdelin Vegetarian Restaurant – ein superlecker fleischloses Menue spaeter dann su Fuss wieder zum Bund und ins Hotel. Keine Ahnung wieviele Kilometer wir an dem Tag gelaufen sind, aber es waren viele und meine Fuesse total alle. Am Abend dann packen und fertig machen um um 6 Uhr morgens zum Flughafen zu fahren, damit wir unsern Flieger nach Guilin erwischen.

 

11.2. Ausschlafen in einem Bett, in dem man einander ja suchen muss und sich verlaufen kann. Draussen rauschen die Autos vorbei und wir vergnuegen uns beim musikalisch hochgradig interessanten Fruehstueck. Nicht nur das Essen selber auch die Endlosschleife von Celine Dions my heart will go on sorgt dafuer, dass man sich ziemlich beeilt und fluchtartig den Raum verlaesst. Start an diesem Tag ist der gruslig interessante und fuer mich typisch chin. Bund Sightseeing Tunnel mit dem man bequem und kreischend bunt ans andere Ufer zum Oriental Pearl Tower kommt. Den haben wir aber links liegen lassen und sind statt dessen zum JinMao Tower gelaufen und dort im 88. Stock auf die Aussichtsplattform. Die Aussicht ist meiner Meinung nach besser als beim Pearl Tower, leider spielt aber die Smogglocke immer noch die ausschlaggebende Rolle und an diesem Tag waberten die Abgaswolken schon ziemlich tief. Trotzdem ist es irre, dass Brachland inmzwischen komplett bebaut wurde und das, obwohl grad mal ein Jahr vergangen ist! Ueberall bauts und haemmerts.

Nach einem kleinen Shopping Trip und Dim Dum mit Tee gings mit der U-Bahn zum Science and Technology Museum, aber nicht um was fuer die Bildung zu tun. Michi wollte undbegingt zum „New Haixiang Market“ wo einige Haendler vom alten Fake Market nach der offiziellen Schliessung hingezogen sind. Zu finden ist das unendlich einfach, raus aus der U-Bahn, Treppe hoch und dann nach rechts oder links. Ueberall hats kleine Laeden und nach ca. 1h kann man den Satz oder besser gesagt die Unwoerter „Lookalook“ und „Cheapcheapcheap“ nicht mehr hoeren. Trotzdem gabs ne Jacke, DVD’s und ne Handtasche. Sehr beeindruckend find ich immer wieder, wie gross die Laeden hinter den 2fach versteckten und gesicherten Tueren sind, die ins Handtaschen bzw. Uhrenparadies fuehren. Muss aber immer wieder sagen, dass sich bei mir die Begeisterung fuer die Fake Sachen total verfluechtigt hat. Die Uhren tun manchmal nach nem Monat nimmer, die Handtaschen sind Plastik und die wenn ich ne Funktionsjacke will kauf ich lieber ne echte. Die Auswahl an DVDs ist nicht so toll, da haben die Jungs in Qingdao mehr und sind sehr viel guenstiger. Die Haendler sind das Verhandlen gewoehnt, fangen mit Mondpreisen an und man kommt meist nur mit der Weglauftaktik vorwaerts, also viel Geduld mitbringen wenn ihr hierherkommt.

Mit Tueten bepackt gings mit der U-Bahn Richtung Nanjing Lu und erst mal zu Ajisen Ramen (auch wieder sehr chinesisches Essen) Nudelsuppe schluerfen. Dann zu Fuss weiter zum Qipu Market, einem gigantischen Haueserkomplex voll mit Klamotten leider nur wenig in normalen Groessen. Auf der Strasse sprechen einen zig Leute mit den allgegenwaertigen Louis Vuitton Katalogen an. Die haben ihre Laeden innendrin, meist sind die allerdings verrammelt aber ziemlich gut ausgestattet. Die Preise sind ein wenig niedriger als auf dem New Xiangyang, die Auswahl teilweise nicht schlecht. Gekauft wurd aber trotzdem nichts und mit schleppten unsere tot gelaufenen Beine ins Hotel um die Tueten loszuwerden.

Kaum dort gings wieder los und zwar diesmal in die Nanjing Road West um dort nach einem Custo Shop fuer Michi zu suchen, dens laut Online Shop geben soll aber leider haben wir ihn vergeblich gesucht. Mein Besuch im Zara wurd wieder frustig, haette viele Sachen gefunden aber meine Groesse war ausverkauft. Ich hab langsam das Gefuehl, die sind immer alle schneller als ich! Wurscht, dann gehn wir halt Abend essen, wieder in eine Stihl Stammkneipe: Eat Drink Man Woman. Diesmal hab ich rausgefunden, dass das Restaurant gleich daneben, in das wir immer gehen wollten aber nie ein Platz frei war zu einer Kette gehoert. Die haben auch in Qingdao einen Ableger und in dem war ich schon zig Mal, ist wirklich gut! Also merken, Bifengtang direkt an der Nanjing West nur ca. 5 Fussminutem vom JC Mandarin weg. Im Eat Drink Man Woman wars wie immer ziemlich leer und der Papaya Shake so lecker wie immer, Essen auch super! Mit der U-Bahn wieder zur Nanjing East und ueber den Bund zurueck zum Hotel, Fuesse hochlegen und DVD’s testen.

 

10.2. Endlich nach Shanghai und zwei Wochen Urlaub mit Michi! Ein Taxi zu kriegen war nicht das Problem nur auf dem Flughafen hatte ich ein leichtes Deja Vu. Der Flieger hat Verspaetung und keiner kann sagen, wann er endlich kommt. Spaeter wurde uns mitgeteilt, der Flieger ist weg und Grund der Verspaetung war NEBEL. Hab ich schon mal erwaehnt, dass mir die Ausrede tierisch auf den Zeiger geht? Whatever, Michi war schon in Pudong gelandet und ich noch nicht mal losgeflogen, magischerweise stand aber nach 2h doch ein Flieger von Shanghai Airlines am Gate und wir konnten endlich los. Am Flughafen gabs erst mal ein superschoenes Widersehen, irgendwie surreal ihn hier in China zu haben! Nach ein bisschen hin und her ueberlegen beschlossen wir, mit dem Transrapid in die Stadt zu fahren. Ist mit 50 RMB kein chin. Schnaeppchen aber dafuer um Laengen schneller. Die Fahrt dauert schlappe 7.5 Minuten und man hat trotz 430km/h das Gefuehl durch die Gegend zu schleichen. Am Bahnhof dann ab ins Taxi und zu unserm Hotel Astor House (chin. Pujiang). Solltet Ihr hier mal uebernachten bitte keine allzu schweren Koffer mitbringen, es gibt keinen Aufzug und der arme kleine Koffertraeger ist ja fast zusammengebrochen beim Tragen unserer 2 Taschen. Unser Zimmer war genialst, riesig gross und mit absolut coolerm Badezimmer. Preislich ist das ganze auch in Ordnung und auch die Lage ist klasse, damit bekommt das Hotel das Praedikat sehr empfehlenswert. In meinen leeren Koffer kamen recht schnell Michis zusaetzliche 7kg Apotheke aus Deutschland und ein Carepaket meiner Mutter mit Griessbrei, Milchreis und Kinderriegeln, die leider nicht allzu lange ueberlebt haben.

Den ersten Tag haben wir ganz gemuetlich gemacht, erst mal am Bund entlang schlendern und die Aussicht geniessen, weils relativ klar war und der Smog nur halb so dicht wir normal. Danach ab auf die Nanjing Road Kaufhaeuser anschauen, Baozi am Strassenstand holen und im Trubel abtauchen. War sehr gespannt auf Michis Reaktion aber er war ziemlich cool und schien entweder dank oder trotz Jetlags keine Chinakrise zu bekommen. Wie es sich fuer den ersten Tag in China gehoert gabs zum Abendessen Sushi im Stihl Stammjapaner und danach wieder am Bund zurueck ins Hotel. Endlich wieder mal in Shanghai, ein bisschen unchinesisch und trotz seiner Groesse irgendwie sehr ueberschaubar.

 

08.02.07 Lange schlafen und zwar aufm Sofa, bin da voll eingeschlafen und hab verdammt gut geschlafen. Immerhin bin ich net ganz so balla im Kopf aber das gehuste ist wieder da, na dann hallo. Mittags hab ich dann als Höhepunkt des Tages ne warme Jacke bei Decathlon gekauft und wollte eigentlich zurücklaufen. Das hab ich nach 5 Minuten und rasselndem Keuchen lieber gelassen. Ok, ich will am Samstag durch Shanghai rennen - das geht so echt net weiter. Sonst nicht viel ausser einem abgewehrten Besuch der Meute und der Erkenntnis wieso ich krank geworden bin: 'Your appartment temperature is just too high and that caused you to be ill.' Aeh ja, also ich muss zuhause frieren und 3 lange Unterhosen anziehen damit ich net krank werde? Logik....Spock....Hilfe!

Ach und noch eine SMS - drink more water and eat more food, you need to be strong. Leut, wenn ich keinen Hunger habe esse ich net und mehr als 4l gehen einfach net, ich hab ne begrenzte Magenkapazität!

 

07.02.07
Die Uhr nähert sich halb sieben und bislang sind keine Armeen von Chinesinnen in meiner Wohnung eingefallen, seufz ich lass mich mal wieder in meine Kissen sinken und guck zwei bei Kallwass, frisch runtergeladen und genauso hirnlos wie ich es grade noch ertragen kann, unter Drogeneinfluss.
Schwupps ich sinke in die Arme des Drogenschlafes und was passiert, es klingelt an der Tür, 20 vor 7 und jemand lacht. Daraus schließe ich blitzschnell, die Armada ist da es gibt kein Entrinnen und es sind mindestens 2. Das Aufstehen ging ganz gut aber zur Tür hin wurd ich immer ruhiger und hab überlegt, was passieren würde wenn ich gar net erst aufmache. Dann kommt der Telefonterror und vermutlich lassen sie dann die Tür aufbrechen, weil sie denken ich liege tot aufm Sofa. Ok keine Alternative also Tür auf und tata, Joy und zwei Kolleginnen die bislang noch nicht da waren. Wieder sind die Damen mit Tüten bepackt und nachdem ich ausgiebigst Kommentare wie warm es doch in meiner Wohnung sei geflissentlich überhöre stampft die Menschenmasse in die Küche. Ob ich gekocht habe, was ich gegessen habe und hab ich auch Obst gegessen und überhaupt wieviel hab ich getrunken und wieso hab ich gespült und wieso lebt der Papst im Vatikan?
Da zwei neue da sind, wird erst mal mein Vorrat an Medikamenten überprüft und diverse Vor- und Nachteile diskutiert, anschließend dann die Standardfrage ob wir in Deutschland immer nur Aspirin nehmen würden und ob wir denn nicht ins Krankenhaus gehen, wenn wir krank sind. Nach einer halben Stunde vergeblichen Erklärens zum Thema Krank sein in Deutschland wieder ein mitleidiges Grinsen, jaja, chin. Grippe ist halt nichts für Langnasen.
Zum Glück war grad Skype an und ich hatte Kontakt zu Anja in Deutschland - sonst wär ich vermutlich explodiert, Langeweile, alle DVDs angeguckt und dann nochmal eine Invasion. Ich weiß sie meinens lieb und ich weiß sie sind besorgt, aber Fürsorge kann auch ersticken. Nachdem ich nicht mal einen Maiskolben essen wollt und allein der Gedanke an Reisschleim meine Gesichtsfarbe ins grünliche wechseln liess, waren die Mädels kurz vórm Hungerkoma und ich hab ja eh nichts hier. Beim ersten Magengrummeln setzte sich die Invasionsarmee dann in Bewegung um Futter zu jagen - jippie ich liebe das chin. Hungerkoma, das ist so berechenbar und klappt jedes Mal wieder. Den Feind mit den eigenen Waffen schlagen - brilliant! So und jetzt hock ich also wieder auf meinem Sofa und hab nen Teller mit Obst da, den ich aufzuessen habe. 2 Kontrollanrufe gabs auch schon, damit ich auch ja bald ins Bett geh. Den dritten wart ich ab, dann schlaf ich sowieso von alleine ein.

 

06.02.07 DVD schauen ist auf Dauer öde, raus geht net und macht keine Laune, total grau und neblig. Um kurz nach 6 klingelt die Tür und schwupps, Joy ist wieder da und will mich mit Kürbisreisschleim bekochen, hab wohl irgendwann erwähnt, dass ich die Kürbissuppe in irgendeinem Restaurant gut fand. Kaum 20 Minuten später klingelts schon wieder und schwupps, da steht meine Masseurin zusammen mit Maggie. Sie haben gedacht ich brauch ne Massage, weil ich doch gestern gesagt hab vom blöden Rumhocken hab ich Rückenschmerzen. Ich werde also gewalgt und geknetet und kriege nebenher noch einen unendlichen Schwall an RAtschlägen von meiner Masseurin, die ja auch Ärztin ist und mir mit geübt gewaltvollen Kneten die Akupressurpunkte drückt. Ich soll ja nichts scharfes essen und bloß kein Salz und viel trinken, Obst und Gemüse und der Kürbis sei ja ne tolle Idee, das reduziert die Hitze. Nach einer Stunde blutet mein Ohr und ich muss sofort unter Aufsicht von 3 Chinesinnen ein Glas heisses Wasser trinken und danach gibts Kürbisreisschleim, natürlich ohne Salz und sonstwas, args wieder so fad. 

Damit hat der Abend aber noch kein Ende, Joy und Maggie suchen sich während der zwei Minuten die ich mal nicht hingucke einen DVD aus und der Videoabend beginnt. Ich muss mich hinlegen, weil ich bin ja krank und sofern mein Glas auch nur den Anfall von Leere zeigt wird nachgeschenkt mit dem Satz: You should drink more. Meine verzweifelten Versuche den beiden zu sagen, dass ich schon grob geschätzt 5 l Wasser getrunken habe werden ignoriert, ich bin nämlich krank und somit kommen die Sätze aus meinem Mund nicht im Ohr und schon gar net im Gehirn an. Nach einer halben Stunde The Devil Wears Prada krieg ich meine Augen kaum aufgehalten, aber was machen. Rauswerfen, ne wir sind in China und sie sind ja superlieb zu mir. Also chin. Lösung, ins Bett schlappen und einfach schlafen. Nachdem die DVD zu Ende war und mein Obstteller gefüllt schlichen sie sich aus der Wohnung - Mädels ihr schafft mich wirklich.

 

05.02.07 Es ist Montag und statt arbeite zu gehen lieg ich mal wieder zur Abwechslung auf dem Sofa und im Bett. Das einzig Erzählenswerte an diesem Tag ist das Kapitel: Entführung in China:

Da sitz ich also auf meinem Sofa und es klingelt an der Tür - grad mal 3 Uhr wer kann das denn sein? Vielleicht Maggie und eine Horde chin. Ratschläge wie Essig in die Luft sprühen damit die Bakterien sterben? Schlapp zur Tür hilfe es ist Joy. Ratter im Kopf - wie kommt sie hierher, sie müsste doch arbeiten in der Zone und jetzt ist se hier. Gut ein Mensch ich kann sprechen, jippie. Wir kochen ca. ne halbe Stunde Congee (Reisschleimsuppe) damit ich auch was esse und weil man das in China so macht, wehren hilft eh nichts also gut. Dann kommt auf einmal die Frage wie es denn meinem ebenfalls zuhause weilenden KOllegen ginge, der mir per Skype schon gesagt hat es sei nichts Schlimmes bei ihm. Info weitergeben, Stirnfalte kräuselt sich und dann der Satz: Ok then you can get ready we must go no. Hä, wohin, wieso und was machen wir mit dem Congee. Langsam mit jedem Satz ein wenig deutlicher wurde das Komplott. Mein Chef hat zusammen mit der Personalchefin einen Plan ausgeheckt. Joy wurde samt Fahrer zu mir geschickt, die haben schon einen Termin in der international Clinic gemacht und ich hab gar nicht erst zu widersprechen. Wenn nötig kann Kollege auch mit und diesmal krieg ich ne Needle, keine Wiederrede. Ahhhhh Hilfe, das sind perfide Methoden! Egal also schwing mich in Klamotten, mach mich halbwegs anschaubar und ab ins Krankenhaus, Episode zwei. Diesmal aber halbwegs unschlimm, die Krankenschwestern können Englisch, die Preise für alles sind 10mal so hoch und die chin. Ärztin hat keine Pomade in den Haaren und hört mich ca. 10 Minuten ab, was mich leicht nervös gemacht hat. Aus gut 5 Meter Entfernung nur mit Tageslicht erkennt sie fachmännisch geschwollene Mandeln und einen roten Rachen, gute Frau das weiß ich auch ohne Augen. Nebeher diskutiert sie mit der dolmetschenden Krankenschwester drüber wie die Grippe der vergangenen Jahre war und lacht spöttisch als ich sage ich nehem Aspirin und dies und das und das und ach das auch. Ja das hilft alles gar nichts, aber ne Needle kriegst Du auch nicht, Ausländer. Einige Erzählungen über Sport ist gut bei Grippe (au ja, ich geh gleich joggen und verende dann vermutlich an einem Hustanfall oder vielleicht an der guten Luft hier) und Ausländer hätten ja so ein schwaches Immunsystem (ja bei den Killerviren, der sauberen Luft und den unendlich wirksamen Antibiotika ja) krieg ich also 3 Sachen verschrieben, die wir mit Begleitschutz der Krankenschwester auch gleich holen. Und da halte ich es in den Händen, einen unendlichen Schatz made in Germany: Bayer Avelox! Breitbandantibiotika und das in China, danke an die Pharmaindustrie. Die andern zwei sind chin. Kräutertabletten gegen Bronchitis und Husten. Offiziell weiss ich net was ich hab, China. Kaum wieder zuhause (zwischendrin 4 Rückmeldungen an die Basis, dass die Mission Anja ins Krankenhaus schleppen ohne Zwischenfall erfolgreich abgeschlossen ist) hab ich dann mal die Schachteln genauer inspiziert und wurde etwas skeptisch. Wieso ist die Schachtel riesig und da sind nur 3 Tabletten drin? Wieso muss man von diesem Teufelszeug nur eine am Tag nehmen und jemine, man muss über 18 sein und der Beipackzettel nimmt den ganzen Platz in der Schachtel ein. Hm...wurscht, egal, Hauptsache es hilft. Auf jeden Fall hat das Zeug einen echten Knock Out Effekt - eine Stunde und wumms....Koma. Ich hab trotzdem noch versucht mit mich Händen unf Füßen gegen Joy's Fürsorge zu wehren, aber die ist hartnäckig und stur. Erst mal gibts Reisschleim, dann verschwindet sie und kommt wieder mit Obst und Rettich, ich muss viel Rettich essen und ich muss hinliegen und sie ist wirklich erst gegangen, als ich im Bett lag. Irre....

 

04.02.07 Und wieder ein Tag der Kategorie sterben auf dem Sofa, Teil 7654. Ja ich bin gut im Jammern aber manchmal hab ich auch einen klitzekleinen Grund dafür. Durchgeschwitzte Nacht und komatöser Morgen, kriegen diese saudoofen chin. Viren und Bakterien eigentlich vom Paryfeiern nie genug? Die müssen doch mal müde werden.
Zumindest konnt ich mich ohne Probleme zum Carrefour Online Shopping anmelden, nie wieder tonnenweise Wasser und Saft schleppen und alles bequem nach Hause geliefert bekommen. Nur wer hier in China 'Mal schnell' was einkaufen gehen will weiß, wovon ich rede. Nach einer Stunde rumgesurfe auf der Seite waren 26 Euro ausgegeben und schwupps, Bestellung ging raus. 

Ich selber hab mich auch rausgetraut, leider zwangsweise, meine Drogenvorräte an nicht wirkenden chinesischen Antibiotika gingen langsam aber sicher zur Neige. Und man weiß ja net, vielleicht hilft das Zeug ja erst nach der Einnahme der 20. Tablette und das steht irgendwo in mikroskopisch kleinen Buchstaben auf der Verpackung, natürlich auf Chinesisch. In der Watson Pharmacy im Sunshine Plaza hab ich echte Aspirin plus C gefunden, die haben sogar Talcid und nen Papaya Lip Balm und Nivea Creme. Leut ich hab Heimweh - allein der Geruch von Nivea Creme treibt mir die Tränen in die Augen. In der Apotheke dann noch schnell zwei verschiedene Drogen geholt und ab Gemüse kaufen, ich brauch Zwiebel und Rettich und Ingwer und Zitrone - was die Großmutter noch wusste. Ach ja und für den Thymiantee hab ich im Gewürzregal die nötige Zutat gefunden, schmeckt halbwegs erträglich.

Mitten in meinen Zwiebelhacktiraden kam dann Besuch, Wohnung sieht aus die nochwas und meine Augenringe sind tiefer als der Grand Canyon. Tja, leider kann man bei mir wohl wirklich nichts mehr machen und nein, ich will nicht ins Hospital und auch keine Needle mit genauso wirkungsfreien Antibiotika. Kurz nachdem die beiden gegangen waren klingelts schon wieder an der Tür - jippie Carrefour liefert und das heißt das Ende des Wasser und sonst was Schweres schleppen. 

So und jetzt gehts in die Küche, die Zwiebeln sind echt halb entsaftet - args, Augen zu und Löfel rein, dann schlucken, wenns hilft! He gar net so schlimm, dank einer halben Tonne Zucker!

 

03.02.07 Morgens Geburtstagsbrunch von Susa, danach aus einer dummen Laune raus nach Taidong mit Maggie. Ich fühlt mich halbwegs ok aber das hat mit jeder Minute nachgelassen - in Taidong haben wir einen indischen Laden gefunden und ich hab mir einen herrlichen Sari gekauft, perfekte Farbe für mein Schlafzimmer. Maggie war tierisch entsetzt, dass ich mir sowas kaufe und dann auch noch plane das Ding auseinander zuschneiden, wieder zusammen zunähen und als Tagesdecke zu benutzen. Wieder zuhause war ich unendlich platt, hab zig Hustenanfälle gehabt und mich elendig gefühlt und meine Tagesdecke genäht. Nebenher noch ein bisschen jammern per Telefon nach Deutschland.

Danke an dieser Stelle an Anja und ihre Mama für die Hausmittelrezepte!

 

01.02.07 Und wieder ein langweiliger Tag krank in China. Um 9 der erste Rettungsanruf von Freunden - ja ich hab geschlafen, naja es geht mir ein wenig besser aber nur, weil ich nicht wieder sonst wohin verschleppt werden will. Die Dosierung der Antibiotika ist der Hammer, da ist grad mal ein Drittel von dem drin, was man in Deutschland in so eine Tablette reinwirft. 

Auf jeden Fall gibt es auch verdammt gute Neuigkeiten! Das Internet lebt wieder, auch ausserhalb von China. Ich habs geschafft die neuste Folge Verbotene Liebe runterzuladen, hab eine Stunde Bericht über die Torten Wiens geguckt und Skype hats geschafft, mich erfolgreich mit Deutschland zu verbinden und sage und schreibe 2 Stunden stabil zu sein. Das Paradies auf Erden.

Einzig und allein das komisch brennende Gefühl auf meinen Backen beunruhigt mich..das letzte Mal als ich das hatte, war beim Pfeifferschen Drüsenfieber und war ne allergische Reaktion auf Penicillin. Ich lief danach 3 Monate gefleckt rum...